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Ostereiermarkt in Tönning : Kunst rund um das Ei

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der 28. internationale Ostereiermarkt findet am 12. und 13. März im Tönninger Packhaus statt. 50 Aussteller werden ihre Kunstwerke präsentieren, unter ihnen auch Frauen aus Nordfriesland.

Ein Fest für das Auge ist alljährlich der Ostereiermarkt im Tönninger Packhaus am Hafen. Für alle Fans der ovalen Schönheiten ist es am 12. und 13. März wieder soweit, dann werden 50 Aussteller ihre Schöpfungen in dem historischen Gemäuer präsentieren. Frauke Schulz aus Oster-Ohrstedt organisiert den internationalen Markt, der an beiden Tagen von 10 bis 17 Uhr geöffnet hat. Die Künstler lassen sich im ganz speziellen Ambiente des Tönninger Packhauses gerne auch bei der Arbeit über die Schulter schauen. Zu sehen ist, wie sie ganz normale Hühnereier zu kleinen Kunstwerken verarbeiten, aber auch Gelege von Wachteln, Enten, Gänsen, Straußen oder Nandus kommen zum Einsatz. Wer außergewöhnliche österliche Deko mag oder seine Sammlung erweitern möchte, sollte sich diesen Markt nicht entgegen lassen, denn die Chance, ein echtes Unikat zu ergattern, ist groß.

Viele unterschiedliche Techniken präsentieren die Künstler den Besuchern. So holt beispielsweise eine Husumer Künstlerin einen Hauch Ostasien nach Nordfriesland: Barbara Krebs verziert Eier mit japanischen Motiven. Dafür verwendet sie Washi-Papier aus Pflanzenfasern, das mit modernen Mustern oder auch mit traditionellen Bildern bedruckt sein kann. Dieses ist in Deutschland nur schwer zu bekommen, doch Barbara Krebs hat Glück: Freunde, die häufig nach Japan reisen, bringen ihr gern von dort das benötigte Spezialpapier mit. Das schneidet sie dann auf ebenso spezielle Weise zu und klebt es Streifen für Streifen auf die Eierschale. Sorgfältig geschliffen und poliert wird die Oberfläche wunderbar glatt. An die Washi-Technik wagte sich die 70-Jährige erstmals vor 15 Jahren. Eine Bekannte, die einige Jahre an der Botschaft in Tokio gearbeitet hatte, brachte sie auf diese Idee. „Vorher habe ich Eier mit Hardanger-Stickereien verziert. Die waren vor allem bei älteren Sammlern beliebt. Die Washi-Eier hingegen mögen auch viele Jüngere“, so die Erfahrung von Barbara Krebs.

Astrid Schmidt ist seit 2001 dabei. Die Spezialität der Husumerin sind maritime Motive, die sie mit Künstleracrylfarbe auf Schale bannt. Mit dem Leuchtturm von Westerhever hat die 65-Jährige, die bis vor zwei Jahren noch in Vollerwiek lebte, schon zahllose Eier verziert. „Westerhever wird einfach immer wieder nachgefragt“, sagt sie, malt aber auch diverse andere Leuchttürme. Für den diesjährigen Markt hat sie sich etwas Neues ausgedacht: Sie bettet Eihälften mit Moos aus, steckt Rosenblüten hinein und bearbeitet diese mit einem speziellen Mittel, so dass die Blüten nicht nur über Ostern, sondern jahrelang so frisch und schön aussehen wie am ersten Tag.

Maria Popescu-Thomsen aus Sollwitt bringt traditionelle Batik- und Wachstechniken mit nach Tönning. Ihre Kunst ist das „Beschreiben“ der Eier mit flüssigem Wachs, das sie mit Stecknadelköpfen und anderen speziellen Werkzeugen vorsichtig auf die Schale aufträgt. Bis die Eier fertig sind, durchlaufen sie bei ihr einen langen Fertigungsprozess, mehrere komplizierte Arbeitsschritte und verschiedenfarbige Wasserbäder. Viele ihrer filigranen Muster haben einen Bezug zur orthodoxen Kirche. Da sie aber von Generation zu Generation immer wieder abgewandelt, ergänzt und verfeinert werden, ist am Ende jedes Ei ein wunderschönes Unikat. Gelernt hat Maria Popescu-Thomsen diese aus Nordrumänien stammende Technik in ihrer Kindheit von der Mutter und der Großmutter.

Vor oder nach dem Ostereiermarkt bietet sich ein Spaziergang durch das schöne Hafenstädtchen Tönning an. Ein echter Hingucker ist der österlich geschmückte Brunnen auf dem Marktplatz. Das haben die Jungen und Mädchen der vier Kindergärten in der Stadt mit Unterstützung und im Auftrag des Tönninger Verschönerungsvereins Runder Tisch übernommen. Zudem locken Ladeninhaber mit einem verkaufsoffenen Sonntag.

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