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Förderverein in der Krise : Lammtage vor dem Aus?

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Stagnierende Mitgliederzahlen und ein scheidender Vorstand: Der Förderverein steht kurz vor der Auflösung – eine Arbeitsgruppe soll diese verhindern.

An diesem Abend kamen die Mitglieder des Vereins Nordfriesische Lammtage wohl eher mit einem flauen Gefühl im Magen zu ihrer Jahresversammlung. Der Grund war der Tagesordnungspunkt sieben: „Beratung und Beschlussfassung über eine mögliche Auflösung des Vereins“. Schon vorher war klar, dass die erste Vorsitzende Kerrin Carstensen und der dritte Vorsitzende August Detlefsen ihre Arbeit nicht fortsetzen werden. Nach insgesamt zehn Jahren – sechs Jahre davon als Vorsitzende – muss und möchte Kerrin Carstensen persönlich und beruflich neue Prioritäten setzen. Das hatte sie bereits im vergangenen Jahr klar gesagt und nun war es soweit. Seitdem hatte der Vorstand so ein ums andere Mal getagt, ehemalige Lammköniginnen und geeignete Kandidaten angesprochen, ob diese das Amt übernehmen möchten, doch eine Lösung fand sich nicht. Zudem fiel es dem Vorstand immer schwerer, Mitglieder für Veranstaltungen zu motivieren oder neu zu generieren. Der Arbeitsaufwand stieg ebenfalls kontinuierlich und ist weder auf ehrenamtlicher noch auf Minijob-Basis weiter ohne Hilfe zu schaffen. Die Einbindung anderer Mitglieder scheiterte entweder daran, dass diese aus Zeitgründen im Vorfeld abwinkten oder übertragene Aufgaben nicht ausführten, so dass letztlich die Hauptarbeit immer wieder auf den Schultern von Kerrin Carstensen und Vorstandsmitglied Claudia Hansen lastete.

So blieb dem Vorstand nichts anderes übrig, als den Fortbestand des Vereins an sich in Frage zu stellen und das in der Einladung zur Mitgliederversammlung, die im Hause der Nord-Ostsee-Sparkasse stattfand, auch so zu formulieren. Kerrin Carstensen und Claudia Hansen haben die qualitative Messlatte mit den professionellen Broschüren, den Lammtage-Veranstaltungen und dem Ball in den 20 Jahren des Bestehens sehr hochgefahren. Die Lammtage sind inzwischen ein Aushängeschild für den ganzen Kreis Nordfriesland. Vereinsmitglied Albert Pahl bezeichnete es als großen Verlust für den Kreis und als „Armutszeugnis für uns Nordfriesen, wenn es nicht weitergeht“. Die Lammkönigin habe zudem den Kreis immer sehr gut vertreten. Auch Kreispräsident Heinz Maurus merkte an, es sei fahrlässig, hier die Tür zumachen zu wollen. Mitglieder und Verbände sollten eingebunden und es müsse über neue Strukturen geredet werden. Der Kreis ist neben der Nospa ein großer finanzieller Unterstützer der Lammtage.

Das große Engagement der Frauen stieß jedoch nicht nur auf lobende Worte. Man ließ durchblicken, dass die besagte Messlatte vielleicht inzwischen zu hoch sei und man auch nicht genug delegiert habe. Das bestritt die scheidende Vorsitzende mit den Worten: „Wir haben Aufgaben abgegeben, aber wenn diese nicht erledigt werden, müssen wir eingreifen, damit es weitergeht.“

Der Vorschlag, im Bereich Veranstaltungen und Broschüre abzuspecken, bezeichneten die meisten der anwesenden 22 Mitglieder (60 sind es insgesamt) als eine Auflösung auf Raten. Nachdem gut zwei Stunden die immer gleichen Argumente hin- und hergewälzt wurden, aber letztlich auch hier keine Lösung gefunden wurde, beschloss man, eine Arbeitsgruppe zu gründen, die eine zeitnahe außerordentliche Mitgliederversammlung organisieren soll. Unter der Federführung von Günter Fleskes werden Hans-Christian Domeyer, Redlef Volquardsen, Christian Schmidt, Anika Paysen, Maren Hansen, Albert Pahl sowie die Vorstandsmitglieder Dirk Ehlers und Claudia Hansen versuchen, die Mitglieder noch einmal zu motivieren, um den Fortbestand des Vereins und der damit verbundenen Veranstaltungen zu sichern. Man hofft, in der nächsten Sitzung dann die Wahlen und die anderen Tagesordnungspunkte nachholen zu können, die nach der „Nichtbeschlussfassung“ vertagt werden mussten. „Was einmal weg ist, ist weg“, sagte ein Mitglied.

Alle, die sich für die Vorstandsarbeit interessieren – auch wenn sie noch nicht Mitglied im Verein sind –, werden gebeten, sich unter info@lammtage.de zu melden.

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