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Plan für zwölf Jahre : Kultur soll mehr Menschen erreichen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

21 Monate lang ist daran gearbeitet worden. Jetzt ist Nordfrieslands Kulturentwicklungsplan für die nächsten zwölf Jahre fertig.

von
erstellt am 29.Jun.2016 | 10:00 Uhr

Monatelange Kärrnerarbeit liegt hinter den Beteiligten – nun ist er da, der Kulturentwicklungsplan des Kreises für die kommenden zwölf Jahre. Der Kultur- und Bildungsausschuss brachte das fünfseitige Papier, an dem eine aus den eigenen Reihen gebildete Arbeitsgruppe unter Leitung des Ausschussvorsitzenden Gary Funck bei 22 Treffen gefeilt hat, auf den Weg. Über den Entwurf hat abschließend der Kreistag am 15. Juli zu befinden – 21 Monate, nachdem das Gremium den Auftrag erteilt hatte, ein solches Konzept in Zusammenarbeit mit der Stiftung Nordfriesland zu erstellen. Als Budget standen für den Planungsprozess 15  000 Euro zur Verfügung – und als externer Berater Guido Froese, Geschäftsführer des Nordkollegs Rendsburg und Vorsitzender des Landeskulturverbandes.

Eine der zentralen Botschaften ist in der Präambel der Vorlage zu finden: „Für den Kreis Nordfriesland ist Kultur kein Luxus, sondern ein elementares Grundbedürfnis der Menschen und somit Teil der Daseinsvorsorge sowie eine wichtige Investition in die Zukunft.“

Unter der Zwischenüberschrift „Wir sind NF“ will sich der Kreis „verstärkt für den Erhalt der Sprachenvielfalt und Traditionen einsetzen“. Angekündigt wird auch der Aufbau einer Datenbank für das kulturelle Erbe – wichtig dabei: Traditionen nicht einfach nur statisch zu erhalten, sondern vielmehr zu leben und ständig weiterzuentwickeln. Tradition dürfe nicht zum musealen Gegenstand werden, „sondern unterliegt den Anpassungen und Veränderungen über Generationen“.

Insgesamt, so heißt es im Entwurf zum Kulturentwicklungsplan weiter, sollen das Image und die Identität der ländlichen Gemeinden gestärkt werden. Damit man sich gemeinsame Strategien überlegen könne, sei eine enge Vernetzung der kulturellen Akteure in den Kommunen unabdingbar. An dieser Stelle kommt der Campus Nordfriesland ins Spiel, der in Zusammenarbeit mit dem Kulturknotenpunkt Nordfriesland  /  Nordschleswig an der Nordsee-Akademie in Leck aufgebaut wird. Der Campus hat die Aufgabe, die Kultur- und Bildungsangebote in der Fläche besser abzustimmen, um ein breiteres Spektrum zu erhalten und Doppelstrukturen zu vermeiden.

Unter dem Stichwort „Kultur ohne Barrieren“ sieht der Kreis ein großes Problem auf der sozialen Ebene. Kultur müsse auch den Weg zu Menschen finden, die bislang keinen Zugang zum entsprechenden Angebot hätten, heißt es dazu. Gewährleistet werden soll dies mit einem – nach Möglichkeit über die Wirtschaft oder Privatpersonen finanzierten – Fonds für gesponserte Eintrittskarten, die zum Besuch ausgewählter Veranstaltungen berechtigen.

Was die eigenen „Erfolgsfaktoren“ angeht, so steht der Kreis weiterhin zu seinen Beteiligungen am Museumsverbund NF, am Büchereiverein Schleswig-Holstein und am Landestheater – sieht eine ständige Steigerung der Mitgliedsbeiträge aber kritisch. Sowohl beim Landestheater als auch bei den Museen gelte es, mehr Menschen im Kreisgebiet zu erreichen. Die Kreismusikschule werde auch in Zukunft unterhalten: „Doch hier müssen mittelfristig Umstrukturierungen und Änderungen stattfinden, um den steigenden Zuschussbedarf effektiv einzudämmen.“

Mehr Innovation in Sachen Kultur – dazu ermutigt der Kreis und denkt dabei gerade an den Bereich der jungen und alternativen Kunst. Dazu wird neben dem bewährten Hans-Momsen-Preis eine weitere regelmäßige Auszeichnung für besonders innovative und neuartige Kunst- und Kulturprojekte ausgelobt, gekoppelt an eine einmalige Projektförderung. Die Verknüpfung von Kultur und Natur wird als „äußerst interessant“ angesehen – hier könne ein mögliches Alleinstellungsmerkmal entstehen.

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