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Gerichtliche Mediation gescheitert : Kreiselstreit: Immer noch keine Einigung

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Streit um die Lärmschutzwand am Viöler Kreisel ist immer noch nicht beigelegt. Die Gemeinde spricht von einer Lärmschutzbauwerk, die betroffene Grundbesitzerin lediglich von von einem Sichtschutz.

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erstellt am 24.Feb.2015 | 12:00 Uhr

Gut Ding will Weile haben. Diesen Spruch kennt wohl jeder. Ob gut Ding tatsächlich aber so lange braucht wie im Falle des Streits zwischen der Grundstückseigentümerin Bärbel Epple-Schröder und der Gemeinde Viöl, darf bezweifelt werden, denn noch ist nach mehr als zwei Jahren von einer Einigung weit und breit nichts in Sicht. Denn schließlich wartet die Betreiberin von Bärbels Stoffecke an der B 200 in Viöl immer noch auf ein Entgegenkommen. Sie beklagt, dass die direkt am Kreisel gebaute Lärmschutzwand keine Geräusche abhält, und daher nur als Sichtschutz bezeichnet werden kann. Das sieht die Gemeinde allerdings ganz anders. Nach Ansicht von Bauamtsleiter Uwe Heinsen erfüllt die Wand nämlich ihren Zweck.

Bärbel Epple-Schröder beruft sich jedoch auf ein Gutachten, das sie selbst in Auftrag gegeben hat. „Es ist lediglich eine Sichtschutzwand.“ Zur Vorgeschichte: Die Viölerin hatte von ihrem Grundstück knapp 350 Quadratmeter an die Gemeinde verkauft, damit der Kreisel gebaut werden kann. Zur Bedingung hatte sie aber gemacht, dass eine Lärmschutzwand aufgestellt wird. Diese ist 75 Meter lang und zwei Meter hoch. Allerdings bemängelte sie gleich nach dem Bau, dass der Anblick zwar von der Straßenseite her der von ihr geforderten Holzoptik entspreche, jedoch nicht von ihrem Grundstück aus. Dort seien nicht nur die Metallmasten zu sehen, sondern auch die stählernen Verstrebungen. Von dem Aussehen eines Holzzaunes also weit entfernt. Hinzu kommt, dass Bärbel Epple-Schröder sich nie mit der Lärmreduzierung der Wand hat anfreunden können. Und der bereits erwähnte Gutachter stellte fest, dass die Wand nicht ordnungsgemäß aufgebaut worden sei sowie kleine Lücken und Schallbrücken, aufweise. Eine Nachbesserung, so die Viölerin, sei von der Gemeinde abgelehnt worden. Hinzu komme, dass im nordöstlichen Bereich, dort wo während der Errichtung Bäume gestanden hätten, heute alles abgeholzt sei. Der Lärm dringe also dort ungehindert auf das Grundstück, wo er früher durch die Bepflanzung abgefangen worden sei.

Der offene Abschnitt liegt im Bereich der B 200, der Aldi-Parkplatz-Zufahrt und der Hauptstraße nach Norstedt. Und seither findet sie auf ihrem etwas tiefer gelegenen Grundstück auch massenweise Kassenbons des Discounters sowie anderen Müll, der sich früher in den Bäumen verfangen habe. Hinzu komme, wie sie sagt, dass direkt vor dem Kreisel häufig Lkw am Wochenende parken würden. „Und regelmäßig ist danach ordentlich Müll zu finden.“

Eigentlich hatte Bärbel Epple-Schröder vor, die Gemeinde auf Nachbesserung zu verklagen, doch letztendlich kam es zu einer anderen Einigung. Um Gerichtskosten zu vermeiden, einigten sich beide Parteien im August des vergangen Jahres auf eine so genannte gerichtliche Mediation. Im November allerdings stellte sich dann bei diesem Termin heraus, dass die Parteien nicht zueinander fanden.

Es sollte in eine Verlängerung gehen. Jetzt nun, so Bärbel Eppler–Schröder auf Anfrage, sehe es so aus, dass es zu keiner zweiten Mediation mehr kommen werde, da Viöl eine solche für nicht sinnvoll halte. Laut der Viölerin werde dies von der Gemeinde damit begründet, dass dann der gesamte Gemeinderat daran teilnehmen müsste. „Ich bin jetzt richtig ärgerlich, ich möchte doch einmal wieder meinen Garten nutzen können udn nicht auf dem Präsentierteller liegen“, sagt sie. Sie unterstreicht, dass sie nun mit ihrem Anwalt beraten will, ob und wann eine Klage eingereicht werden soll. „Ich warte schon so lange auf ein Entgegenkommen der Gemeinde, außerdem habe ich auch schon eine Menge Geld investiert, beispielsweise in den Gutachter“, sagt Bärbel Epple-Schröder, „jetzt werde ich auf alle Fälle weitermachen und mich nicht länger hinhalten lassen.“

Bauamtsleiter Uwe Heinsen sieht den Sachverhalt naturgemäß anders. Seiner Überzeugung nach hätte die Gemeinde immer wieder Angebote unterbreitet, doch sei die Gegenpartei nicht bereit gewesen, diese zu akzeptieren. Nun, so spekuliert Bauamtsleiter Heinsen, werde es wohl zu einem „normalen “ Verfahren kommen.

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