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Wichtiges Ehrenamt : Kultur benötigt mehr Engagement

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Vorstand des Fördervereins für Kunst und Kultur Eiderstedt freut sich über vier neue Mitstreiter. Denn der Vorsitz muss im Frühjahr neu besetzt werden. 83 Prozent der Mitglieder lehnten eine Mitarbeit ab.

25 Jahre besteht der Förderverein für Kunst und Kultur Eiderstedt (FKE) – ein Grund zum Feiern, aber auch zum Nachdenken. Zu letzterem hatte der Vorstand seine Mitglieder zum Abschluss des Jubiläumsprogramms aufgefordert. Mit einem Workshop sollten die Weichen für die Zukunft gestellt werden – Arbeitstitel „25 Jahre und wie weiter?“. Frank Simoneit von der Fachhochschule Westküste moderierte ihn. Rein ehrenamtlich organisiert, ist der FKE ein wichtiger und maßgebender Bestandteil des Kulturlebens auf der Halbinsel – mit seinen Ausstellungen in Garding, den Literaturkreisen und der Kunstwerkstatt für Kinder. Zudem hat er Impulse für weitere Veranstaltungen wie die Eiderstedter Kultursaison oder die Kunstinitiative St. Peter-Ording gegeben. Doch nun hat er ein personelles Problem: „Lasst uns innehalten und nach einer Lösung suchen, denn es brennt lichterloh.“ Mit diesem Appell begrüßte die Vorsitzende Karen Seggelke, die zahlreichen Vereinsmitglieder und andere Kunstinteressierte im Alten Rathaus in Garding. Der Hintergrund: Sie wird bei den Wahlen im März nicht wieder kandidieren, und bisher hat sich niemand für die Übernahme des Amtes gefunden. Außerdem ist die Stelle des Co-Vorsitzenden seit geraumer Zeit vakant und auch weitere Posten in der Führungsriege könnten zur Disposition stehen.

Zum Auftakt des Workshops präsentierte Frank Simoneit von der Fachhochschule Westküste die Ergebnisse einer Fragebogenaktion unter den Mitgliedern. Die wissenschaftliche Begleitung und Auswertung erfolgte durch sein Institut für Management und Tourismus. 70 von mehr als 200 Vereinsmitgliedern hatten „ehrlich und umfassend“ darauf geantwortet. „Das ist eine gute Quote“, betonte der Moderator. Noch beeindruckender sei die besonders positive Bewertung der Vereinsarbeit: 93 Prozent waren damit zumeist „sehr zufrieden“. Besonders wichtig waren den meisten Teilnehmern die regelmäßigen Ausstellungen sowie der Austausch untereinander. Ein Drittel von ihnen wünschte sich mehr Zusammenarbeit mit anderen Kunstvereinen. Wenig Bedeutung wurde allerdings den Aufgaben der internen Organisation und Verwaltung beigemessen.

Als besonders „schmerzhaft“ bezeichnete es Simoneit, dass 83 Prozent der Rücksender eine aktive Beteiligung am Vorstand ablehnten. Die am häufigsten genannte Begründung dafür lautete: „Keine Zeit“.

In der Aussprache wurde deutlich, dass die jetzigen Ehrenamtler bis an die Grenze der Leistungsfähigkeit belastet sind. Das belegte Schatzmeisterin Carmen Leden, als sie ihre Aufgaben im einzelnen schilderte. Sie gehörte wie Klaus-Peter Schulz und Thomas Bartram zu den Teilnehmern der Runde, die sich für ein verringertes Angebot aussprachen, um den Arbeitssaufwand zu reduzieren.

Bislang seien die Versuche, einzelne Aufgaben auf andere Mitglieder zu delegieren, wiederholt gescheitert, bemerkte Karen Seggelke. Deshalb wurde die Beschäftigung einer Aushilfskraft für die Erledigung der Verwaltungsaufgaben erwogen. Die zusätzlichen Kosten hierfür hätten jedoch die Erhöhung der Beiträge zur Folge. Dieter Staacken sprach sich dagegen aus, einzelne Aufgaben zu honorieren und erinnerte an die Helferinnen, die unentgeltlich die Ausstellungen beaufsichtigen. Viel Zustimmung erntete er für seine Idee einer vermehrten Teambildung und einem rotierenden Wechsel an der Spitze des künftigen Vorstands. „Wer könnte sich vorstellen, im künftigen Vorstand mitzuarbeiten?“ Auf diese Frage meldeten sich Inka Langer, Jürgen Guckes, Yoli von Manowski und Andrea Gerdau und stellten sich den erleichtert applaudierenden Anwesenden vor. Zuvor hatten sich Beisitzerin Frauke Petersen, Carmen Leden und Schriftwart Werner Hajek grundsätzlich bereit erklärt, erneut zu kandidieren.

„Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, erklärten Klaus Dreyer und Dieter Staacken am Ende der mehrstündigen Veranstaltung. Die FKE-Chefin dankte dem Vortragenden und seinem Team für den kostenlosen Wissenstransfer und sagte: „Den Vorsitz zu haben, kann auch erfüllend sein und Spaß machen.“





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