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Deichschau auf Pellworm : Küstenschützer in großer Sorge

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Verzögerung von Genehmigungsverfahren und erschwerte Bedingungen bereiten den Fachleuten Kopfzerbrechen. Der Bürgermeister kritisierte unter anderem, dass auf der Insel die zweite Deichlinie fehle, das Material dafür aber kaum zu beschaffen sei.

„Wie sollen wir unsere Deiche noch sicherer machen, wenn ständig neue Auflagen und langwierige Genehmigungsverfahren zu jahrelangen Verzögerungen führen und einige Sicherungsmaßnahmen fast unmöglich werden?“, kritisierte Jürgen Feddersen die immer schwierigere Situation, vor der die Küstenschützer in den vergangenen Jahren stehen. Gemeinsam mit den Deichbauern vom Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) war Pellworms Bürgermeister jetzt zur Herbstdeichschau auf seiner Insel unterwegs. Am Ende der Sichtung waren sich die Teilnehmer aber doch noch einig, „die Deiche auf Pellworm befinden sich in einem sehr guten Unterhaltungszustand“.

Trotz des derzeit positiven Ergebnisses mahnte auch Deichgraf Ernst-August Thams vor weiteren Einschränkungen. „Wir machen uns Sorgen, wie die Deichsicherheit auf Pellworm auch künftig gewährleistet werden kann.“ Es fehle die zweite Deichlinie, Material für den Bau sei kaum zu beschaffen, Sand aus dem Wattenmeer dürfe nicht mehr abgebaggert werden. So werde man auch Probleme in Bezug auf künftige Deichverstärkungen bekommen. Selbst für den Bau weiterer Buhnen zur Regulierung der Strömungsverhältnisse müssten Ausgleichsflächen geschaffen werden. „Wie wir das bewerkstelligen sollen, ist noch unklar, das wird uns noch einiges Kopfzerbrechen machen“, stellte LKN-Baubetriebsleiter Dieter Schultz fest.

Im Bereich der Tammenwarft begutachteten die Teilnehmer den vor einiger Zeit instandgesetzten Anleger. Um das Anlegen von Booten noch unproblematischer zu machen, hat die Gemeinde jetzt eine zusätzliche Holzkonstruktion anbringen lassen. Die hier festgestellten Schäden an den Banketten des Deichverteidigungsweges sollen von der Gemeinde behoben werden, war man sich einig. Vor dem Norderkoog werden die im Frühjahr begonnenen Arbeiten zur Entwässerung des Deichfußes sowie die Wiederherstellung der Hauptentwässerung fortgeführt, kündigte Schultz an. „Daran müssen wir auch in den kommenden Jahren dringend weiter arbeiten“, betonte der Baubetriebsleiter.

„Es war sehr interessant, über die Probleme direkt vor Ort informiert zu werden“, so stellvertretenden Landrat Jörg von Sobbe. Er will sich dafür einsetzen, dass notwendige Maßnahmen zum Schutz der Küsten künftig schneller in die Wege geleitet werden.

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