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Blick ins neue Jahr : „Kurzfristige Projekte gibt’s nicht mehr“

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Bürgervorsteher Peter Empen und Bürgermeister Uwe Schmitz erzählen, was in Husum im kommenden Jahr wichtig wird – und was darüber hinaus.

Was wird 2017 bringen, was kommt auf Husums Bürger zu, was haben sich Stadtpolitik und Verwaltung vorgenommen? Bürgermeister Uwe Schmitz und Bürgervorsteher Peter Empen nennen im Gespräch mit den Husumer Nachrichten den Bau von mehr Wohnraum sowie die Entwicklung der touristischen Infrastuktur und neuer Gewerbeflächen als drei Zukunftsthemen, die angepackt werden müssen.

 

Was hat Sie im Jahr 2016 besonders gefreut?

Empen: Besonders gefreut hat mich, dass wir – dank der guten Vorarbeit der Verwaltung – den Haushalt pünktlich am 15. Dezember verabschieden konnten.

Schmitz: Ich möchte den angenehmen Umgang miteinander in allen zwölf Monaten des Jahres hervorheben. Wenn ich die Bauleitplanung für das Shopping-Center nehme, die ja auch unter Hochdruck geschafft werden musste, fand ich, dass das alles von einer Grundwertschätzung getragen wurde – unabhängig von Abstimmungsergebnissen.

 

Was wäre in der Zusammenarbeit zwischen Politik und Verwaltung zu verbessern?

Schmitz: Eigentlich nicht viel. Wir kommen gut miteinander aus. Mit Blick auf andere Städte weiß ich, das wir in Husum sehr fair miteinander umgehen.

 

Welche Projekte stehen auf der Agenda für 2017 ganz oben?

Schmitz: Die Felder Wohnen und touristische Infrastruktur wollen wir mit Nachdruck angehen, darüber sind wir uns einig. Wobei dies Themen sind, die über das Jahr 2017 hinausgehen werden. Alles, was mit Bauleitplanung und Finanzierung zu tun hat, will ordentlich beraten sein. Wir fangen im März an und sind im September fertig – das funktioniert nicht. Und die zwei Vorhaben langen mir schon.

Empen: Kurzfristige Projekte gibt’s nicht mehr. – Aber wir müssen auch noch ran an neue Gewerbeflächen. Dann Dockkoog, Finanzamt und Krankenhaus – diese Themen laufen im Hintergrund mit, über 2017 hinaus. Das Shopping-Center wird uns mindestens zwei Jahre begleiten.

 

Hat die Stadt noch Chancen, an Grundstücke für Gewerbe und Wohnraum zu kommen?

Schmitz: Es gibt nur wenige Entwicklungsflächen. Und es ist eine Kunst, in Zeiten, in denen Geld relativ wenig wert ist, Grund zu erwerben. Wenn jemand Land verkaufen will, fordert er hohe Summen oder sagt, ich bin nicht drauf angewiesen, zu verkaufen.

Empen: Wir haben großen Bedarf. Husum ist begehrt – auch durch den Trend, dass ältere Menschen vom Land in die Stadt zurückziehen. Eigentlich brauchen wir große Flächen, aber wir müssen uns auch mit einer Verdichtung in der Innenstadt beschäftigen, mit der Frage, wie wir dort bauen können. Wir haben ja auch noch brache Flächen – nur leider nicht als unser Eigentum.

Schmitz: Solche Baugebiete wie Norderschlag oder Kronenburg haben wir im Moment nicht in der Pipeline. Wir dürfen aber nicht mehr in Gemeindegrenzen denken. Wir müssen sehen, dass wir zumindest das unmittelbare Umland in die Überlegungen einbeziehen, damit die Gesamtregion attraktiv bleibt. Nicht zuletzt beim Öffentlichen Personen-Nahverkehr mit Mildstedt, Wobbenbüll und Hattstedt. Mit diesen und anderen Gemeinden sitzen wir in der Stadt-Umland-Arbeitsgruppe zusammen, weil sie in Bezug auf die Wohnraumentwicklung von Husum und der Landesplanung abhängig sind.

In den vergangenen zwei Jahren gab es in Husum Zuwächse bei der Einwohnerzahl (Zurzeit 23  268, die Red.). Wir haben natürlich Interesse daran, dass auch jüngere Familien nach Husum ziehen. Der Quadratmeterpreis wird in der Stadt aber immer ein bisschen teurer sein als in einer Umlandgemeinde.

Wo wir nicht recht hinterherkommen, ist die Bauleitplanung in Schobüll. Dort gibt es noch eine Ortsgestaltungssatzung und Bebauungspläne, die große Flächen vorsehen und daher besonders teuer und für junge Leute unerschwinglich sind.

 

Stichwort Shopping-Center – wie sind die Chancen und Risiken für den Einzelhandel?

Empen: Durch das Shopping-Center wird unsere Einkaufssituation im Zentrum noch besser. Ich sehe, dass unsere Innenstadt attraktiver wird. Nicht als Gegenstück zum Gewerbegebiet, aber so, dass es sich lohnt, wieder ins Zentrum zu kommen.

Schmitz: Es gibt natürlich Risiken in den sogenannten 1b-Lagen: Dort wird es Druck geben. Die Gegenfrage, die ich stellen möchte: Was wäre die Alternative zum Shopping-Center? Eine alte Immobilie, die provisorisch betrieben wird, damit das Herz der Stadt irgendwie belebt ist? Die Zeit ist viel schnelllebiger als noch vor zehn oder 15 Jahren. Ich habe Respekt vor Menschen, die so eine Investition schultern, ohne zu wissen, wie sich das Käuferverhalten entwickeln wird.

Empen: Das Shopping-Center hat das Potenzial, abgewanderte Kunden wieder nach Husum zu holen. Und Geschäftsleute, die eine Nische besetzen, finden ihre Käufer – für etwas Besonderes geht jeder ein paar Meter weiter. Was ist von Seiten der Stadt in Bezug auf Tourismus geplant?

Schmitz: 2017 werden wir mit dem Projekt Schobüll beginnen. Wir müssen den ganzen Bereich am Freibad überplanen. Hier ist aber nicht alles in städtischer Hand. Das macht’s nicht leichter.

Empen: Die Kleikuhle ist auch ein Dauerbrenner. Wir werden abwarten müssen, was die Bahn macht. Und dann der Neubau des Schwimmbads in Husum.

 

Was haben Sie sich persönlich für 2017 vorgenommen – und was wünschen Sie sich?

Schmitz: Das kann ich ganz kurz sagen: 2017 ist Bürgermeisterwahl – und ich möchte das Amt danach gerne weiter ausüben.

Empen: Ich wünsche mir, dass die gute Zusammenarbeit so weitergeht, auch im Wahljahr. In der Kommunalpolitik geht es ohnehin nicht um Parteigrenzen. Wir haben eher Kontroversen zwischen einzelnen Ausschüssen als zwischen Mitgliedern unterschiedlicher Parteien. Nachteil ist die mangelnde Trennschärfe.

Schmitz: Ein gutes Klima ist die beste Grundlage, um in Sachentscheidungen weiterzukommen.

 

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erstellt am 28.Dez.2016 | 12:00 Uhr

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