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Kein Termin bei Gericht : Kreisel-Streit: Noch kein Ende in Sicht

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Streit um den Kreisel in Viöl schwelt seit drei Jahren, doch einen Gerichtstermin gibt es noch nicht. Das Landgericht Flensburg, bei dem die Klage anhängig ist, klagt über Personalmangel.

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erstellt am 22.Sep.2015 | 15:30 Uhr

Eigentlich sind alle froh, dass nach mehr als einem Vierteljahrhundert des Wartens ein Kreisverkehr mitten in Viöl gebaut werden durfte. Der Verkehr auf der B 200 Flensburg/Husum rollt seither wesentlich zügiger durch das Dorf, die Einmündung der Landesstraße 28 ist wesentlich entschärft worden. Besonders freuen sich natürlich die Kraftfahrer, die auf die B 200 einbiegen wollen, denn lange Wartezeiten gehören der Vergangenheit an, der Kreisverkehr hat die Situation merklich entspannt.

Alle sind aber dennoch nicht zufrieden. Die Gemeinde Viöl selbst freut zwar sich über den Kreisel, nicht aber über die nach dem Bau folgenden Begleitumstände. Die Anliegerin Bärbel Eppler-Schröder ist total unzufrieden – schließlich hat sie für den Bau des Kreisverkehrs rund 350 Quadratmeter ihres Grundstückes an die Gemeinde abgetreten. Zur Bedingung hatte sie gemacht, dass eine Lärmschutzwand aufgestellt wird. Diese ist 75 Meter lang und zwei Meter hoch. Allerdings bemängelte die Viölerin gleich nach dem Bau, dass der Anblick zwar von der Straßenseite her der von ihr geforderten Holzoptik entspricht, jedoch nicht von ihrem Grundstück aus. Dort sind nicht nur die Metallmasten zu sehen, sondern auch die stählernen Verstrebungen. Von dem Aussehen eines Holzzaunes weit entfernt. Zudem, so sagt sie, erfülle der Bau nicht die Kriterien einer Lärmschutzwand. Das habe auch ein von ihr bestellter Gutachter bestätigt. Alle Versuche, eine gütliche Einigung zwischen Gemeinde und Anlieger zu finden, scheiterten bislang.

Nur noch wenige Tage, dann wird der Kreisel in Viöl drei Jahre alt. Und genauso lange wird gestritten. Anfangs gab es noch Gespräche über die Bauausführung, dann wurden Anwälte eingeschaltet.

Hoffnung auf eine Wende des unsäglichen Konflikts keimte im vergangenen Jahr auf. Im November 2014 hatte eine zur Mediatorin ausgebildete Richterin des Landgerichts Flensburg zu einem Termin eingeladen. Von seiten der Gemeinde nahmen Bürgermeister Heinrich Jensen und Bauamtsleiter Uwe Heinsen, von Seiten der Klagenden Bärbel Epple-Schröder und ihr Anwalt Henrik Osmers teil.

Enttäuschung nach der Mediation in Flensburg, es wurde keine Einigung gefun den. Die ist aber nötig, denn im schlimmsten Fall müsste die Gemeinde den Kreisel zurückbauen. Das dürfte einige 100  000 Euro verschlingen. Zudem führt von dort die Zufahrt in das neue Gewerbegebiet, auch die alte Verbindungsstraße nach Boxlund wurde renaturiert. Boxlund ist von Viöl aus nur über den Kreisverkehr direkt zu erreichen.

Weder die Gemeinde Viöl noch die Klägerin haben bislang einen Termin vom Landgericht genannt bekommen – dort herrscht Personalmangel. Mit viel Glück könnte vielleicht im Oktober, drei Jahre nach Streitbeginn, ein Gerichtstermin genannt werden.

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