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St. Peter-Ording : Kurze Galgenfrist für Alleebäume

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Nach Protest aus St. Peter-Ording wird in der Wittendüner Allee in dieser Woche nicht mehr gesägt, dafür dann in der kommenden. Der Landesbetrieb Straßenbau beharrt auf seinem Plan.

Nun werden sie erst einmal doch nicht gefällt, die Eschen in der Wittendüner Allee in St. Peter-Ording. 180 Stück sollten in dieser Woche eigentlich aus dem Ortsbild verschwinden (wir berichteten). Doch nach Protest der Gemeinde hatte der Kreis Nordfriesland den Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr (LBV) um ein kurzfristiges Gespräch gebeten. Das soll nun am Freitag mit Vertretern von Kreis und Kommune stattfinden, wie Karl-Heinz Roos, Leiter der LBV-Niederlassung in Flensburg, auf Anfrage erklärte. Damit ist die Fällaktion ausgesetzt. Doch gibt es nur eine kurze Gnadenfrist. Denn für Roos steht fest, dass die Bäume dann in der folgenden Woche umgesägt werden.

Die Ankündigung in der vergangenen Woche, dass die Eschen wegen Pilzbefalls weichen sollen, hatte in St. Peter-Ording und nicht nur dort für Empörung gesorgt. Seit Jahrzehnten prägen sie die Einfallstraße in den Badeort. Für viele Urlauber sind sie der erste Gruß. Laut LBV sind die Bäume vom Eschentriebsterben befallen, eine Krankheit, die zum langsamen Absterben führt. Damit wäre die Allee nicht mehr verkehrssicher. Als Ersatz sollen im Herbst und Winter in St. Peter-Ording, der Eiderdammstraße und zwischen Welt und Garding 153 neue Bäume gepflanzt werden.

Bürgermeister Rainer Balsmeier bemängelt, dass die Gemeinde im Vorfeld nicht über diese Aktion informiert worden sei. Das habe er dann auch in einem Schreiben an den LBV und den Kreis, dessen Untere Naturschutzbehörde für die Genehmigung des Vorhabens zuständig ist, am vergangenen Freitag kundgetan, wie er auf Anfrage erklärte. „Bei einem so gravierenden Eingriff ist die Gemeinde zu informieren, damit das Thema im Umweltausschuss behandelt werden kann.“ Laut Gesetz muss die Kommune jedoch nicht beteiligt werden, so LBV und Kreis.

Auf jeden Fall müssen die Bäume weg, betont Karl-Heinz Roos. Schließlich habe der LBV die Verkehrssicherungspflicht. „Wir tragen die Verantwortung, wenn ein herabfallender Ast oder ein umstürzender Baum jemanden verletzt.“ Alternativ müsste die Straße gesperrt werden, aber das sei ja nicht der Sinn einer Straße. „Aus unserer Sicht ist der Termin am Freitag ein reines Infogespräch. Wir wollen erläutern, warum die Maßnahme erforderlich ist.“ Die Bäume seien vom Landesbetrieb begutachtet worden, so sei man zum Ergebnis gekommen, dass sie nicht mehr verkehrssicher seien. Da der neue Fällzeitraum bereits nach dem 1. März liege, habe der Landesbetrieb eine Ausnahmegenehmigung für die zweite Märzwoche beantragt, die vom Kreis Nordfriesland auch genehmigt worden sei.

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erstellt am 28.Feb.2017 | 12:00 Uhr

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