Kolkerheide : Kooperation für mehr Kita-Plätze

Der Anbau am Kindergarten Joldelund ist auf der linken Seite geplant – zum größten Teil auf dem angrenzenden Grundstück.
Der Anbau am Kindergarten Joldelund ist auf der linken Seite geplant – zum größten Teil auf dem angrenzenden Grundstück.

Die Gemeinden Kolkerheide, Joldelund, Goldelund und Goldebek planen gemeinsam einen Anbau.

Avatar_shz von
18. März 2018, 10:00 Uhr

Mit zwölf Bürgern aller Altersgruppen war die Kolkerheider Gemeindeversammlung, die einmal mehr im Wohnzimmer des Bürgermeisters stattfand, wieder ausgesprochen gut besucht. Hans Günter Thordsen kennt den Grund dafür: „Da wir weniger als 70 Einwohner zählen, hat jeder, der mindestens 16 Jahre alt ist, bei allen anstehenden Entscheidungen ein Mitbestimmungsrecht. Unsere Dorfbewohner wissen diese Basis-Demokratie zu schätzen und nutzen sie gerne“, sagt er.

Sein wichtigstes Thema an diesem Abend war der geplante Anbau am evangelischen Kindergarten in Joldelund, den aktuell zwei Kinder aus Kolkerheide besuchen. Ab dem Sommer werden es vier sein. Wie in fast allen Kindergärten im Kreisgebiet, ist auch die Joldelunder Einrichtung spürbar an ihre Grenzen gekommen: Durchschnittlich werden dort 55 Kinder betreut, verteilt auf zwei Regelgruppen und eine gemischte Gruppe, in der es auch Krippenkinder (unter drei Jahre) gibt. „In diesem Jahr kommen wir mit den Kapazitäten noch gerade so zurecht, aber spätestens ab August 2019 brauchen wir deutlich mehr Platz für mehr Kinder und damit auch zwei bis drei weitere Erzieher“, berichtete Thordsen von dem gemeinsam mit Joldelund, Goldelund und Goldebek gefassten Plan, an dem Gebäude einen etwa 177 Quadratmeter großen Anbau zu errichten.

Den Platz dafür bietet das Grundstück in der Schulstraße 6, das die Gemeinde Joldelund vor Kurzem erworben hat und das direkt an das Kindergartengrundstück grenzt. Etwa 800 Quadratmeter dieser Fläche sollen zum Preis von 8,90 Euro pro Quadratmeter an die kooperierenden Gemeinden verkauft werden. Die Frage, in welcher Höhe das Bauvorhaben gefördert werden kann, sei noch nicht abschließend geklärt, da derzeit sehr viele Kommunen ähnliche Neubauten planen und der entsprechende Fördertopf sehr begehrt ist. Fest stehe bisher nur, dass die beteiligten Gemeinden zu diesem Zweck einen öffentlich-rechtlichen Vertrag unterschreiben und die Kosten nach einem noch festzulegenden Schlüssel unter sich aufteilen werden. Hans Günter Thordsen hofft auf einen zügigen Verlauf bei den notwendigen Vorbereitungen für dieses ambitionierte Vorhaben, damit nach Möglichkeit noch in diesem Jahr mit dem Bau begonnen werden kann.


Weitere Themen

Im weiteren Verlauf der Sitzung informierte der Bürgermeister darüber, dass die Elternbeiträge bereits in diesem Jahr deutlich erhöht wurden. Für die Betreuung in der Regelgruppe zahlen Eltern für ihr Kind monatlich 130 Euro (vorher 117), für U3-Kinder mit entsprechend höherem Betreuungs- und Pflegeaufwand werden 170 Euro (vorher 142) fällig.

Des Weiteren wies er darauf hin, dass das Amt Mittleres Nordfriesland künftig einen hauptamtlichen Amtsdirektor bekommen soll und erläuterte die daraus resultierenden Umstrukturierungen. So wird sich der Hauptausschuss von sieben auf neun Mitglieder vergrößern und zugleich die Aufgaben anderer, kleinerer Ausschüsse mit übernehmen. Außerdem sei eine Neuaufteilung der Stimmenzahlen der einzelnen Gemeinden im Amtsausschuss geplant: „Künftig berechnet sich die Stimmenanzahl anhand der Einwohner der einzelnen Gemeinden“, sagte er und wies darauf hin, dass er sich klar gegen eine Umstrukturierung ausgesprochen habe. Insgesamt sei das Abstimmungsergebnis zu den geplanten Änderungen mit 17 zu 12 Stimmen sehr knapp ausgefallen. „Aus meiner Sicht geht die Umstrukturierung zu Lasten der Gemeinden mit geringeren Einwohnerzahlen“, so die Kritik des Bürgermeisters von Kolkerheide.





zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen