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Jürgen von der Lippe im NCC : Lachsalven belohnten den Altmeister der Comedy

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Jürgen von der Lippe hat die Lachmuskeln seiner Gäste bei beiden Auftritten im Nordsee-Congress-Centrum heftig strapaziert. Und das Publikum wurde auch beim Programm „Was soll ich sagen …?“ wieder mit eingebunden.

Er zog sein Publikum in den Bann und brachte es einmal mehr zum Lachen, der Altmeister der Comedy, Jürgen von der Lippe. In zwei ausverkauften Vorstellungen im Nordsee-Congress-Centrum (NCC) zeigte er, dass er es nach 40 Jahren immer noch drauf hat. Gewohnt souverän und mit feinsinniger Wortgewandtheit präsentierte er sein neues Bühnenprogramm „Was soll ich sagen …?“ Ans Aufhören denke er mit seinen 66 Jahren ohnehin noch nicht, zumindest nicht, solange man ihn immer noch hören und sehen wolle. Und so etwas wie Lampenfieber kenne er auch nicht. Das verriet er jedenfalls den Autogrammjägern nach der fulminanten Show.

Die ach so schwere deutsche Sprache mit ihren Tücken, Fallstricken und Möglichkeiten, sich zu blamieren, zog sich als roter Faden durch das Programm. Auch ein Plädoyer für den Brief statt Mail und SMS konnte er sich nicht verkneifen. Und noch eines war schon zu Beginn klar: Die Ära der übertrieben bunten Oberhemden ist noch lange nicht vorbei, zumindest nicht für diesen Künstler, und so beglückte er die Besucher auch an diesem Abend mit Blumenhemden. Nur kurzfristig tauschte er sie in der Rolle des Rockers Kummerkasten-Kalle gegen eine schwarze Lederkluft ein.

Zwei Mitmach-Runden sorgten für Lachsalven. Schnell fand der Komiker mit dem süffisanten Grinsen Opfer in Form von zwei in der ersten Reihe sitzenden Ehepaaren. Mit seiner Hilfe hieß es Buchstaben-Basteln, Musiktitel-Raten oder das Märchen „Rotkäppchen“ in einem Rollenspiel umzusetzen. Gewinner waren die mit dem schnellsten Mundwerk. Als Dank für die gagenfreien Aktionen bekamen alle vier Sekt für den kuscheligen Abend zu Hause.

Das war dann der perfekte Übergang zum Thema Sex. Die Antwort auf die Frage, woran man erkennen könne, dass Mann zum Höhepunkt gekommen sei, lautete schlicht und einfach: „am Schnarchen“. Bei Frauen dagegen sorgten viele Geräusche für Entzücken. Schallendes Gelächter tönte durch den Saal, als von der Lippe eine Kostprobe davon abgab.

Ansonsten kalauerte er über Beziehungs-Klatsch, mal über, mal unterhalb der Gürtellinie, und auch die dünnen oder dicken Verdauungsorgane des menschlichen Körpers ließ er in seiner eigenen Art nicht außer Acht. Gekonnt spannte er den Bogen von Goethes Werther zu Zoten oder der Feststellung, dass er die FDP in der politischen Landschaft vermisse.

Seine Musikalität bewies er mit Gesang, Gitarre und Saxofon. Er trällerte Ohrwurm-Melodien mit bösen Texten und „bedankte“ sich mit stimmlich perfekten Parodien bei Udo Lindenberg, Herbert Grönemeyer und Peter Maffay dafür, dass es ohne sie seine Show so nicht geben würde. Auch Howard Carpendale war dran.

Mit zwei Zugaben überraschte er schließlich sein Publikum. Für einige Minuten schlüpfte von der Lippe in die Rolle von Herbert Knebel alias Uwe Lykow, dem ewigen Rentner und Nörgler der Nation, Markenzeichen: Hornbrille, Mütze und ein zu lockeres Gebiss. Lang anhaltender Beifall zeugte davon, dass der Entertainer ganze Arbeit in Sachen guter Unterhaltung geleistet hatte. „Eine klasse Vorstellung. Ich mag von der Lippe“, so die Horstedterin Eike Müller.





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