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Nach Ankündigung von Millioneninvestition in Husum : Kritik an Schließung der modernen Stapelholm-Kaserne

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bürgermeister von Seeth beklagt die Investition von 60 Millionen Euro in die Husumer Kaserne – die Stapelholm-Kaserne ist modern ausgestattet.

Husum/Seeth | Peter-Wilhelm Dirks ist sauer, richtig sauer. Der Bürgermeister von Seeth, der knapp 570-Einwohner-Gemeinde, die von der B202 zerschnitten wird, wirft der Bundesregierung Verschwendung vor. Steuermillionen werden, so sagt er, unnütz ausgegeben. Peter Dirks, in dessen Gemeinde die Stapelholm-Kaserne liegt, die im Sommer dieses Jahres geschlossen wird, war entsetzt, als er durch einen Bericht in den Husumer Nachrichten erfahren hat, dass Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen 60 Millionen Euro in die Modernisierung der Julius-Leber-Kaserne in Husum stecken will. Damit will das Verteidigungsministerium unter anderem die Unterkünfte und die Truppenküche auf den neuesten Stand bringen.

„Das ist für den Standort Husum eine gute Nachricht“, sagt Dirks, „für mich als Standortbürgermeister der Stapelholm-Kaserne in einer strukturschwachen Region ist das nicht nachvollziehbar. Im nur 25 Kilometer entfernten Husum werden Millionen investiert und in unserer modernen Kaserne mit Platz für 1000 Soldaten, in der noch 2011 ordentlich gebaut wurde, soll Schluss sein.“ Dirks wundert sich, denn in der Stapelholm-Kaserne gibt es beispielsweise eine nagelneue Lkw-Waschstraße, die noch nie benutzt worden ist, eine Tankstelle für Kartennutzung und jedes Gebäude ist mit einem modernen Breitbandanschluss (eine Million Euro Investition) versehen. Zudem gibt es eine neue Truppenküche, ein großzügiges Übungsgelände von 170 Hektar Größe, das auch von den Husumer Soldaten genutzt wird. Und als besonderen Höhepunkt gibt es dort Übungsgebäude für die Feuerwehr, die auch von den Husumer Soldaten genutzt werden.

„Ich gönne den Husumern die Investition, doch als ehrenamtlicher Bürgermeister frage ich mich schon, ob eine hochmoderne Kaserne geschlossen werden muss, während nur 25 Kilometer entfernt 60 Millionen in die Modernisierung der Dinge investiert werden sollen, die bei uns auf dem neuesten Stand sind.“

Der Bürgermeister ist besonders empört, dass sich weder der damalige Verteidigungsminister Thomas de Maizière noch seine Amtsnachfolgerin Ursula von der Leyen den Standort Seeth angesehen haben. Er wirft auch dem nordfriesischen CDU-Bundestagsabgeordneten Ingbert Liebing vor, sich „nicht einmal die Mühe gemacht zu haben, sich diesen Standort anzusehen“. „Vielleicht hätten sie dann gesehen, dass sie keine 60 Millionen Euro brauchen.“ Peter Dirks, der stets auf eine gesunde Gemeindefinanzierung achtet: „Das Geld, das man nicht selbst verdient, lässt sich bekanntlich gut ausgeben.“

Enttäuscht ist Dirks von Liebing, der ihn seinerzeit von der in Berlin beschlossenen Standortschließung telefonisch unterrichtet hatte. „Er wollte mich seinerzeit mit den Worten trösten, ich solle den Kopf nicht in den Sand stecken, List sei auch geschlossen worden.“ Bürgermeister Peter Dirks fragt sich, wie weit die ehrenamtlichen Gemeindepolitiker noch die „Verschwendungssucht und Willkür der Bundesregierung ertragen können“. Zumal seiner Ansicht nach das Ehrenamt ohnehin nicht genügend gewürdigt werde. „Wenn wir bei der Europa-Wahl 16 Stunden unserer Freizeit zur Verfügung stellen, dann erhalten wir als Aufwandsentschädigung 21 Euro. Gleichzeitig schleudert das Ministerium 60 Millionen Euro raus und schließt eine hochmoderne Kaserne, um eine andere auf deren Stand zu bringen.“

Frustriert ist der Gemeinde-Chef und weiß nicht, wie er seinen Bürgern die Schließung und Geldverschwendung erklären soll. „Ich habe jegliches Vertrauen und Verständnis in die Politikerinnen und Politiker auf Landes- und auf Bundesebene verloren. Wie kann man so mit Steuergeldern umgehen?“

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erstellt am 22.Apr.2015 | 16:36 Uhr

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