Regionalwettbewerb „Jugend debattiert“ : Kräftemessen mit guten Argumenten

Haben sich in der Debatte für Sportgeräte in öffentlichen Grünanlagen stark gemacht: Maike Jaax von der Theodor-Storm-Schule in Husum (l.) und Nova Leu von der Domschule Schleswig.
Haben sich in der Debatte für Sportgeräte in öffentlichen Grünanlagen stark gemacht: Maike Jaax von der Theodor-Storm-Schule in Husum (l.) und Nova Leu von der Domschule Schleswig.

Gymnasiasten von fünf Schulen lieferten sich beim Regionalwettbewerb „Jugend debattiert“ in Niebüll einen Schlagabtausch zu verschiedenen Themen. Die Sieger fahren zum Landeswettbewerb.

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10. Februar 2018, 18:30 Uhr

Niebüll | Gestikulierend vertritt Nova Leu ihren Standpunkt. Sportgeräte in öffentlichen Grünanlagen? Eine gute Idee, findet die Schülerin. Sie ist eine von 16 Teilnehmern, die in zwei Altersklassen unterteilt, beim Regionalwettbewerb von „Jugend debattiert“ in der Friedrich-Paulsen-Schule in Niebüll antreten. Die Teilnehmenden sind die jeweiligen Schulsieger der Domschule Schleswig, der Nordseeschule St. Peter-Ording, der Theodor-Storm-Schule Husum, der Sylter Gemeinschaftsschule sowie der Friedrich-Paulsen-Schule Niebüll.

Auf der Bühne der Aula wird angeregt debattiert – eine Jury hört aufmerksam zu. In einer Hin- und Rückrunde und im anschließenden Finale messen sich alle beim Pro und Contra zu den unterschiedlichsten Themen: vom Diesel-Fahrverbot in Großstädten bis hin zur Ladenöffnung an Sonntagen. Die möglichen Punkte hatten die Teilnehmenden bereits zehn Tage im Voraus erhalten, um sich umfassend mit diversen Argumenten für und gegen den jeweiligen Sachverhalt vorbereiten zu können. Am Tag des Wettbewerbs werden die Themen und die jeweilige Haltung dazu per Los zugeteilt. Lediglich ein paar Minuten Besprechungszeit mit dem zugewiesenen Partner – dann geht es los.

In der ersten Debatte treten vier Schüler der Sekundarstufe I an und äußern sich rund um Sportgeräte in öffentlichen Grünanlagen – dabei wird engagiert versucht, die Argumente aus dem gegnerischen Lager zu entkräften. „An den Sportgeräten können sich die Benutzer verletzen, weil keine Trainer zur Verfügung stehen wie im Fitnessstudio“, gibt Göntje Jensen zu bedenken. Hinweisschilder mit Gebrauchsanweisungen würden diese Risiken allerdings weitestgehend aus dem Weg räumen, widerspricht Nova Leu. Die gegnerische Seite weist nun auf die hohen Kosten hin – hitzig geht es weiter. Nach etwa 20 Minuten eifrigen Debattierens darf jeder ein kurzes Resümee ziehen und seinen Standpunkt nochmals bekräftigen. Anschließend füllt die Jury Bewertungsbögen aus.

Während in den Qualifikationsrunden drei Jurymitglieder Sachkenntnis und Überzeugungskraft bewerten, sitzen im Finale fünf Unparteiische von Schulen aus der Region. Die Lehrkräfte bewerten neben der Ausdrucksweise und der Stärke der Argumente insbesondere die Diskussionsführung. Die Debattierenden müssen das vorher gebrachte Argument aufgreifen, widerlegen und ihren eigenen Standpunkt neu bekräftigen. Auf einer Skala von eins bis fünf kann die Jury nun Punkte vergeben.

Der Wettbewerb „Jugend debattiert“ wird seit 2005 ausgetragen. Begonnen wird mit schulinternen Debatten und die jeweiligen Sieger können sich über die Regional- und Landesebene bis zum Bundeswettbewerb in Berlin hoch-debattieren. „Die jeweils Erst- und Zweitplatzierten werden unseren Schulverbund in Kiel beim Landeswettbewerb vertreten“, informiert Dörte Wilbrand. Sie ist Lehrerin an der Friedrich-Paulsen-Schule und die Regionalkoordinatorin dieses Wettbewerbs.

Nach vielen Stunden umfassender Debatten folgt nach der Finalrunde die Siegerehrung. In der Sekundarstufe I (8. bis 10. Klasse) heißt der Sieger Anton Petrak (Nordseeschule St. Peter-Ording). Nova Leu (Domschule Schleswig) ist die zweite Siegerin. In der Sekundarstufe II hat sich Lukas Sonntag (ebenfalls Domschule) auf den ersten Platz geredet, gefolgt von Lennert Möllgaard (Theodor-Storm-Schule Husum).

Die vier Sieger dürfen sich nun auf ein Rhetoriktraining bei professionellen Rednern freuen, um fit zu sein für den Landeswettbewerb am 14. März.

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