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Gänse-Schäden : Landrat fordert schnelle Hilfen aus Kiel

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Für Landwirte, die durch Gänsefraß in Existenznot geraten, fordert Nordfrieslands Landrat Dieter Harrsen ein Sofortprogramm des Landes.

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erstellt am 10.Jun.2016 | 15:00 Uhr

Ein Sofortprogramm des Landes für Landwirte, die durch Gänsefraß in Existenznot geraten, fordert Nordfrieslands Landrat Dieter Harrsen. „Wir brauchen einen Fonds, um Härtefälle auszugleichen“, appellierte er im Husumer Kreishaus an die Adresse des Landes.

Zwar begrüßte Harrsen das Votum des Umwelt- und Agrarausschusses des Landtages, angesichts zunehmender Gänseschäden ein umfassendes Monitoring und Management aufzulegen und gemeinsam mit Niedersachsen, den Niederlanden und Dänemark zu intensivieren. Aber: „Auch wenn die Vorschläge in die richtige Richtung gehen, müssen die Landwirte jetzt unverzüglich entschädigt werden. Sie kämpfen schon viel zu lange um ihr Geld“, bekräftigte er.

Das Gänsemonitoring-Projekt dürfe nicht zu einer weiteren Verzögerung von Entschädigungszahlungen führen: „Wie lange soll das noch dauern?“, fragt Harrsen. Während in den Niederlanden Gänse zu Tausenden vergast würden, was in Schleswig-Holstein niemand wolle, „sollte das Land zumindest die Kraft haben, im Einzelfall zu entschädigen, wenn Landwirte teilweise binnen eines halben Tages ihre gesamte Erntefläche verlieren“.

Landes-Hilfen seien im Übrigen EU-konform, so Landrat Harrsen. Er erinnerte dabei an den früheren Umweltminister Klaus Müller, der die früher üblichen Entschädigungszahlungen des Landes seit 2002 mit der Begründung abgelehnt habe, sie verstießen gegen EU-Bestimmungen. Diese Position hätten alle folgenden Landesregierungen übernommen, während die Landwirte unterstützt durch eine Kreistags-Resolution im Jahr 2013 immer neue Anläufe unternommen hätten. Das Land habe statt direkter Entschädigungen stets lediglich Naturschutzprogramme angeboten, an denen die Landwirte sich mit zusätzlichen Maßnahmen beteiligen mussten. Ihre Verluste wurden dadurch allerdings nur teilweise ausgeglichen. Erst im August 2014 bezog die EU-Kommission klar Stellung: Entschädigungszahlungen für Schäden durch Fraß und Verkotung, die landwirtschaftliche Flächen unbrauchbar macht, sind demnach sowohl aus EU- als auch aus Landesmitteln möglich. Deshalb hatte der Kreistag im März 2015 die Landesregierung ein weiteres Mal aufgefordert, endlich tätig zu werden. Denn alle anderen Maßnahmen, wie ein Gänse-Pool, um die Vögel gezielt auf andere Flächen umzulenken, haben nicht zur Lösung des Problems geführt.

Die Höhe der aktuellen Gänseschäden wird zurzeit noch ermittelt. Auf die Frage, mit wie viel Geld ein Härtefall-Fonds nach seiner Ansicht ausgestattet werden sollte, nannte der Landrat ein Größenordnung von 250.000 Euro – eine Summe, die das Land früher jedes Jahr zur Verfügung gestellt hatte. „Das wäre ja schon einmal ein Anfang“, so Harrsen.

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