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Weniger Filialen : Kreistag hadert mit Nospa-Rückzug

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Kreistag will sich nicht ohne weiteres mit der angekündigten Schließung von Filialen der Nord-Ostsee-Sparkasse in Nordfriesland abfinden. Deren Vorstand stellt sich am 26. Mai kritischen Fragen des Hauptausschusses.

Auf massive Kritik ist im nordfriesischen Kreistag das mit der Schließung von Filialen einhergehende Konzept zur Neustrukturierung der Nord-Ostsee-Sparkasse (Nospa) gestoßen. Dieses werde dem öffentlich-rechtlichen Auftrag der Sparkasse zur finanziellen Daseinsvorsorge der Bevölkerung gerade im ländlichen Raum „nicht gerecht“, heißt es in einer einstimmig verabschiedeten Erklärung. Für Unmut sorgte vor allem, dass die Gremien des Kreises – er ist einer der Träger der Sparkasse – erst aus unserer Zeitung von den Plänen der Nospa hatten erfahren müssen.

Die ursprüngliche Forderung der SPD-Fraktion, die Entscheidung zur Ausdünnung des Nospa-Filialnetzes auszusetzen, wurde zumindest vorerst fallen gelassen. Allerdings behält sich die Kreistag die Möglichkeit vor, sich in seiner nächsten Sitzung am 4. Juli noch einmal mit dem umstrittenen Thema zu befassen. Vier Tage später tagt nämlich der Sparkassen-Zweckverband. Und: „Ein solch schwerwiegender Eingriff kann nur von der Verbandsversammlung der Nospa entschieden werden“, stellte der Kreistag klar. Und vorher müssten auch die anderen kommunalen Träger der Nospa an der Entscheidung über die Veränderung des Versorgungsnetzes beteiligt werden.Vor diesem Hintergrund dürfen sich Nospa-Vorstandsvertreter, die zur Hauptausschuss-Sitzung des Kreistages am kommenden Montag (26.) eingeladen sind, auf zahlreiche kritische Anmerkungen und Nachfragen einstellen. Zudem fordert der Kreistag von der Nospa, eine öffentliche Klarstellung, dass der Nospa-Verwaltungsrat in dieser Sache noch gar nicht entschieden hat. So sei der Eindruck entstanden, dass es nach der Devise „Friss, Vogel, oder stirb“ gehe, monierte der stellvertretende SPD-Fraktionschef Carsten F. Sörensen.

Für seine Fraktion pochte Sörensen darauf, dass die Sparkasse auch einen öffentlichen Auftrag habe – die Versorgung der Bevölkerung in der Fläche und die Stärkung des Wettbewerbs. Bei der Neustrukturierung seien denn auch nicht nur betriebswirtschaftliche Aspekte, sondern auch die politisch-gesellschaftliche Dimension zu beachten. „Wir lehnen Veränderungen nicht in Bausch und Bogen ab, aber sie müssen eingehend besprochen werden“, so der SPD-Vertreter.

„Inhaltlich sind wir voll auf einer Linie“, erklärte der CDU-Fraktionsvorsitzende Tim Hanke. „Uns ist allen bewusst, dass es nicht ohne Veränderungen gehen wird, und wir an der einen oder anderen Stelle bluten müssen.“ Andererseits äußerte er Verständnis für jeden Ort, der um „seine“ Filiale kämpft. Vor einem abschließenden Urteil des Kreistages müssten jedoch alle Hintergründe und Details erläutert werden, sagte er mit Hinweis auf die Gesprächsrunde mit Nospa-Vertretern im Hauptausschuss. Susanne Rignanese (SSW) äußerte ihr Befremden darüber, dass die Träger nicht schon im Vorfeld umfassend beteiligt worden seien.

Mit Blick auf die große Zahl älterer und behinderter Menschen in Nordfriesland betonte der Kreisbehindertenbeauftragte Manfred Steffens, es könne nicht im Sinne des Gesetzes sein, dass eine öffentlich-rechtliche Sparkasse bei ihren Planungen ganze Bereiche des Kreisgebietes außer Acht lasse. Das betonten auch Gabriele Edlefsen (Wählergemeinschaft Nordfriesland) und Hans Klein (CDU) mit Blick auf die Situation auf der Insel Pellworm und der Halbinsel Nordstrand.

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erstellt am 24.Mai.2014 | 12:00 Uhr

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