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St. Peter-Ording : Konzept für geordnetes Strandleben

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

St. Peter-Ording: Der Tourismus- und der Umweltausschuss sprechen sich für das Papier zur Strandentwicklung aus, das bis 2030 gilt.

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erstellt am 12.Aug.2017 | 10:00 Uhr

Der Strand von St. Peter-Ording ist die Goldgrube des Ortes und der Region. Denn ohne ihn würden wohl kaum so viele Gäste jedes Jahr in den Badeort kommen, knapp 385.000 Urlauber wurden im vergangenen Jahr gezählt. Dazu kommen noch hunderttausende Tagesgäste jedes Jahr. Allein aus diesem Grund müssen sich die Verantwortlichen im Ort Gedanken über seine weitere Entwicklung machen. Doch der Strand mit seinen Dünen und Salzwiesen ist nicht nur die größte Sandkiste der gesamten Festlands-Nordseeküste, sondern auch Teil des Nationalparks Wattenmeer und des Weltnaturerbes. Er ist ein besonderes und spezielles Ökosystem, das des besonderen Schutzes bedarf. Die Bedürfnisse von Tourismus und Natur gilt es miteinander in Einklang zu bringen. Wie dieses und was auf dem gut 24 Quadratkilometer Areal bis 2030 geschehen darf, wird in einem Strandentwicklungskonzept festgeschrieben.

Daran arbeitet die Gemeinde seit rund zwei Jahren im Dialog mit Behörden und Verbänden, allen voran die Nationalparkverwaltung in Tönning. Bis Ende des Jahres soll es fertig und abgesegnet sein, so die Hoffnung von Bürgermeister und Tourismus-Direktor Rainer Balsmeier. Ein weiterer Schritt auf diesem Weg ist getan: In einer gemeinsamen Sitzung haben Umwelt- und Tourismusausschuss von St. Peter-Ording dem inzwischen 49 Seiten starken Papier zugestimmt. Es soll nun abschließend mit der Nationalparkverwaltung (NPV), dem Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN), dem Kreis Nordfriesland, den zuständigen Landesbehörden sowie den zu beteiligenden Naturschutzverbänden abgestimmt werden. Das letzte Wort hat die Gemeindevertretung. Das Konzept war im April 2016 in den beiden Ausschüssen erstmals öffentlich besprochen worden. Damals waren einige Änderungen gewünscht worden, unter anderem ging es um einen Hundeauslauf und das Kiten am Südstrand. Zwei Themen für die bereits Lösungen gefunden worden sind.

„Man muss ja nicht mit allen Punkten 100-prozentig übereinstimmen, aber mit diesem Konzept kann man leben“, erklärte der Umweltausschuss-Vorsitzende Jochen Rother (CDU). Es sei auch wegen der kommenden Verhandlungen für das Strandparken wichtig. Der Vertrag läuft 2019 aus. Neben den übergeordneten Handlungsempfehlungen aus naturschutzfachlicher und touristischer Sicht beschreibt das Konzept auch detailliert, was an den einzelnen Strandabschnitten geschehen soll und darf. Ferner gibt es einen Anhang mit Übersichtskarten zu Nutzungen und Vorrangflächen für den Naturschutz.

Bevor er das Konzept im Schnelldurchlauf durchging, betonte Bürgermeister Balsmeier: „Die Messlatte für uns ist der Nationalpark und das Weltnaturerbe.“ Die anschließende Diskussion war recht kurz, die Sitzung nach gerade mal einer Stunde beendet. Zur Frage von Rainer Lucassen (AWG) erklärte NPV-Chef Dr. Detlef Hansen, dass eine Erweiterung des Betriebs am Strand nur noch in bestimmten Grenzen erfolgen dürfe. Ferner plädierte Lucassen dafür, englischsprachige Schilder nur an geeigneter Stelle anzubringen. Ein weiteres Thema waren die Trampelpfade in den Salzwiesen, den einen lenkende Wirkung zugesprochen wurde. Dr. Detlef Hansen erklärte abschließend, dass die Nationalpark-Partnerschaft mit diesem Konzept gelebt werde.

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