Nordfriesen in Sorge : Kreistag fordert sichere Sylt-Versorgung

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Langfristige Versorgungssicherheit im Autozugverkehr von und nach Sylt fordert der nordfriesische Kreistag. Er wendet sich deshalb an der Bundesverkehrsminister. Anlass ist das laufende Trassen-Vergabeverfahren.

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31. Mai 2015, 08:00 Uhr

Nordfrieslands Kreistagsabgeordnete sind in großer Sorge um die künftige Versorgungssicherheit für die Insel Sylt. Anlass ist das laufende Trassen-Vergabeverfahren für die Strecke Niebüll-Westerland für den Autozugverkehr ab 2016. Um den künftigen Bahnverkehr auf dem Hindenburgdamm bewerben sich die DB Autozug mit ihrem Syltshuttle und die Railroad Development Corporation.

Von den beiden Unternehmen ist nach Einschätzung des Kreistages das Erstere geeignet und in der Lage, die Verkehre bedarfsgerecht abzuwickeln. RDC hingegen verfüge – zumindest für einen Übergangszeit von zwei Jahren – nicht über das erforderliche Zug- und Wagenmaterial sowie das nötige Personal. Angekündigt sei, über Notlösungen – Verkehr ausschließlich mit Flachwagen – die Strecke bedienen zu wollen.

„Bei dieser Konstellation ist abzusehen, dass die Inselverkehre nicht reibungslos, bedarfsgerecht, umweltfreundlich und serviceorientiert abgewickelt werden können“, stellen die Kreistagsfraktionen von CDU, SPD, Grünen, SSW und WG-NF in ihrem gemeinsamen Antrag fest, den der Kreistag in Husum bei lediglich einer Gegenstimme verabschiedete.

Der Bundesverkehrsminister wurde nachdrücklich aufgefordert, dafür Sorge zu tragen, dass die Autozugverkehre von und nach Sylt auch in den kommenden Jahren in angemessenem Umfang abgewickelt werden können. Die Nordfriesen halten es überdies für erforderlich, dass Berlin das Regelwerk zur Vergabe von Trassen und Beförderungsdienstleistungen auf der Autozugstrecke auf seine Eignung überprüft und notwendige Änderungen auf den Weg bringt. Das Land Schleswig-Holstein wird gebeten, die Bemühungen des Kreises Nordfriesland um die Sicherstellung von bedarfsgerechten und serviceorientierten Autozugverkehren von und nach Sylt flankierend zu unterstützen.

Wettbewerb müsse möglich sein, betonte Kreispräsident Heinz Maurus (CDU) im Husumer Kreishaus. Aber das laufende Verfahren nähre ernsthafte Zweifel, dass der eine Dienstleister überhaupt in der Lage sei, die Verkehre von und nach Sylt angemessen abzuwickeln. Seine Forderung: „Wir brauchen Versorgungssicherheit auf dieser Strecke, sie ist mit anderen nicht zu vergleichen.“ Hier seien „existenzielle Werte der Daseinsvorsorge betroffen“, betonte auch Thomas Nissen (SPD), während der FDP-Politiker Jörg Tessin als einziger eine Lanze für das freie Unternehmertum brach und davon ausging, der Markt werde die Dinge schon regeln.

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