Husum : Kreisel soll Ampelanlage ablösen

An dieser viel befahrenen Kreuzung im Norden der Stadt kam es zuletzt immer häufiger zu Ampelausfällen. Foto: herbert müllerchen
An dieser viel befahrenen Kreuzung im Norden der Stadt kam es zuletzt immer häufiger zu Ampelausfällen. Foto: herbert müllerchen

Lichtzeichen an der Kreuzung Bredstedter Straße gehen ins Geld: Bauausschuss beschließt, elf Jahre alten Beschluss endlich umzusetzen

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02. März 2013, 09:00 Uhr

Husum | Der Punkt 8 hatte aus gegebenem Anlass den Weg auf die Tagesordnung der jüngsten Bauausschuss-Sitzung gefunden: Zum "Zustand der Signalzeichenanlage" an der Kreuzung Bredstedter Straße war ein Bericht der Verwaltung gewünscht - zu oft waren die Ampeln in der jüngsten Vergangenheit dunkel geblieben (wir berichteten).

"Diese Anlage ist rund 25 Jahre alt und damit die älteste im Stadtgebiet", erläuterte Klaus Lorenzen, der Leiter der Tiefbauabteilung. "Ersatzteile dafür gibt es schon lange nicht mehr." Im Januar sei durch den Einbau eines provisorischen Steuergeräts die Lebensdauer verlängert worden - aber nur um ein bis anderthalb Jahre. "Die unterirdischen Leitungen, an denen kurz darauf ein Defekt auftrat, sind sogar noch älter - etwa 30 bis 40 Jahre." In einem "Gewaltakt" sei dann eines der Kabel erneuert worden. "Aber keiner kann vorhersagen, wann das nächste Problem kommt." Dass die Anlage überhaupt noch betrieben werde, sei nur der Tatsache zu verdanken, dass sie durch einen Kreisel ersetzt werden sollte, führte Lorenzen aus. "Der Beschluss ist von 2002 und nach wie vor gültig, nur wurde das Bauvorhaben immer wieder verschoben."

Wie es jetzt weitergehen soll, wollte er von den Ausschussmitgliedern wissen. "Grundsätzlich ist ein Kreisel von der Verkehrssicherheit allen anderen Lösungen vorzuziehen - das haben Untersuchungen ergeben." Die Kosten seien zwar mit 470 000 Euro zu veranschlagen. "Aber der hat dann auch eine Lebensdauer von 35 Jahren." Eine Signalanlage hingegen sei nur auf 25 Jahre ausgelegt - "und mit Strom- und Wartungskosten kommt die in diesem Zeitraum auch schon auf 260 000 Euro".

Könne die Verwaltung nicht mal beide Lösungen vergleichen und vorstellen, wollte Lothar Pletowski (CDU) wissen. "Und kann so ein Kreisel auch den Urlauberverkehr in der Hauptsaison aufnehmen?" Das sei kein Problem, wurde ihm beschieden, die Verbindung zwischen Westtangente und Bredstedter Straße sei damit sogar besser gelöst als mit einer Abbiegerspur. "Wie auch immer, wir müssen das an ein Fachbüro geben, das uns diesen Vergleich erstellt mit Verkehrszählung und dem ganzen Drum und Dran", sagte Lorenzen. "Aber wir hätten gerne die Richtung vorgegeben, in die das Ganze laufen soll."

Die allerdings war schnell klar und alle Fraktionen zeigten sich überraschend flott einig: "Das Signal lautet: Weg vom Signal", witzelte Peter Knöfler (SSW). "Der Kreisel ist gewollt", gab denn auch Ausschuss-Vorsitzender Peter Empen Lorenzen mit auf den Weg. Jetzt arbeitet die Tiefbauabteilung die Einzelheiten aus. Bleibt nur zu hoffen, dass der Ampel-Methusalem tatsächlich noch bis zum Baubeginn durchhält.

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