Fest-Höhepunkt in Friedrichstadt : Lampionkorso bei Sonnenschein

Ein imponierendes Bild: Auch Boote der Feuerwehr und der dänischen Nachbarn reihten sich in den Korso ein.
Ein imponierendes Bild: Auch Boote der Feuerwehr und der dänischen Nachbarn reihten sich in den Korso ein.

Verspätete Attraktion: Der Höhepunkt der Friedrichstädter Veranstaltung musste wegen des Unwetters um einen Tag verschoben werden. Der Lampionkorso und das Feuerwerk wurden nachgeholt.

shz.de von
27. Juli 2015, 07:00 Uhr

Das Drehbuch schrieben diesmal nicht die Verantwortlichen, sondern der Wettergott. Und erstmals in der langen Geschichte der Friedrichstädter Stadtfeste – zum dritten Mal unter der Bezeichnung Lampiontage veranstaltet – gab es eine unvorhergesehene Änderung,. Gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr, Ordnungsamt und Bürgermeister Eggert Vogt haben die Verantwortlichen am Sonnabend aufgrund der Wetterwarnungen entschieden, das Programm der Friedrichstädter Lampiontage auf dem Markt abzusagen. Alle Buden und die Bühne schlossen bis um 18 Uhr.

Der Lampionkorso und Feuerwerk wurde aber am Sonnatg, 26. Juli, nachgeholt. Um 17 Uhr startete zunächst der Korso. Das Feuerwerk wurde für 22 Uhr angesetzt. Auch das restliche Programm konnte gestern wie angekündigt stattfinden. Die Veranstalter bedauerten die Absage für Sonnabend.

Auch die Husumer Nachrichten informierten über Facebook. Darüber zeigte sich die zuständige Ordnungsamtsmitarbeiterin, Femke Postel, die den Abbruch einleitete, sehr dankbar: „Toll, dass das so gut und so kurzfristig geklappt hat.“ Ihre Entscheidung war richtig. Denn nur 15 Minuten nach Schließung ging dort ein Starkregen runter, dazu kam starker Wind auf. „Während des Lampionkorsos hätten sich die Besucher am Wasser oder auf dem Wasser aufgehalten. Das hätte ein enorm geballtes Risiko bedeutet.“ Der Erfolg der vorausschauenden Entscheidung und die rasant schnelle Verbreitung dieser Meldung zeigte sich am gestrigen Sonntag.

Voll besetzte Grachtenränder – und eine absolute Superstimmung bei strahlendem Sonnenschein. Noch nie war es an einem Sonntag bei allen vorangegangenen Stadtfesten in Friedrichstadt derart voll wie diesmal. Polizei, Rettungsdienste – fünf Rettungswagen waren gestern vor Ort stationiert – DLRG und Feuerwehr sprachen von einem „absolut familiären Fest“. Viele Besucher sprachen sich dafür aus, den Ablauf so zu belassen. „Phänomenal“, freute sich die Friedrichstädterin Dörte Sörensen, die den Lampionkorso schon seit Jahrzehnten beobachtet. „Und man konnte viel mehr sehen, als im Dunkeln.“

Ein imponierendes Bild boten die 19 teilnehmenden und äußerst fantasievoll gestalteten Lampionboote – die trotz der fehlenden Dunkelheit herausstachen.

Während des Stadtfestes wurde am Sonnabend auch erstmals die neue Regionalleitstelle Friedrichstadt in Betrieb genommen. Anlass dazu war allerdings nicht das Treiben auf dem Stadtfest, sondern der angekündigte Sturm. Innerhalb ganz kurzer Zeit besetzte Wehrführer Birger Thomsen mit vier weiteren Kameraden der Stadtfeuerwehr die ständig eingerichtete Regionalleitstelle.

Dennoch musste die Stadtfeuerwehr aber tatsächlich zu einem Einsatz ausrücken. Am Sonnabendmorgen stand im Straßenzug „Am Ostersielzug“ ein größerer Keller einen halben Meter hoch unter Wasser, da es in der Nacht zuvor stark geregnet hatte.

Musik gab es trotzdem noch für die verbliebenen Stadtfestbesucher und Friedrichstädter. Am Abend legte Lennart Eisbrenner im Friedrichstädter Pub noch ein zusätzlichen Auftritt hin. Das musikalische Eigengewächs hatte schon nachmittags die Bühne gerockt. „Er hat spontan die Gitarre ausgepackt und dort live gespielt, während unsere Kollegin Pauline mit dem Hut Spenden für das Lampionfest gesammelt hat“, erklärten die Veranstalter gestern von der tollen Geste. Für diese Aktion bedankten sich die Initiatoren bei Musiker, Helfern und Spendern.

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