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Nach Orkan und drei Sturmfluten : Küstenschutz muss Vorrang behalten

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Deicherhöhungen der vergangenen Jahrzehnte haben sich bewährt, sagt Nordfrieslands Landrat Dieter Harrsen. Der Vorrang des Küstenschutzes dürfe nicht angetastet werden.

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erstellt am 08.Dez.2013 | 07:00 Uhr

Erst das Orkantief „Christian“, dann „Xaver“ mit drei Sturmfluten – ist Nordfriesland mit einem blauen Auge davongekommen?
Landrat Dieter Harrsen: Bei „Christian“ nicht, bei „Xaver“, so wie es bis jetzt aussieht, schon. Aber „Christian“ hat neben zahlreichen anderen Schäden so viele Bäume umgeworfen, dass die Spuren des Orkans noch jahrzehntelang sichtbar bleiben werden.

Sie hatten Katastrophen-Voralarm ausgelöst – war die Lage so ernst?
Das hatte rechtliche Gründe: Wir brauchten den Voralarm, um die Deichgänger in Marsch setzen zu können. Wir sind aber immer davon ausgegangen, dass wir die nächste Stufe, den Katastrophenalarm, nicht würden auslösen müssen.

Am Ende war es für alle Einsatzkräfte auch eine wichtige Übung für den echten Katastrophenfall. Hat aus Ihrer Sicht alles geklappt?
Ja. Von der Rettungsleitstelle in Harrislee über den Krisenstab im Kreishaus und unsere sieben regionalen Stäbe bis hin zu den einzelnen Gruppierungen von Feuerwehr, THW, DRK, DLRG, Polizei, Bundespolizei, Landesbetrieb für Küstenschutz und Bundeswehr können wir uns auf eingespielte, hochmotivierte Teams verlassen. Das freut mich sehr, und dafür bin ich allen Beteiligten sehr dankbar.

Mahnen uns die Ereignisse, dass nicht nachgelassen werden darf in punkto Küsten- und Klimaschutz?
Schwere Sturmfluten wie die von „Xaver“ kommen ungefähr alle zehn Jahre bei uns vor. Sie zeigen, dass es richtig war, die Deiche in den letzten Jahrzehnten signifikant zu erhöhen. Ob der Klimawandel hineinspielt, steht ja nicht zweifelsfrei fest, aber ich fände es absolut fahrlässig, wenn wir in unseren Anstrengungen zum Klimaschutz nachlassen würden.
Welche Botschaft haben Sie Ministerpräsident Torsten Albig und Minister Andreas Breitner bei deren Besuch im Krisenstab mitgegeben?
Ich habe ihnen für das Engagement des Landes in Sachen Deichbau in den letzten Jahrzehnten gedankt und die Notwendigkeit weiterer Küstenschutzmaßnahmen betont. Der Vorrang des Küstenschutzes darf bei Planungen und gesetzlichen Maßnahmen nicht angetastet werden. Außerdem habe ich landesweite Katastrophenschutz-Übungen angeregt, denn in der überregionalen Zusammenarbeit sehe ich durchaus noch Luft nach oben.

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