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Der Maler Erich Duggen : Kraftvolle Bilder von Land und Leuten

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Im Alten Rathaus in Garding wird noch bis zum 22. April eine Ausstellung mit Werken von Erich Duggen gezeigt. Der Maler und Kunsterzieher lebte und arbeitete einst in St. Peter-Ording.

Ein Auftakt nach Maß. Mit atmosphärisch dichtem Sound, der viel Spielraum für solistische Höhenflüge und jazzige Grooves ließ, legten Gerd Beliaeff (Posaune) und Martin Sanders (Gitarre) vom Duo Zweigang im Alten Rathaus Garding den musikalischen Klangteppich für einen Künstler, der der Westküste eng verbunden war: Erich Duggen (1910-1989). Dass der Förderverein für Kunst und Kultur Eiderstedt mit seiner Gruppe KunstKlima diesmal keine zeitgenössischen Werke zeigt, sondern frühe Arbeiten eines Künstlers, der nicht mehr lebt, ist der regionalen Bedeutung Duggens und seinem umfangreichen Nachlass zu verdanken. Im vergangenen Jahr wurde dieser von Sohn und Enkel an die Gemeinde St. Peter-Ording übergeben.

Erich Duggen liebte die Westküste. „Hier ging er vor Anker“, sagt sein Wegbegleiter Hans-Jürgen Krähe. In Nordfriesland suchte der Spätimpressionist und -expressionist seine Motive, malte zarte Aquarelle von Sylt und Amrum, die durch ihre Leichtigkeit gefangen nehmen, schuf farbintensive Ölgemälde wie „Die Mühle von Nebel auf Amrum“ oder stimmungsvolle Winterbilder wie die verschneite „Kate bei Garding“. Neben diesen Westküsten-Bildern aber gibt es auch den Duggen, der zur Kurischen Nehrung reiste, auf Langeoog und in Schweden malte und in ganz Norddeutschland unterwegs war, um seine Eindrücke von Land und Leuten mit Pinsel und Palette, Zeichenstift und Feder festzuhalten. So entstanden kraftvolle Skizzen von Katen bei Kiel, aber auch markante Porträts und sensible Stillleben. Arbeiten, die von der hohen künstlerischen Qualität des frühen Duggen zeugen.

„Hier kann man sich wiederfinden“, freute sich Gardings Bürgermeisterin Andrea Kummerscheidt bei der Ausstellungseröffnung mit Blick auf die Werke des Künstlers, der als Kunsterzieher am Nordseegymnasium in St. Peter-Ording bei so vielen seiner Zöglinge den Blick für Kultur schärfte. „Er war für mich die größte Autorität in Sachen Kunst“, gestand Boy Jöns, Bürgervorsteher von St. Peter-Ording: „Kunst war etwas, das Erich Duggen für sich brauchte, um sich ausdrücken zu können.“ Wie es zu dieser Sammlung kam, schilderte deren Betreuer, Eckhard Kloth: In launigen Worten lieferte er eine künstlerische Chronik, die mit zwei Bildern von Friedrich Karl Gotsch ihren Anfang nahm, zu einer Liste mit den Namen von 25 der Westküste verbundenen Künstlern führte und heute auf rund 1500 Exponate von mehr als 50 Künstlern verweisen kann. „Nur ein Emil Nolde steht noch aus“, meinte Kloth schmunzelnd. Dafür habe bisher das nötige Kleingeld gefehlt.

Auf ein breites künstlerisches Spektrum können sich auch in diesem Jahr Besucher der Ausstellungen im Alten Rathaus Garding freuen: Nach dem Auftakt mit Erich Duggen folgen am 24. April anlässlich des 30-jährigen Jubiläums „Buchbilder – Bilderbücher“ aus dem Witzworter Buchkunst-Verlag „Quetsche“. Im Juni stellen sieben neue Mitglieder der KunstKlima-Gruppe ihre Arbeiten vor. Den schottischen Hebriden ist ab Ende Juni die Fotoausstellung „Colourful Shades of Grey“ von Martin Stock und Wilfried Dunckel gewidmet. Werke aus „Süriya – Land des Baal“ zeigt Inka Langer von August bis Mitte September, bevor der Kunstverein Heide bis Ende Oktober „Über die Eider“ blickt und ausgesuchte Werke in Garding präsentiert.

Auch in diesem Jahr begleiten zahlreiche Veranstaltungen und Vorträge die Ausstellungen. Brandneu bestückt ist übrigens der Schauraum im Alten Rathaus, wo in jährlichem Wechsel Bilder von Künstlern der KunstKlima-Gruppe zu sehen (und auch zu kaufen) sind.

Die Ausstellung „Erich Duggen“ ist bis zum 22. April in Garding zu sehen. Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag von 15 bis 18 Uhr, sowie Dienstag von 10 bis 13 Uhr.

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