Eine LTO für die Küste Nordfrieslands : Kräfte im Tourismus gebündelt

Ohne LTO würde es keine Fördergelder für die touristische Auffrischung des Ortsteils Schobüll geben.
Ohne LTO würde es keine Fördergelder für die touristische Auffrischung des Ortsteils Schobüll geben.

Lang hat’s gedauert: Im Schloss vor Husum wurde jetzt die Lokale Tourismus-Organisation Nordseeküste Nordfriesland gegründet.

von
09. Juni 2018, 14:41 Uhr

Nach all den Jahren des Hin und Hers ging es dann plötzlich erstaunlich schnell: Die Lokale Tourismus-Organisation (LTO) Nordseeküste Nordfriesland wurde in rekordverdächtigen 25 Minuten ins Leben gerufen. „Zeitlich haben wir uns vorher nicht gerade mit Ruhm bekleckert – seit 2009 haben wir ja nicht so viel geschafft“, gab Bürgermeister Uwe Schmitz im Schloss vor Husum vor den Abgesandten der Gründungsmitglieder – der Ämter Mittleres Nordfriesland, Nordsee-Treene und Südtondern, der Gemeinden Nordstrand und Pellworm, des Vereins Husumer Bucht/Ferienorte an der Nordsee und der Stadt Husum – sowie Vertretern des kommunalen Ehrenamtes und den Gästen zu. Aber die Forderung des Kieler Wirtschaftsministeriums sei klar gewesen: Die Regionen im Land sollten sich touristisch breiter aufstellen, um wettbewerbsfähig zu sein.

„Das haben wir sehr lange nur zur Kenntnis genommen – bis es sich abzeichnete, dass Förderungen des Landes von der Gründung einer LTO abhängig gemacht werden. Und seit dem Tourismus-Tag 2017 machen wir jetzt ernst.“ Wohl auch getrieben von den hochfliegenden Plänen in der Kreisstadt, denn ohne Finanzspritzen aus Kiel sind weder der Neubau des Hallenbades noch die Neugestaltung des Schwimmmbad-Bereichs in Schobüll zu stemmen – Kernpläne der touristischen Aufwertung Husums.

Ganz so, wie sich das Land das wünschte, sei man in der Region dann aber doch nicht vorgegangen: „Kiel wollte eine GmbH, aber da hätten wir schon am Anfang zu viel Geld verbrannt. Deswegen haben wir uns für die Rechtsform des Vereins entschieden.“

„Dass es so lange gedauert hat, lag nicht nur an uns“, gab Pellworms Bürgermeister Jürgen Feddersen zu bedenken. Ursprünglich habe man eine viel größere LTO angepeilt. „Alle Inseln und Halligen unter einem Dach.“ Aber da seien nicht alle mitgezogen. „Das hat Ex-Wirtschaftsminister Reinhard Meyer verbockt, da er den Hoogern zusagte, dass sie keine LTO brauchen.“ So gebe es jetzt die „Versammlung der Übriggebliebenen“.

Alles Vergangenheit, so der Nordstrander Bürgermeister Werner Peter Paulsen. „Jetzt blicken wir in die Zukunft und bündeln unsere Kräfte.“ Synergien schaffen und Fördergelder einstreichen, ergänzte Eva-Maria Kühl, die Vorsteherin des Amtes Nordsee-Treene. „Läuft“, fasste Schmitz die Aussprache zur Gründung kurz und bündig zusammen.

Die Formalien wurden im Eilverfahren abgehakt: Zum Vereinsvorsitzenden wurde Uwe Schmitz gewählt, zum ersten Stellvertreter der Direktor des Amtes Mittleres Nordfriesland, Dr. Bernd Meyer, und zum zweiten Stellvertreter der Direktor des Amtes Südtondern, Otto Wilke. Diesem Vorstand wurde das Recht eingeräumt, Satzungsänderungen vorzunehmen, die das zuständige Amtsgericht in Flensburg möglicherweise einfordert – „Dann müssen wir nicht jedes Mal die gesamte Versammlung einberufen“, so Schmitz. Als Mitgliedsbeitrag wurden 500 Euro pro Jahr festgelegt, mit denen die Verwaltungskosten der Vereinsarbeit bezahlt werden – und zwar gleich ab 2018. Jetzt muss die imhaltliche Arbeit beginnen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen