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Husumer Nachrichten

19. Oktober 2017 | 22:36 Uhr

Kotzenbüll rutscht in die roten Zahlen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

von
erstellt am 20.Nov.2014 | 13:19 Uhr

Bisher konnte Kotzenbüll noch als eine der wenigen Gemeinden im Amtsbereich Eiderstedt ihren Haushalt ausgleichen. Doch damit ist nun Schluss. „Auch die letzten Gemeinden im Amt werden diesmal mit einem geplanten Fehlbetrag in das Haushaltsjahr 2015 gehen. Für Kotzenbüll sind das 92 900 Euro“, erläuterte Hannelore Borchers von der Amtsverwaltung in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter, in der der Haushalts- und Stellenplan 2015 im Mittelpunkt stand. Einer der Gründe seien geringere Schlüsselzuweisungen. Kotzenbüll muss auf 1000 Euro verzichten und erhält im nächsten Jahr 87 100 Euro. Demgegenüber stünden mehr Aufgaben, die die Kommunen wahrnehmen müssten, aber auch dementsprechend mehr Geld kosteten.

Den Kommunen mit einer Lücke im Haushalt, helfen – je nach Höhe Kreis oder Land mit einer Fehlbedarfszuweisung. Damit diese nicht gekürzt wird, müssen gewisse Vorgaben erfüllt sein. Deswegen muss Kotzenbüll seine Hebesätze für die Realsteuern anheben: Die Grundsteuer A soll auf 370 Prozent, die Grundsteuer B auf 390 und die Gewerbesteuer auf 370 angehoben werden. Auch bei der Hundesteuer langt der Staat zu. Für den ersten Hund sowie alle weiteren Hunde beträgt die Jahressteuer nun 120 Euro. Die Zweitwohnungssteuer war bereits angepasst worden. „Uns bleibt nichts anderes übrig, als die Hundesteuer zu erhöhen“, so Bürgermeister Andreas Jacobs.

Wesentliche Abweichungen gegenüber dem Vorjahr: Für notwendige Sanierungsmaßnahmen am Gemeindehaus wurden 4800 Euro sowie für den Brandschutz insgesamt 8400 Euro eingestellt. Der Kindergartenbeitrag konnte um 6000 Euro auf 24 000 Euro gesenkt werden. Für die Unterhaltung der Gemeinde- und Wirtschaftswege wurden 37 500 Euro eingeplant, darin eingeschlossen ist der Bahnübergang am Bumsweg sowie die dringend erforderlichen Unterhaltungsarbeiten im Gemeindegebiet inklusive Splitt- und Asphaltarbeiten. Die Sanierung der Brücken wird die Kommune 20 000 Euro kosten. Der Gemeindeanteil an dem Friedhofsdefizit wird mit 4700 Euro veranschlagt. Der Ansatz für die Einkommenssteuer wird gegenüber dem Vorjahr um 4500 Euro erhöht. Die Kreis- und Amtsumlage werden entsprechend der Finanzkraft neu berechnet. Die Kreisumlage beträgt voraussichtlich 37 Prozent mit 72 300 Euro (im Vorjahr 71 500 Euro), die Amtsumlage 23,93 Prozent mit 46 800 Euro (Vorjahr 41 200). Im Ergebnisplan für das Haushaltsjahr 2015 wird mit Erträgen von 221 600 Euro gerechnet, bei den Aufwendungen mit 314 500 Euro, ergibt einen Fehlbetrag von 92 900 Euro. Im Finanzplan ergeben sich voraussichtliche Einzahlungen von 221 100 Euro sowie Auszahlungen aus laufender Verwaltungstätigkeit von 299 800 Euro. Der Ort hat 228 Einwohner. Der Haushalts- und Stellenplan – übrigens zum zweiten Mal in „Doppik-Manier“ – sowie die Nachtragssatzung über die Erhebung einer Hundesteuer wurden einstimmig genehmigt.

Ebenso segnete das Gremium auch den Kooperationsvertrag mit der LTO St. Peter-Ording ab. Er soll am 1. Januar 2015 in Kraft treten. Der Inhalt, so der Gemeindechef, ist für alle Kommunen gleich. Es sei gut, wenn gemeinsam etwas auf die Beine gestellt wird. Eine Anregung aus der Runde: „Wir sollten uns vor Ablauf der Kündigungsfrist 2017 noch einmal über das bis dahin Erreichte unterhalten.“


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