Pionier-Projekt : Künftig immer auf dem Laufenden

Enthüllen die neue Anzeigetafel in Dagebüll: (v. l.) Dr. Frank Nägele, Ingo Dewald, Jörg-Friedrich von Sobbe und Axel Meynköhn.
Enthüllen die neue Anzeigetafel in Dagebüll: (v. l.) Dr. Frank Nägele, Ingo Dewald, Jörg-Friedrich von Sobbe und Axel Meynköhn.

Ein Fahrgast-Informationssystem der Wyker-Dampfschiffsreederei und der Norddeutschen Eisenbahngesellschaft ist ein Vorreiter für Schleswig-Holstein. Gäste erfahren während ihrer Reise sofort Wichtiges zu Verbindungen.

shz.de von
08. Mai 2015, 09:00 Uhr

Vier bedeutende Männer zogen die Flagge in den Schleswig-Holstein-Farben hoch: So wurde in Dagebüll das neue Dynamische Fahrgast-Informationssystem (DFIS) der Wyker Dampfschiffs-Reederei (WDR) und der Norddeutschen Eisenbahngesellschaft (NEG) Niebüll offiziell eingeweiht. Staatssekretär Dr. Frank Nägele aus dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie des Landes Schleswig-Holstein vollzog den Akt gemeinsam mit dem NEG-Geschäftsführer Ingo Dewald, Nordfrieslands stellvertretendem Landrat, Jörg-Friedrich von Sobbe, und dem WDR-Geschäftsführer Axel Meynköhn. Die Landesflagge hatten sie von der neuen Anzeigetafel am Bahnsteig in Dagebüll-Mole gezogen. In das Projekt sind mehr als eine Million Euro investiert worden.

Damit geht nach mehrjährigen Vorbereitungs- und Planungsarbeiten ein in Schleswig-Holstein in dieser Form einmaliges Informationssystem in Betrieb. Urlauber und Einheimische, die mit dem Zug anreisen und nach Amrum oder Föhr wollen, erfahren künftig in Echtzeit Entscheidendes zu ihren Verbindungen und Anschlüssen, vor allem zu eventuellen Verspätungen. In diesem Fall „liefert“ das System die nächsten erreichbaren Verbindungen, und es gibt zusätzliche Hinweise, etwa auf ein kurzfristig eingesetztes Sonderschiff. Und dies sowohl auf den Bahnsteigen und den Zügen der NEG Niebüll als auch in den Fährhäfen und auf den Schiffen der WDR.

Moderne Displays und Bildschirme bieten aktuelle Informationen und begleiten den Reisenden entlang seiner gesamten Tour zwischen Niebüll und den Inseln Föhr und Amrum. Durch entsprechende Schnittstellen kann das System jederzeit auf andere Verkehrsunternehmen erweitert oder mit ihnen vernetzt werden: beispielsweise mit den Eisenbahnunternehmen auf der hoch frequentierten Strecke Hamburg-Westerland. Die Mitarbeiter der Reederei und des Eisenbahnunternehmens hoffen, dass es in Zukunft zu solchen Erweiterungen kommt und ihre Kunden damit auf einem noch längeren Abschnitt ihrer Reise auf diesen Service zurückgreifen können.

Finanziert haben das DFIS verschiedene Partner: Die Häfen Dagebüll, Wittdün und Wyk gaben zusammen 400.000 Euro, die Sylter Verkehrsgesellschaft 370  000 Euro, die NEG 200.000 Euro und die WDR 100.000 Euro. Vom Kommunalen Zweckverband Sylt kamen 130.000 Euro und vom Land Schleswig-Holstein 45.000 Euro. Bei Ihrer Investition hatten beide Unternehmen auch die neue „Tourismusstrategie Schleswig-Holstein 2025“ des Landes im Blick: Denn das neue DFIS informiert über die Möglichkeiten des barrierefreien Reisens und erleichtert die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel als Mobilitätsalternative im Urlaubsland zwischen den Meeren.

„Wir werden das Thema Echtzeit-Information in ganz Schleswig-Holstein anpacken. Deshalb sehe ich dieses Pionier-Projekt als Trendsetter“, erklärte Dr. Frank Nägele. Er versprach, sich darum zu kümmern, dass die Vernetzung des Systems mit den Zügen der Marsch-Bahn möglichst schnell umgesetzt wird. „Es ist eine große Herausforderung, an der wir da werkeln“, so Nägele. Langfristig sei angedacht, alle Busse und Bahnen, die im Verbund „Nah SH“ unterwegs sind, mit diesem System auszustatten.

„Wir freuen uns sehr, mit dem neuen System einen noch besseren Service für unsere Fahrgäste bieten zu können“, waren sich Axel Meynköhn und Ingo Dewald einig.

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