Löwenstedt : Kunstrasenplatz, Wappen, App – auf der Geest tut sich was

Bringen mit ihren Projekten Bewegung ins Dorf: (v.r.) Helge Petersen, Simon Hansen und Sven Jensen. Zusammen mit LVB Gerd Carstensen und Bürgermeister Holger Jensen präsentieren sie das neue Wappen.
Bringen mit ihren Projekten Bewegung ins Dorf: (v.r.) Helge Petersen, Simon Hansen und Sven Jensen. Zusammen mit LVB Gerd Carstensen und Bürgermeister Holger Jensen präsentieren sie das neue Wappen.

In der Löwenstedter Einwohnerversammlung werden innovative Projekte vorgestellt

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01. Dezember 2017, 09:00 Uhr

Mehr als 150 Einwohner waren der Einladung der Gemeinde zur Bürgerversammlung gefolgt und das lag nicht nur an dem Imbiss, der gereicht wurde, sondern auch an den spannenden Themen, die von drei jungen Nordfriesen vorgestellt wurden. Neben Simon Hansen, der die von ihm entwickelte Straßenbeleuchtungs-App „Knoop“ präsentierte (wir berichteten), stellte Helge Petersen (Löwenstedt) das neue Wappen der Gemeinde vor und Sven Jensen (Haselund) als Vorsitzender des SV Blau-Weiß Löwenstedt das Projekt Kunstrasenplatz.

Helge Petersen führte aus, dass diverse heraldische Kriterien die Gestaltung des Wappens erschwert haben. So sind nur bestimmte Farben erlaubt, die einander nicht berühren dürfen, und auch in Symbolik und Aufbau des Wappens gibt es strenge Vorschriften. Unterstützt wurde der Medienfachwirt bei der Entwicklung von erfahrenen Wappenkundlern wie Ralf Schütt aus Sollwitt und Egon Ossowski aus Handewitt. „Die goldene Grundfarbe“, so Petersen, „steht für das sandige Geestland, die runden Bögen im oberen Bereich symbolisieren die Löwenstedter Sandberge.“ In Blau schlängelt sich das Flüsschen Ostenau diagonal durch die Fläche, mit einer Brücke als Verbindung zwischen den beiden Ortsteilen. Auf Löwenstedter Gebiet weist eine Heidepflanze auf den ursprünglichen Namen Lyungseth (Dorf in der Heide) hin, während auf Ostenauer Seite ein Torfkarren abgebildet ist. Aufgrund der rechteckigen Fahnenform wird das Wappen auf der dazugehörigen Flagge seitlich um sieben blaue und gelbe Balken erweitert. Sie stehen für das Vier-Dörfer-Projekt von Löwenstedt, Haselund, Norstedt und Sollwitt und für die Sieben-Dörfer-Kooperation, die etwa im Sport vorangetrieben wird.

Um den Sport und hier speziell um den Fußball ging es auch im Referat von Sven Jensen, der gemeinsam mit dem Leitenden Verwaltungsbeamten Gerd Carstensen die Notwendigkeit und die Finanzierung eines Kunstrasenplatzes auf dem Gelände des Sportvereins im Detail erläuterte. „Wir haben seit Jahren Probleme mit unserem Trainingsplatz und kommen inzwischen alleine bei unseren 14 Jugend-Mannschaften auf eine Ausfallquote von 30 Prozent. Das bedeutet: Jedes dritte Training muss aufgrund der Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt werden, und wir haben im Umland kaum Ausweichmöglichkeiten.“ Dass immer öfter auch Spiele abgesagt werden müssen, führe zunehmend zu Frust und werde, wenn nichts passiert, den Standort Löwenstedt aus Fußballersicht über kurz oder lang unattraktiv machen. Einzige Lösung, so Jensen, wäre ein Kunstrasenplatz, der das ganze Jahr über zu 99 Prozent bespielbar sei.

Die Kosten bezifferte Gerd Carstensen mit 750.000 Euro, wobei es für so ein Projekt vom Land öffentliche Gelder in Höhe von 250.000 Euro geben könnte sowie 50.000 Euro aus der Aktivregion Eider-Treene-Sorge. Den Rest müsste die Gemeinde selbst aufbringen – oder über Spenden finanzieren. Das war das Stichwort für Sven Jensen, der einen Plan vorstellte, bei dem Firmen und private Sponsoren Teile des Platzes „kaufen“ und ihren Namen später auf einer riesigen Tafel wiederfinden können. Darauf ist ein Spielfeld zu sehen, das in viele kleine und größere „Stammplätze“ unterteilt wird, die den jeweiligen Sponsoren gewidmet werden können. „Der Basis-Löwe spendet pro Quadratmeter (m²) 30 Euro, der Profi-Löwe zählt für 6 m² 150 Euro und der Premium-Löwe 250 Euro für 12 m². Ab 15 m² ist man ein Deluxe-Löwe“, stellte der SV-Vorsitzende den Plan vor, der Spenden in Höhe von 150.000 Euro generieren könnte. Schon jetzt habe man Zusagen von willigen Sponsoren in Höhe von 68.000 Euro, berichtete er. „Damit können wir auch in Kiel Eindruck machen, wenn es darum geht, welche Sportprojekte 2018 vom Land gefördert werden. Das hier ist echt eine Hausnummer. Lasst uns sehen, dass wir das hinkriegen“, empfahl Gerd Carstensen, während Sven Jensen den Zuhörern noch einen Tipp mit auf den Weg gab: „Vielleicht liegt ja schon zu Weihnachten hier und da ein Rasenstück unter dem Tannenbaum.“

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