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Projekt Jeans Art : Kunst am Bein und auf dem Rücken

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Eiderstedter Künstler Erhard Schiel hat Kleidung bemalt – und das Husumer Modehaus C. J. Schmidt versteigert die Stücke zugunsten der Krebsgesellschaft. Die will das Geld als Anschubfinanzierung für eine Beratungsstelle in Husum nutzen.

Was passiert, wenn man Kunst und Jeans zusammenbringt? Das hat sich Peter Cohrs, Chef des Modehauses C. J. Schmidt gefragt. Und zusammen mit dem Eiderstedter Künstler Erhard Schiel etwas „gesponnen“, wie er sich ausdrückt. Heraus kam das Projekt „Jeans Art“, das einem guten Zweck dient: Der Anschubfinanzierung für eine Krebsberatungsstelle in Husum.

„Die Mode in diesem Frühjahr ist stark geprägt vom Stoff Denim und der Farbe Blau“, erläutert Cohrs die Ausgangssituation. Dieser Jeans-Stoff sei ein sehr fester, starker Stoff. „Und Erhard Schiel sagte, das kann ich auch auf Denim machen, was ich sonst so mache.“ Was er dann auch tat, und zwar auf fünf Hosen und zwei Blusen, die er mit seinen Motiven verzierte. Da C. J. Schmidt allerdings Mode verkaufe und keine Kunst, sei die Idee einer Versteigerung entstanden: „Ab Sonnabend, 10. Mai, werden die Stücke in der Nähe der Hauptkasse präsentiert“, so Cohrs. Auf einem Zettel oder per E-Mail könne jeder Interessent sein Gebot abgeben, zwei Mal täglich werde der Stand aktualisiert angezeigt. Die Auktion endet am Sonnabend, 24. Mai. „Wir sind sehr gespannt darauf, wie viel am Ende zusammen kommt“, sagt Cohrs. Für die Hosen liege das Mindestgebot bei 150 Euro, für die Blusen bei 100 Euro.

Die Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft freut sich über jede Summe: „In den vergangenen zehn Jahren haben wir sechs Beratungsstellen im Land eingerichtet, aber an der Westküste fehlt noch eine“, sagt Geschäftsführerin Katharina Papke. Dabei sei die Beratung ein wesentlicher Teil der Arbeit: „Das ist eine wichtige Anlaufstelle für Patienten, die nicht mehr stationär behandelt werden, aber trotzdem Hilfe brauchen – zum Beispiel bei administrativen Dingen – und natürlich psychische Unterstützung.“ Man wolle klein beginnen in Husum, so Papke weiter. Gute Psycho-Onkologen als Berater seien verfügbar. „Aber die müssen wir auch bezahlen können. Und wir brauchen als erstes einen Raum mit Möbeln, in dem sich der Patient wohlfühlt und in dem wir zwei Mal pro Woche diese Beratung anbieten können.“

Erhard Schiel gefällt die Idee sehr gut: „In meine Galerie in St. Peter-Ording kommen viele Leute nicht nur zum Bilderkauf, sondern auch, weil es ein Treffpunkt ist. Da sind auch Krebspatienten dabei. Und die reden über ihre Probleme und nicht über Kunst. Daher weiß ich, wie wichtig so eine Beratungsstelle sein kann – das ist eine tolle Sache.“ Und Spaß hat ihm das Projekt auch gemacht: „Ich musste erst einmal die passenden Farben finden, aber das hat gut geklappt. Jetzt sind die Stücke sogar waschbar.“ Als Motive hat Schiel die Skyline von New York, einen Adler, eine Nixe im Wasser, Schmetterlinge, eine Mohnwiese, Blumen und einen Sonnenuntergang gewählt. Und den letzten Schliff – den bekommen die Stücke in den Konfektionsgrößen 38 bis 42 dann an der Kundin selbst.
Die Krebsgesellschaft freut sich über Spenden – auf Konto Nr. 941 849 00 bei der Förde-Sparkasse, BLZ 210 501 70.

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erstellt am 06.Mai.2014 | 12:00 Uhr

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