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Mehr Sicherheit für Eiderstedt : Kritische Worte bei Deichschau

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Bürgermeister von Tümlauer-Koog fordert eine Deichverstärkung und eine bessere Vorlandentwässerung in der Tümlauer Bucht. Durch ihre Lage bietet sie der Nordsee eine besondere Angriffsfläche.

„Wir können beruhigt den Sturmflutzeiten entgegengehen, und wir arbeiten daran, dass es so bleibt und mancherorts sogar noch besser wird.“ So lautete das Resümee von Frank Barten, Geschäftsbereichsleiter beim Husumer Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN-SH), nach der Eiderstedter Deichschau. Zuvor hatte er zusammen mit Oberdeichgraf Jan Rabeler und einer Kommission, bestehend aus Mitgliedern des Deich- und Hauptsielverbandes, des Katastrophenschutzes Nordfriesland, dem stellvertretenden Landrat Nordfriesland, Vertretern der Amtsverwaltung, zahlreichen Bürgermeistern und einigen Mitarbeitern des LKN-SH, die Schutzdeiche vom Eidersperrwerk bis zum Finkhaushallig-Koog genauestens unter die Lupe genommen.

Das Ergebnis fiel überwiegend positiv aus. „Wir nehmen den Küstenschutz sehr ernst und sind offen dafür, was uns die begleitenden Fachleute mit auf den Weg geben“, versicherte Barten. So wurde unter anderem der Deich im Bereich Grothusenkoog besonders begutachtet. Es wurde am Deichfuß Treibsel eingebaut und mit Kleiboden abgedeckt, um die Ausschläge aufzufüllen. Baubetriebsleiter Stefan Möller berichtete unter anderem über sehr positive Erfahrungen mit dieser Bauweise im Jordflether Koog. Zufrieden zeigte sich die Kommission über die ausgeführten Arbeiten.

Im Bereich von St. Peter-Böhl stellte die Gemeinde die geplanten Maßnahmen zur Sanierung des Deichkronenweges vor. Heiß diskutiert wurde über eine geplante Stöpendurchfahrt durch den Deich im Ortsteil Ording. Dafür müssten noch einige Fragen geklärt werden, berichtete Barten im anschließenden Pressegespräch.

Im Tümlauer-Koog wurde das etwa 30-köpfige Gremium von Bürgermeister Christian Marwig und einer Delegation aus der Gemeinde in Empfang genommen. Dabei mahnte Marwig mit Blick auf den steigenden Meeresspiegel eine Deicherhöhung an. „Seit Jahren drängen wir darauf. “ Hierbei handelt es sich um den Bereich in der Tümlauer Bucht. „Hier sind die Angriffsfläche und der Wasserdruck am größten“, betonte Marwig. Er sei darauf hingewiesen worden, dass mit einer Verstärkung nicht vor 2016 zu rechnen sei, sagte er auf Nachfrage unserer Zeitung. „Die Chancen, dass dies vor 2020 geschehe, stehen jedoch gut.“

Kritik gab es wegen der angeblich mangelhaften Beschaffenheit der Entwässerungsgräben im Vorlandbereich der Tümlauer Bucht. „Wir werden durch einen Deich ohne Deichfußentwässerung geschützt“, erklärte Marwig. Die durchgeführten Vorlandarbeiten trügen jedoch nicht zur Entwässerung bei, kritisierte er. Das LKN habe die Aufgabe, in erster Linie die Menschen und ihren Besitz zu schützen. Hier könne man nicht vorrangig die Natur der Natur überlassen. Barten wies auf den ökologisch sensiblen Bereich im Nationalpark Wattenmeer hin und dass auch naturschutzfachliche Prioritäten zu beachten seien. Nichts desto trotz unterhalte der LKN ein deichsicherheitsrelevantes Entwässerungssystem in erforderlichem Maße. Es erfolge eine jährliche Abstimmung zwischen den Geschäftsbereichen Küstenschutz und Nationalparkverwaltung auf der Basis des Vorlandmanagementkonzeptes. Marwig kritisierte auch, dass zum wiederholten Male die Wehrführer nicht eingeladen worden waren, obwohl das Gegenteil zugesagt worden war.

Nächstes Ziel waren der Augusten- und der Norderheerkoog. Dort wurde von den Teilnehmern die Deichentwässerung in einem Teilbereich bemängelt. „Wir konnten aus Kapazitätsgründen noch nicht tätig werden, werden die erforderlichen Arbeiten jedoch im Frühjahr durchführen, eine Gefahr besteht hier nicht“, sagte Barten. Zum Abschluss betonte er nochmals die hohe Priorität des Küstenschutzes in Schleswig Holstein und schloss die Veranstaltung mit den Worten: „Die Deiche auf Eiderstedt befinden sich in einem wehrhaften Zustand.“





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