zur Navigation springen

Einwohner mit im Boot : Kreativ die Zukunft gestalten

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Nachdem die Einwohner von Tetenbüll, Poppenbüll und Welt in zwei Workshops Ideen für eine Fortentwicklung ihrer Dörfer zusammengetragen hatten, erfolgt jetzt eine Analyse, die die Stärken und Schwächen der Region aufzeigen soll.

Wir müssen zusammenhalten, arbeiten, unser Dorf attraktiver gestalten, die Infrastruktur stärken, Einheimische und Zugereiste zusammenführen, also kein Zurückschauen, kein Unmut, sondern Initiative. Das war das Fazit der Workshops „Unser Dorf – wohin geht die Reise?“ für Tetenbüll, Poppenbüll und Welt.

Unter Leitung von Beate Leibrandt vom Eiderstedter Forum und in Zusammenarbeit mit dem Amt Eiderstedt und den jeweiligen Bürgermeistern hatten die Bewohner Gelegenheit, aktiv an der Ausarbeitung einer Strategie zur zukunftsorientierten Gestaltung ihres Dorfes teilzuhaben. Beim Präsentationsabend stellte Leibrand den Kernpunkt heraus. Es gehe darum, zu zeigen, was das Leben dort lebenswert macht und welche vermeintlichen Schwächen Eiderstedts auch Stärken sein können.

Tetenbüll hat im Laufe der Zeit, verglichen mit Welt und Poppenbüll, am meisten verloren, so Leibrandt. In Welt habe es immer schon relativ wenig Angebote gegeben. So seien durch Zusammenschlüsse mit anderen Vereinen und unter anderem mit der Sommerkirche ein erweitertes Programm geschaffen worden. Die Welter orientierten sich im täglichen Leben in Richtung Dithmarschen, die Tetenbüller nach Husum. „Ehe wir uns versahen, waren wir in einer Art Zukunftswerkstatt,“ erzählte die Referentin über den Workshop in Welt. Verkehrsausbau, alternative Wohnprojekte, Förderung des Erwerbs von Wohnraum, Toleranz und Mobilitätsangebote waren die Schlagwörter.

In Poppenbüll war das Angebot in den 1970er Jahren überschaubar. Es gab noch – wie auch in Welt – Arbeitsplätze im eigenen Dorf. Heute seien viele Zweitwohnungsbesitzer angesiedelt, und die Vereine und die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe sei deutlich gesunken.

Der zweite Referent, Theologe und Pastor Friedemann Magaard, Geschäftsführer des Christian-Jensen-Kolleg in Breklum, war gefragt worden, wohin aus seiner Sicht die Reise denn nun wirklich gehe. Seine enge Verbundenheit mit der Region, aber auch seine profunden Erfahrungen durch die Arbeit im Bereich der „Koalition für die ländlichen Räume“, enthielten weitere Denkanstöße. „Es gibt alles, nur kein weiter so“, stellte er fest. Das Thema Mobilität stelle eine große Herausforderung dar. Ein Bürgerbus oder organisierte Mitfahrgelegenheiten seien denkbar. Ein Bildungshaus, eine Schule, in der alles unter einem Dach sei, könnte einen neuen Dorfmittelpunkt schaffen. Kooperation und Innovation seien die Modelle der Zukunft. Die Devise heiße Zusammenrücken, denn „wenn es glatt ist, muss man sich unterhaken“, schloss er.

Amtsdirektor Herbert Lorenzen dankte für die wertvolle Arbeit, die in den Gruppen geleistet wurde. Jetzt gehe es mit externer Hilfe an die Analyse, um Stärken und Schwächen herauszuarbeiten. Gesucht seien kreative Menschen, die den Prozess unterstützen. Es sei ein guter Plan gefragt, der im Rahmen der Förderprogramme unterstützt werden könne. Lorenzen: „Ich möchte für einen positiv zu gestaltenden Prozess und für gemeinschaftliches Denken und Handeln werben.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen