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Sorge hinterm Deich : Kritik an Nationalpark-Plänen

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Gemeinde Osterhever beanstandet etliche der Handlungsempfehlungen zur Evaluierung des Wattenmeers. Bürgermeister Peter Theodor Hansen fordert den Erhalt der Lahnungsfelder, die wichtig für den Küstenschutz sind.

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erstellt am 13.Dez.2013 | 07:00 Uhr

Wie in den meisten Gemeinden im Land hat Sturmtief „Xaver“ auch in Osterhever kaum Schäden angerichtet. Dafür hat der Ort immer noch mit den Hinterlassenschaften von Orkan „Christian“ Ende Oktober zu tun. Besonders der Norderheverkoog hatte zu leiden. Dort fällten die Sturmböen einen Großteil der Bäume entlang der Koogchaussee. Dabei wurden Telefonkabel und Wasserleitungen beschädigt, auf beide Dienste mussten die Anwohner, darunter auch etliche Milchviehbetriebe, teilweise tagelang verzichten. Auch in der jüngsten Gemeindevertreter-Sitzung ging es um die Sturmfolgen. Bürgermeister Peter Theodor Hansen bedankte sich bei der Feuerwehr für ihren Einsatz. „Da sieht man, wie wichtig die Wehr im Ort ist.“

Jörg Rathmann schlug vor, alle Bäume zu fällen, zumal es sich um Pappeln handelt, die mit ihren 50 Jahren die Lebensgrenze erreicht haben. Und auch die Straße sei durch die Wurzelaufbrüche arg in Mitleidenschaft gezogen worden. Er regte außerdem an, dass sich die Gemeinde mit dem Wasserbeschaffungsverband Eiderstedt, dem Straßenbauamt, Netz-AG und der Telekom an einen Tisch setzen soll, um das weitere Vorgehen zu besprechen, auch mit Blick auf die Stromversorgung im Augustenkoog. Dort waren die Masten umgeknickt. Es wäre besser, die Kabel im Boden zu versenken, als im Frühjahr neue Masten zu errichten, hieß es in der Sitzung. Jürgen-Boye Gertz regte sich über die zahlreichen Schaulustigen auf, die in den Tagen nach Sturm „Christian“ durch die Koogchaussee fuhren, und derentwegen die Baggerarbeiten zur Reparatur der Wasserleitung immer wieder unterbrochen werden mussten.

Ein weiteres Aufreger-Thema war die Evaluierung des Nationalparks Wattenmeer. Die Gemeinden waren aufgefordert, Stellung zu den 80 Handlungsempfehlungen des Komitees zu nehmen. Der Bürgermeister hatte einige kritische Anmerkungen dazu. Er plädierte für den Erhalt der Lahnungsfelder: „Gutes Vorland ist der beste Küstenschutz.“ Fragwürdig war für ihn die weitere Einbindung der Naturschutzverbände in die Betreuung des Nationalparks, denn „Wir haben doch eine Nationalparkverwaltung“. Kritisch sah er auch die weitere Reduzierung der Salzwiesenbeweidung. Das gehe nicht wegen des Küstenschutzes. Jörg Rathmann dachte auch an die Gänse. „Wo sollen die denn hin? Dann sind sie noch mehr im Binnenland.“ In anderen Naturschutzgebieten werde dagegen immer mehr beweidet.

Diskutiert wurde ferner über die Beleuchtung des Buswartehäuschen. Doch war sich die Runde einig, dass die Kinder, die dort auf den Schulbus warten, im Winter sowieso mit einer Taschenlampe für den Weg dorthin ausgerüstet sind. „Das klappt einwandfrei“, so Rathmann. 1000 Euro für eine solarbetriebene Anlage war dem Gremium zu viel. Sie lehnten einstimmig ab.

An den Bau- und Wegeausschuss überwiesen wurde das Thema Reparatur Bürgersteig im Dorf. Er soll sich über eine kostengünstige Lösung Gedanken machen.

Außerdem sprach sich der Gemeinderat dafür aus, die Spende für ein Volleyballnetz für den Sportplatz anzunehmen. Das Geld stammte vom Tag der offenen Tür zur Feier des Koogjubiläum im Sommer. Gespendet wurde es vom Oldtimerclub Simonsberg.

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