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Veranstaltung wird international : Kulturnacht als lohnendes Reiseziel

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Friedrichstädter Veranstaltung findet Ende August zum 17. Mal statt. Das Angebot für die Besucher soll erheblich ausgeweitet werden, unter anderem auch auf den gastronomischen Bereich.

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erstellt am 06.Apr.2015 | 12:00 Uhr

Bisher war es eigentlich immer so, dass die ortsansässigen Friedrichstädter Künstler seit 1998 einmal jährlich eine Kulturnacht auf die Beine stellten. Ergänzt wurde sie dann durch Angebote der Museen und manchmal auch des Stadtarchivs. Doch nun soll sie nicht nur größer, sondern auch internationaler und damit für die Besucher noch viel attraktiver werden. Um das zu erreichen, sind neben den Akteuren, den Künstlern, aber auch viele freiwillige Helfer nötig, die sich um das Organisatorische kümmern.

Daher hatte Dieter Kluth zum Workshop Kulturnacht in die ehemalige Schreibwarenhandlung Kruse am Markt, bei Theorie und Praxis, eingeladen. Ein Fest für die Sinne soll es werden, wenn am Sonnabend, 29. August, um 18 Uhr in der Kultur- und Gedenkstätte Ehemalige Synagoge die 17. Friedrichstädter Kulturnacht eröffnet wird. Die Kieler Kulturministerin Anke Spoorendonk hat bereits zugesagt, daran teilzunehmen. Gemeinsam mit dem Friedrichstädter Bürgermeister Eggert Vogt will sie die Nacht um 18 Uhr einläuten. Doch nicht nur wegen des prominenten Besuchs soll den Besuchern ein breiteres Spektrum als bisher geboten werden. Dass dies gelingt, daran herrscht bei den Organisatoren kein Zweifel, denn bereits jetzt hätten sich, so Dieter Kluth, wesentlich mehr Mitmacher angemeldet, als im vergangenen Jahr.

Ziel sei es, mehr in die Breite zu gehen. Beispielsweise wollen einige Künstler befreundete Kunstschaffende einladen, sich an dieser Nacht zu beteiligen. Um das zu Verwirklichen, sind aber neben den Quartieren auch genügend Ausstellungsräume nötig. Und hier kommt die Leerstandsinitiative der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland ins Spiel, denn dort werden Leerstände erfasst. In Gesprächen mit den Hausbesitzern könnte versucht werden, Räume für die Kulturnacht zur Verfügung zu stellen, als provisorisches Atelier oder Schauraum.

Möglicherweise kommen nämlich sogar aus dem fernen Japan Künstler an die Treene. Durch private Kontakte wurden mit Hilfe des Friedrichstädter Touristbüros Flyer zur Kulturnacht ins Japanische übersetzt und nach Tokio auf den Weg gebracht. Hintergrund: Viele japanische Touristen besuchen kulturelle Veranstaltungen südlich der Elbe, doch hoch in den Norden kommen nur sehr wenige – dabei biete Friedrichstadt doch eine intakte historische Altstadt und natürlich die Kulturnacht. Dabei, so sind die Organisatoren überzeugt, sei die Kulturnacht schon jetzt ein lohnendes Ausflugsziel – und sie werde bis zum Stadtjubiläum im Jahr 2021 immer weiter ausgebaut, so die Absicht.

Entscheidend, so Konsens aller Workshopteilnehmer: Das Programm muss stimmen. Bislang war es so, dass die einzelnen Künstler ihre Ateliers und Privathäuser geöffnet hatten. Neben kleinen Aktionen gab es auch eine Glas Wein oder Bier sowie Snack . Nun ist das Ziel, auch die Gastronomie in das Geschehen einzubeziehen. Dieter Kluth hat dazu eine Strategie entwickelt. „Es besteht jetzt die Chance, durch ein noch umfassenderes Konzept die Kulturnacht in den Folgejahren für Besucher noch anziehender zu machen. Unter dem Motto ein Fest für die Sinne könnte ein Mix aus Kunst, Literatur, Gastronomie, Kunsthandwerk, Musik und Aktionen zum Zuschauen, Zuhören, Schmecken, Riechen, Fühlen, Mitmachen und Wohlfühlen die Gäste begeistern.“

Ein Problem allerdings hat die Kulturnacht, es fehlt an den nötigen finanziellen Mitteln, um ein wirklich großes Programm auf die Beine zu stellen. So wird unter anderem darüber diskutiert, eine zwölfköpfige Artistentruppe anzuheuern. 1000 Euro verlangt die Gruppe aus Plön, maximal 700 Euro können gezahlt werden. Nun muss verhandelt werden. Daher suchen die Kunstschaffenden dringend Sponsoren, die die Initiative unterstützen. Denn eine Kulturnacht lockt nicht nur an einem Abend im August Gäste nach Friedrichstadt. Sie könnte generell die Attraktivität des kleinen Holländerstädtchens steigern und auch zu einem Besuch zu einer anderen Jahreszeit animieren. Daher sollen möglichst auch Kooperationen mit Medien und anderen Organisationen, wie etwa dem SH-Musik-Festival, Musiklehrern und deren Schülern sowie Musicals getroffen werden.

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