Nordstrand : Kraftwerk ersetzt teure Ölheizung

Unten Heizungsanlage, oben Pellet: Der Neubau wird farblich noch an die Umgebung angepasst. Werner-Peter Paulsen freut sich über Nordstrands erstes kommunales E-Fahrzeug.
Unten Heizungsanlage, oben Pellet: Der Neubau wird farblich noch an die Umgebung angepasst. Werner-Peter Paulsen freut sich über Nordstrands erstes kommunales E-Fahrzeug.

Nordstrander Kurmittelhaus: Die Gemeinde hat die Energieversorgung auf den neuesten Stand gebracht.

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07. Juni 2018, 12:00 Uhr

Die Ölheizung ist Vergangenheit, das Kurmittelhaus Nordstrand wird nun von einem Blockheizkraftwerk versorgt. Es befindet sich – für Außenstehende nicht sichtbar – in einem der Kellerräume des in den 1980er Jahren entstandenen Baus. Sichtbar bleibt – vorerst – die auf der Rückseite befindliche, mehrstufige Pellet-Heizung, die nach Bedarf unterstützend eingesetzt wird.

Nutznießer sind nicht nur die Gemeinde, sondern auch die Gäste des Seeheilbades. Nordstrand zählt 190.000 Übernachtungen im Jahr. „Wir haben eine hohe Verpflichtung, eine große Bandbreite, die wir laut Seeheilbäder-Verordnung anbieten müssen“, sagt der amtierende Bürgermeister Werner-Peter Paulsen. Untergebracht sind in dem Haus unter anderem auch das Schwimmbad für medizinische und physiotherapeutische Anwendungen. Hier werden die Inhalation mit Seewasser sowie die Behandlung von Atemwegserkrankungen angeboten. Außerdem sind im Gebäude die Nationalpark-Ranger, die Ausstellung der Schutzstation Wattenmeer sowie ein Leseraum mit Internet-Anschluss zu finden.

Seit vier Jahren wird das Kurmittelhaus durch die Gemeinde Nordstrand betrieben, Mehrere Gründe hatten die Kommunalpolitiker nun zu den Umbaumaßnahmen mit einem Investitionsvolumen von 450.000 Euro bewogen. Da war der hohe Energieverbrauch in der Vergangenheit. „Wir haben jährlich für 52.500 Euro Strom verbraucht, die Heizölkosten betrugen pro Jahr noch einmal 35.000 Euro“, so Paulsen. Weiterhin war die alte Heizung sehr wartungsintensiv. „Und: Wir wollten einen Beitrag zur Verringerung der Emissionen leisten.“ Auf Zuschüsse, so Werner-Peter Paulsen habe man wegen der damit verbundenen hohen Auflagen, die eine Umsetzung des Projektes nur blockiert hätten, bewusst verzichtet.

Im Herbst 2017 wurde mit der Umrüstung begonnen. Doch zuvor waren Vorplanungen von eineinhalb Jahren notwendig. „Es hat etwas länger gedauert, weil wir im laufenden Betrieb umgebaut haben“, berichtet der Bürgermeister. Lediglich während des Januarmonats ruhte das Haus aufgrund von Wartungs- und Reinigungsarbeiten. Die alte Technik flog raus, die neue wurde installiert, Steuerung und Pumpen wurden überarbeitet und teilweise erneuert. „Unseren Jahresbedarf an Strom decken wir nun zu 100 Prozent selber“, sagt Paulsen nicht ohne Stolz.

Neu im Fuhrpark Nordstrands ist auch der geleaste BMW – ein Elektro-Fahrzeug, das nun von der Kommune genutzt wird. „Im Amt Nordsee-Treene haben wir fünf, insgesamt sind amtsweit 17 E-Tankstellen geplant, zwei davon auf Nordstrand.“

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