Nordfriesland : Kultur-Etat ist „Achterbahnfahrt“

Die friesische Arbeit im Kreis Nordfriesland wird in diesem Jahr stärker gefördert.
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Die friesische Arbeit im Kreis Nordfriesland wird in diesem Jahr stärker gefördert.

Der Vorsitzende der Stiftung Nordfriesland möchte Rücklagen bilden, um mehr Sicherheit für die Haushaltsplanungen zu erreichen. Neue Nachbarschaftsprojekte mit den Dänen sind in Arbeit.

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12. April 2018, 14:00 Uhr

Ein Aktionär muss mit dem Unberechenbaren rechnen. In Nordfriesland trifft dies auf die Kulturstiftung zu. Denn sie wird vor allem über die Dividendenausschüttung der Hanse-Werk AG finanziert. Nun waren aus den angekündigten 100 Millionen Euro plötzlich 90 Millionen geworden: Der Anteil für die Nordfriesen belief sich deshalb nur auf etwa 2,6 Millionen Euro.

Der Haushaltsplan 2018 für die Stiftung ist in Erträgen und Aufwendungen mit etwa 3,7 Millionen Euro im jüngsten Kreistag in Husum einstimmig genehmigt worden. Die höhere Summe ergibt sich durch eigene Einnahmen aus verschiedenen Einrichtungen. Investitionsmaßnahmen sollen 2018 aus vorhandenen Mitteln in Höhe von 20.000 Euro bestritten werden.

„Unser Haushalt ist eine Achterbahnfahrt, denn wir sind ja abhängig von der Ausschüttung. Wir können ohnehin immer erst im November/Dezember planen, obwohl wir auch eine Verantwortung als Arbeitgeber haben. Deshalb brauchen wir Rücklagen – wir müssen Möglichkeiten finden, um Schwankungen abzufedern“, erklärte der Vorsitzende des Kultur- und Bildungsausschusses sowie des Kuratoriums der Stiftung Nordfriesland, Gary Funck, den Abgeordneten.

Der Haushalt der Stiftung bezieht sich auch auf Museen (Schloss vor Husum, KZ-Gedenkstätte in Schwesing, Haizmann-Museum für moderne Kunst, Roter Haubarg) und die Kreismusikschule. Da die Stiftung kein eigenes Personal beschäftigt, werden dem Kreis Aufwendungen in diesem Bereich für die Musikschule und für Verwaltungskosten erstattet.

In diesem Jahr stehen zwei Projekte auf dem Plan, die voraussichtlich zu 100 Prozent durch die Kulturvereinbarung Sønderjylland-Schleswig gefördert werden: der deutsch-dänische Musikschultag und deutsch-dänische Workshops an der KZ-Gedenkstätte Schwesing. Insgesamt sind Zuwendungen in Höhe von 43.000 Euro eingeplant.

Mit 25.000 Euro ist die Unterstützung des Skandaløs-Musikfestivals in Neukirchen am Hülltofter Tief in den Haushaltsplan aufgenommen worden. Auf 2018 begrenzt sind 3000 Euro für ein Kunstprojekt in der dänischen Partner-Kommune Tondern: Unter dem Namen „HavFald“ wird dort eine Kunstinstallation zum Thema Meeresabfälle gezeigt.

Der Zuschuss zur Förderung der friesischen Arbeit ist 2018 um 15.800 auf 81.700 Euro erhöht worden, wobei der Löwenanteil an das Nordfriisk Instituut in Bredstedt geht. Im nächsten Jahr soll das Kuratorium hierüber allerdings neu beschließen. Der Betrag für das alternative Kulturzentrum „Speicher“ in Husum wird um 6800 Euro aufgestockt und beläuft sich damit auf 25.600 Euro. Eine weitere gute Nachricht betrifft den Hans-Momsen-Preis: Die mit 4500 Euro dotierte Kulturauszeichnung wird in diesem Jahr wieder vergeben, nachdem 2017, um zu sparen, kein Preisträger gesucht worden war.

Einstimmig beschlossen hat der Kreistag auch die Kofinanzierung inklusive Personalstunden für ein neues grenzüberschreitendes Kulturprojekt in der Region Sønderjylland-Schleswig, das von der Europäischen Union im Rahmen des Programms „Interreg-5a“ gefördert wird. Das noch laufende Vorhaben „KursKultur“ endet am 30. Juni 2019 und war am 1. Juli 2015 gestartet worden. Der Nachfolger soll dann bis 2023 laufen und umfasst: Angebote in den Bereichen Kultur, Sprache, Kinder, Jugend und Freizeit – dazu gehören grenzüberschreitende Begegnungen von Kindern und Jugendlichen; ein Wissenscenter für Deutsch und Dänisch als Nachbarsprachen – Schulpartnerschaften stehen mit auf der Agenda, außerdem sollen im Rahmen dieses Arbeitspaketes kommunale Partner aus der Fehmarnbelt-Region und eine Reihe von Ausbildungseinrichtungen einbezogen werden sowie eine engere Zusammenarbeit von Schulen und Kulturinstitutionen.

Bereitgestellt werden aus Mitteln der Kulturstiftung 5199 Euro für das zweite Halbjahr 2019 und von 2020 bis 2023 jährlich 10.200 Euro; dazu kommen jährlich 1342 Euro aus dem Budget für Bildung und 1342 Euro aus der Jugendhilfe für 2019 bis 2023.

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