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Profis kappen Bäume : Krokus-Schwund in Friedrichstadt

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Schwund an Krokussen auf dem Friedrichstädter Marktplatz soll bekämpft werden Zudem sollen künftig Profis die Pflege von Bäumen in der Innenstadt übernehmen.

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erstellt am 16.Feb.2017 | 09:00 Uhr

Warum eigentlich, fragten sich Bürgermeister Eggert Vogt und Ordnungsamts-Mitarbeiterin Femke Postel, vermehren sich die Krokusse auf dem grünen Markt in Friedrichstadt nicht so, wie sie es sollten. Wenn die Frühlingsblüher wegen ihrer Farbenpracht zahlreiche Touristen in die Stadt locken, zeigten sich nämlich auffällige Lücken. Und dies besonders im nördlichen Bereich, stellten beide in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umweltschutz, Landschaftspflege, Energie und Technik im Rathaus des Holländerstädtchens fest. Einig war sich das Gremium schließlich, dass für Abhilfe gesorgt werden soll.

Wie das im Einzelnen aussehen wird, steht noch nicht fest. Aber die Ausschuss-Mitglieder folgten dem Vorschlag von Femke Postel, einen Fachmann nach den Ursachen suchen zu lassen. Denn der vermutete Grund, die Verdichtung des Bodens als Nachwirkung von Veranstaltungen auf dem historischen Marktplatz, könne ausgeschlossen werden, hieß es. Vorstellbar sei auch, dass Schüler der Gemeinschaftsschule an einer konzertierten Pflanzaktion teilnehmen. Immerhin müssten aber rund 50  000 Zwiebeln gesetzt werden, eine Aktion, die nicht an einem Tag zu bewerkstelligen sei. Es herrschte Einigkeit, dass die Krokusse für den Tourismus nicht ganz unwichtig seien.

Ohnehin stand die Flora im Fokus der Sitzung. Friedrichstadt und seine Bäume ist nämlich ein Thema, das schon seit Jahren immer wieder die Gemüter der Bürger erregt. Kein Wunder also, dass ein Einwohner nachfragte, warum denn im Naturerlebnisraum einige Silberpappeln mit einem roten Punkt gekennzeichnet seien. Diese Bäume könnten im Gegensatz zu den schon gefällten Bastardpappeln nämlich gut 500 Jahre alt werden. Weder der Bürgermeister noch die Ordnungsamts-Mitarbeiterin konnten mitteilen, ob der Punkt nun Fällung oder nur Kronenpflege bedeuten solle. Auf alle Fälle warte man auf das bestellte Gutachten, in dem unter anderem dies genau erläutert werde. Femke Postel war sich aber sicher, dass es Kronenpflege bedeute, denn an einigen Bäumen in der Stadt gebe es neben dem roten Punkt auch den Buchstaben F – fällen.

Doch zurück zum Marktplatz. Mit Unterstützung des Denkmalschutzes wurden dort nach einem missglückten ersten Versuch neue Linden gepflanzt, die nun eine Größe erreicht haben, dass sie den ersten pflegerischen Schnitt nötig haben. Dies würde je Baum zwischen 100 und 150 Euro kosten. Bei 50 Bäumen also mindestens 5000 Euro jährlich. Fünf Jahre lang müssten Profis die Beschneidung vornehmen, dann könnte der städtische Bauhof diese Arbeit übernehmen, da lediglich die Grundform erhalten werden müsse.

Und auch beim Thema Großer Garten stand die Flora im Mittelpunkt. Schließlich ziehen demnächst die ersten Bewohner in das dort errichtete neue Seniorenheim ein. Neben dem Gebäudekomplex stehen nicht nur große Bäume, auch die Rasenfläche liegt noch brach. Dort war in der Vergangenheit ein Volleyball- und Fußballfeld eingerichtet, zudem sollen die Fläche auch künftig die Ringreiter nutzen können. Das Gremium sprach sich dafür aus, Kontakt mit den Betreibern des Heims aufzunehmen, um sie für eine Beteiligung an der Um- und Neugestaltung des Großen Gartens zu gewinnen.

Verbunden damit ist auch die Sanierung der Wege, vom Anleger Schröder bis zum Anglerheim geplant, ein Teilstück ist bereits fertig. Doch der Hauptweg vom Stapelholmer Platz, auf dem die Touristenbusse parken, zum Anleger für die Grachtenfahrten sei immer noch in einem beklagenswerten Zustand, stellte Bürgermeister Vogt fest. Zudem sagte er, dass die Arbeiten eigentlich schon im Herbst hätten begonnen werden sollen, das beauftragte Unternehmen sei aber nicht gekommen. Nun rechne er damit, dass Ende April, zu Beginn der Hochsaison, die Arbeiten beendet sein dürften.

Und noch ein Umbau steht an. Die im Naturerlebnisraum Schulwald am Westersielzug gebauten Kanuanlegestellen sind nicht praxistauglich. Sie liegen zu hoch über der Wasseroberfläche. Nun soll nach Lösungen gesucht werden, als Vorbild könnte der bewährte Schwimmsteg der Friedrichstädter Rudergesellschaft dienen.

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