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Ausstellung im Alten Rathaus : Kunst für die Fantasie des Betrachters

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Anke Richter-Teubler und Karin Dreyer stellen gemeinsam im Alten Rathaus in Garding aus. Sie eröffnen den Besuchern individuelle Blicke auf die gemeinsame Werkschau „Brüche“.

Dass Brüche eine Freundschaft beflügeln, mag im ersten Moment widersinnig klingen. Wenn sich zwei so unterschiedliche Künstlerinnen wie Anke Richter-Teubler und Karin Dreyer aber bei einem Thema so einig sind, produziert das nicht nur spannende Kunst, sondern zementiert auch die Freundschaft und Wertschätzung füreinander. Das wurde deutlich bei der Ausstellungseröffnung ihrer gemeinsamen Werkschau „Brüche“ im Alten Rathaus von Garding, die so viele Besucher anlockte, dass die bereitgestellten Stühle bei Weitem nicht ausreichten.

„Kunst lebt von Schöpfungsreichtum, Fantasie, Wagemut und Grenzüberschreitungen, die neue Sichtweisen eröffnen“, stellt Anke Richter-Teubler fest. Ohne Brüche gebe es keine Entwicklung. Ohne Brüche liefe Kunst Gefahr, zur Masche zu verkommen und in Beliebigkeit zu ersticken. Die Friedrichstädterin weiß, wovon sie spricht. Sie hat in ihrer künstlerischen Entwicklung immer wieder eingefahrene Techniken durchbrochen, Bequemlichkeit und Routine im Keim erstickt, stets Neues ausprobiert und mutig experimentiert.

Das gilt auch für Karin Dreyer. Die „Aquarella“ aus Vollerwiek hätten vor ein paar Jahren bei einer Ausstellung in Friedrichstadt mit ihren Monotypien für Verblüffung gesorgt, schildert Anke Richter-Teubler die Vorgeschichte für ihre gemeinsame Ausstellung. Karin Dreyers unübersehbarer Bruch mit Vertrautem und mit Sehgewohnheiten sei dabei so inspirierend gewesen, dass er den Anstoß für die aktuelle Ausstellung gab. Trotzdem hat es noch einige Jahre gedauert, bis aus der Idee ein Plan und schließlich der Vollzug wurde. „Wir haben unser Augenmerk auf Formen gerichtet, die nicht mehr oder noch nicht zu erkennen sind“, stellen beide Künstlerinnen fest. Spannend sei für sie das Brechen als Geschehen zu thematisieren, als ein „Aus-der-Ordnung-fallen“, dessen Konsequenzen völlig offen sind. „Brüche hinterlassen Spuren“, stellt Anke Richter-Teubler in ihrer Einführung zur Ausstellung fest: „Sie sind Wege für das Licht.“ Und für neue Ansätze – für Durchbrüche.

Die abstrakten Ölbilder von Anke Richter-Teubler bestechen durch stimmungsvolle Grauabstufungen voller Hell-Dunkel-Kontraste, die scharfe Konturen in einem nebulösen Umfeld ahnen lassen. Die Künstlerin verzichtet auf Titel, überlässt ihre Arbeiten der Fantasie des Betrachters und ermuntert, sich selbst ein Bild zu machen. Das gilt auch für Richter-Teublers Computer generierte Werke, die lediglich Nummern tragen und viel Interpretationsspielraum zulassen. Karin Dreyers Linoldrucke und Monotypien spüren Strukturen auf, spielen mit Bruchstücken, harten Gegensätzen, Linien und Kanten und überraschender Farbigkeit. Mit dem Durchbruch vertrauter Sehgewohnheiten gibt die Künstlerin Nordsee, Watt und Vorland, aber auch Köpfen und Masken, ein aufregendes, neues Gesicht und Raum für Stimmungen und Gedankenspiele.

Die Ausstellung ist bis zum 22. Mai zu sehen, Öffnungszeiten: donnerstags bis sonntags von 15 bis 18 Uhr, dienstags 10 bis 13 Uhr. Beide Künstlerinnen sind dienstags von 10.30 bis 11.30 Uhr anwesend.

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