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U3-Betreuung : Krippenplätze sind in Husum Mangelware

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Husumer Verwaltung schlägt vor, im ehemaligen Haus der Jugend zwei neue Krippengruppen zu gründen.

Eltern eines Kleinkinds haben es in Husum schwer, einen Krippenplatz zu finden: Weil die Zahl der kleinen Kinder in Husum steigt, reichen die Betreuungsangebote nicht mehr aus. Die Stadt möchte nun, dass der Kinderschutzbund zwei neue Krippengruppen im ehemaligen Haus der Jugend in der Hermann-Tast-Straße eröffnet. Dazu soll der große Saal im Haus der Jugend entsprechend umgebaut werden. Verwaltungsmitarbeiter Axel Fischer stellte diese Überlegungen den Mitgliedern des Ausschusses für Jugend und Soziales am Dienstag vor.

Stand der Dinge ist demnach: Während im Juli 2015 noch 942 Kinder zwischen null und sechs Jahren in Husum lebten, waren es im Juli 2016 schon 1041. Angesichts der verschiedenen Wohnungsbaupläne geht man in der Verwaltung davon aus, dass diese Zahl in den kommenden Jahren nicht unbedingt sinkt. Angesichts dieses Kleinkind-Booms reichen die derzeitigen 165 Krippenplätze in der Storm-Stadt nicht aus – derzeit können nicht alle Eltern, die ihr Kind unterbringen wollen, in Husum eine Betreuung finden, sagte Fischer. Die Zahl der Eltern von Kindern unter drei Jahren, die ihren gesetzlichen Anspruch auf einen Platz geltend machen, ist in Husum ohnehin tendenziell hoch: 48 Prozent von ihnen bringen ihren Nachwuchs in die Krippe. Theoretisch könnte der Kreis Nordfriesland fehlende Plätze ausgleichen, indem die Lütten bei Tagesmüttern untergebracht werden. Dieser Ausgleich funktioniert aber laut Fischer kaum, nur acht Husumer Elternpaare nehmen dieses Angebot in Anspruch. Ein Grund dafür sei, dass die Eltern ihre Kinder lieber in eine Krippe bringen, ein anderer, dass der Kreis große Schwierigkeiten habe, genügend Tagesmütter zu finden, erläuterte Fischer.

Fazit: Es müssen neue Krippenplätze her. Der Kinderschutzbund, der im ehemaligen Haus der Jugend derzeit zwei Gruppen für Kindergartenkinder betreut, hat angeboten, dort auch zwei Krippengruppen einzurichten. Ein Teil der Kosten könnte durch Fördermittel vom Land abgedeckt werden. Da allerdings viele Kommunen in Nordfriesland gerade neue Krippenplätze schaffen, ist nicht klar, wie viel Gelder für das Husumer Projekt noch zur Verfügung stehen. Deshalb gehe er derzeit davon aus, dass die beiden neuen Gruppen, in denen die Kinder von 7 bis 17 Uhr betreut werden, die Stadt rund 150  000 Euro kosten werden, so Fischer weiter. Insgesamt wären die Kosten je Krippenplatz bei diesem Projekt vergleichsweise niedrig. Neben dem Kinderschutzbund würden auch andere Krippenbetreiber in Husum überlegen, ob sie die Zahl ihrer Plätze erhöhen können.

Die Ausschuss-Mitglieder nahmen diese Pläne am Dienstagabend zunächst nur zur Kenntnis, bei einer Sondersitzung am 2. März sollen sie darüber entscheiden. „Es pressiert ein wenig“, sagte Bürgermeister Uwe Schmitz – Anträge für Fördermittel müssten Anfang März eingereicht werden.

Im ehemaligen Haus der Jugend befinden sich derzeit neben den beiden Kita-Gruppen sechs Wohnungen für Flüchtlingsfamilien. Der Saal, in dem die Krippengruppen untergebracht werden können, wird momentan vom Ordnungsamt genutzt. Dort werden Möbelspenden gelagert, mit denen Wohnungen von Asylsuchenden eingerichtet werden.

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erstellt am 16.Feb.2017 | 11:00 Uhr

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