Natur wird Kunst : Kunst aus altem Treibholz

Urte Westphal-Kolb mit einem Fundstück und dem daraus entstandenen Bild mit der Ansicht eines Bauernhauses im Astloch.
Urte Westphal-Kolb mit einem Fundstück und dem daraus entstandenen Bild mit der Ansicht eines Bauernhauses im Astloch.

Der Förderverein Kunst und Kultur Eiderstedt organisiert eine Ausstellung im Alten Rathaus in Garding. Die Tönningerin Urte Westphal-Kolb zeigt Holzschnittarbeiten. Als Rohmaterial dient ihr vielfach altes Treibholz, das sie am Strand aufsammelt.

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06. Juli 2014, 09:30 Uhr

Nordfriesische Motive von Land, Meer und Menschen lautet der Titel einer neuen Ausstellung im Alten Rathaus in Garding. Gezeigt werden Holzschnittarbeiten der Tönninger Künstlerin Urte Westphal-Kolb. Als „ehrlichste aller bildnerischen Techniken“ bezeichnete Dieter Staacken vom ausrichtenden Förderverein für Kunst und Kultur Eiderstedt den Entstehungsprozess der schwarz-weißen und auch grau schattierten Bilder, die Landschaften der Westküste, Möwen, Schiffe, Trachten, Akte und religiöse Motive darstellen.

Staacken schilderte den Gästen der Vernissage den beruflichen Werdegang der Kunstschaffenden mit frühem „Drang zur Bilderei“, die während ihrer Urlaubsaufenthalte auf Amrum regelmäßig den Strand nach geeignetem Treibholz absuchte. „Wenn Fundstücke mich mit ihren einzigartigen lebendigen Flächen in ihren Bann zogen, habe ich sie umgedeutet und entsprechend bearbeitet““ ergänzte die Malerin und Galeristin. „Zufall und Einfall bedingen einander.“ So entstanden die Druckstöcke für stimmungsvolle Bilder der Westküste. Zur Demonstration hatte Urte Westphal-Kolb mehrere Holzstücke aus ihrer Werkstatt mitgebracht. Das Publikum erfuhr, wie Astlöcher, Maserungen und andere Strukturen des Holzes sie bereits im Rohzustand zu Ideen inspiriert hatten, die sie später meisterhaft umsetzte.

So arbeitete sie in ein schadhaftes Astloch den Giebel eines Bauernhauses mit erleuchteten Fenstern, das auf einer Warft, von Wolken und Wogen umgeben, den Naturgewalten trotzt. Für die großformatige Darstellung einer Strandszene verwendete sie zusätzlich Sperrholz und neben der üblichen Druckerschwärze auch andere Farben. Zum Bedauern der Künstlerin wird heute anstelle von Treibholz überwiegend Kunststoff an den Stränden angeschwemmt.

Die Ausstellung wird noch bis zum 8. August gezeigt. Das Alte Rathaus ist von Dienstag bis Sonntag von 15 bis 18 Uhr und zusätzlich dienstags von 10 bis 13 Uhr geöffnet.

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