Förderverein Nordfriesische Lammtage : Lammtage: Förderverein macht sich auf die Suche nach neuen Konzepten

Dirk Ehlers dankt Claudia Hansen für die gute Zusammenarbeit.
Dirk Ehlers dankt Claudia Hansen für die gute Zusammenarbeit.

Der Förderverein Nordfriesische Lammtage steckt in einer Krise: Mitglieder kümmern sich nicht oder treten aus – und es fehlen Zukunftskonzepte.

Avatar_shz von
28. Dezember 2017, 16:00 Uhr

Der Förderverein Nordfriesische Lammtage steckt in einer tiefen Krise. In der jüngsten Mitgliederversammlung wurde sogar an die Auflösung gedacht. Nicht einmal die Vorstandsämter konnten besetzt werden. Vor allem fehlt es aber an Perspektiven für die Zukunft und der Unterstützung aus den Kreisen der Mitglieder. Bis zu einer neuen Sitzung Anfang des Jahres führt Claudia Hansen geschäftsführend den Verein.

Die persönlich gute Laune unter den Anwesenden konnte die inhaltlichen Probleme nicht verdecken. Von allen Seiten kamen kritische Anmerkungen. Die amtierende Lammkönigin Femke Andresen aus Reußenköge befand: „Was ich bisher erlebt habe, hat mit meinem Verständnis von einem Verein nichts zu tun.“ Ihrer Meinung nach müsse der Sinn des Vereins neu überdacht werden. „Momentan läuft nicht alles rund, wie wir es uns erhofft haben“, bestätigte Vorsitzende Claudia Hansen. Seit Jahren stagniere die Mitgliederzahl, in diesem Jahr müsse der Verein Austritte von Kommunen verkraften. „Auch die Kooperationspartner brechen uns weg, und es kommen keine neuen hinzu“, erläuterte sie. „Wir haben viele Mitglieder angesprochen, die den Vorstand unterstützen könnten, doch als Antwort bekamen wir nur ein freundliches Kopfschütteln.“

Kreispräsident Heinz Maurus bestätigte enttäuschende Erfahrungen. „Wir haben Bürgermeister und Amtsvorsteher angesprochen und sind überall auf offene Türen gestoßen.“ Doch am Ende sei keine Unterstützung gekommen. „Wir sollten uns über das Grundkonzept des Vereins Gedanken machen“, forderte er daher.

Kerrin Carstensen, Lammkönigin 2005/2006, klagte, dass immer weniger Lammköniginnen nach ihrer Amtszeit aktiv bleiben. Auch die Unterstützung der aktuellen Lammkönigin sei unzureichend. „Sie benötigt keinen Taschenträger, sondern einen Türöffner, der die Kontakte knüpft.“ Sie habe den Eindruck, als befinde sich der Verein im Sterbeprozess auf Raten. Das wollte Knut Jessen, Bürgermeister in Bredstedt, so nicht stehen lassen. „Ein Sterben auf Raten darf es nicht geben, wenn es wirklich nicht mehr geht, muss ein klarer Schnitt gemacht werden.“

Bei den Wahlen setzte sich die pessimistische Stimmung fort. Claudia Hansen stellte klar, dass sie vor zwei Jahren den Vorsitz übernommen habe in der Hoffnung, dass es mit dem Verein weitergehe. Auch ihr Stellvertreter Dirk Ehlers hatte mit der Übernahme des Amtes vor drei Jahren die gleiche Hoffnung verbunden. Resignierend stellte er fest: „Mein Einsatz hat sich leider nicht gelohnt.“ Jetzt will der geschäftsführende Vorstand Anfang des neuen Jahres eine weitere Mitgliederversammlung einberufen. „Ich hoffe sehr, dass dann ein neuer Vorstand gewählt werden kann“, so Claudia Hansen. Im schlimmsten Fall müsste der Verein aufgelöst werden.

Doch dieses Wort will Kreispräsident Heinz Maurus nicht in den Mund nehmen. „Ich bin davon überzeugt, dass es weitergehen wird.“ Man müsse ein neues Konzept entwickeln mit neuen Ideen und ansprechenden Veranstaltungen. „Die Lammtage waren ein Erfolg und daran sollten wir festhalten.“ Sie müssten nur mit neuen Inhalten und Zielen verbunden werden. Das war auch die einhellige Meinung aller anwesenden Mitglieder.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen