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Lob und Kritik : Kultur-Festival: Neuauflage ist offen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ob es eine Neuauflage des nordfriesischen Kultur-21-Festivals in Husum geben wird, ist offen. In einer Bürger-Runde gab es Kritik an den Werbeaktionen und Lob für die Kunstausstellung bei der Premiere.

Es war ein bisschen wie mit dem Kultur-21-Festival selbst. Sie dachten, der „Jour fixe“ fände im Husumer Schloss statt, erklärten fünf Nachzügler entschuldigend. Dabei stand in der Einladung ganz klar das Nordsee-Congress-Centrum (NCC) als Sitzungsort. Immerhin: Damit waren die etwa 50 Versammelten auch gleich beim Thema. Es ging um Schein und Sein, um das, was gut und was schlecht war – bei dieser ersten Leistungsschau der nordfriesischen Kulturszene Ende September im Husumer NCC.

Vier Themen drängten sich dabei immer wieder in den Vordergrund: Kommunikation, Sponsoring, Marketing und Eintrittspreise. Ja, das Sponsoring sei zu spät gestartet worden, räumte Johanna Jürgensen ein, wollte die Kritik am Marketing aber so nicht stehen lassen. Nachdrücklich verwies die Projektleiterin und Leiterin des Fachdienstes Kultur beim Kreis auf die Kultur-21-Internetseite, auf 50.000 Festival-Flyer, die im Vorwege verteilt worden sind und auf ein Journal: „Das haben wir noch fünf Tage vor Beginn der Veranstaltung aus dem Boden gestampft.“ Nicht „noch“, sondern „erst“ müsse es heißen, monierte eine Besucherin.

Andere wiederum kritisierten, „nirgendwo im Kreisgebiet auch nur ein Festival-Plakat gesehen“ zu haben. Zudem sei die Werbung in Rundfunk und Fernsehen „ein Totalausfall“ gewesen, hieß es. Die mäßige Außenwirkung habe sich dann während des Festivals nach innen fortgesetzt. Künstler seien nicht als solche erkennbar gewesen, und mancher Besucher habe sich auf dem Markt der Möglichkeiten in der Messehalle verloren gefühlt. Andererseits habe der Lärmpegel dort viele Festival-Teilnehmer an den Rand des Hörsturzes gebracht.

Sollte es eine Neuauflage geben, müssten Aktivitäten und Bedürfnisse der Beteiligten besser aufeinander abgestimmt werden, waren sich die Besucher des „Jour Fixe“ einig. „Die Lücken zwischen Wunsch und Wirklichkeit sind in der Tat recht groß gewesen“, räumte auch ein Mitglied des Planungsteams ein. Das habe vor allem für die Besucherzahlen und die Eintrittsgelder gegolten. Mit 4386 seien erstere ebenso hinter den Erwartungen zurückgbelieben wie letztere mit 15.000 Euro. „Gefühlt hätten zehnmal so viele Leute da sein dürfen“, fasste eine Besucherin zusammen. Vergleichszahlen wollte Jürgensen übrigens nicht nennen, um der morgigen Sitzung des Kultur- und Bildungsausschusses im Kreishaus in Husum nicht vorzugreifen (Beginn 14.15 Uhr, Sitzungssaal „Eiderstedt“). Doch unabhängig vom Gesamtergebnis seien zwölf Euro Eintritt für viele Besucher, besonders für Familien, einfach zu viel gewesen, hieß es. Wohl auch ein Grund, warum am Ende weniger erreicht worden sei als gewünscht. Am Programm habe es jedenfalls nicht gelegen. „Das war ebenso gut wie die Organisation vor Ort“, lobten die Teilnehmer und räumten ein, dass Johanna Jürgensen nur ein sehr kleines Team zur Verfügung gestanden hatte, um diese große Sache zu stemmen. Viel Lob gab es auch für die Kunstausstellung und dafür, dass durch Kultur-21 Menschen zusammengefunden hätten, die bisher nicht viel voneinander wussten, aber künftig weiter zusammenarbeiten wollen.

Dessen ungeachtet ist völlig offen, ob und wenn ja, wie es mit dem Kultur-21-Festival weitergehen wird. Jürgensen fasste die dafür erforderlichen Voraussetzungen am Ende der Sitzung zusammen: die Partnerschaft mit dem NCC, der Wunsch der nordfriesischen Kultur-Szene nach einer Neuauflage, die Bereitschaft von Sponsoren, das Projekt zu unterstützen, die Zustimmung der Politik und die Bereitstellung von personellen Ressourcen.

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