Schnelles Internet in Bredstedt : Kontroverse um das Glasfasernetz

Die Stadtvertreter  informierten sich über einen möglichen Netzausbau in Bredstedt.
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Die Stadtvertreter informierten sich über einen möglichen Netzausbau in Bredstedt.

Die Breitbandnetzgesellschaft mahnt, dass die notwendigen 200 Haushalte für die erste Ausbauphase bislang nicht erreicht wurden. Bredstedts Stadtvertreter wollen nun alle Haushalte anschreiben.

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22. Juli 2015, 15:00 Uhr

Die Gemeinden um die Stadt herum sind bereits mit dem schnellen Internet ausgestattet: Breklum, Drelsdorf, Sönnebüll, Reußenköge und Högel. Der erste Versuch, Abnehmer in Bredstedt in das Glasfasernetz der Breitbandnetzgesellschaft (BNG) Breklum aufzunehmen, ist allerdings gescheitert. Montagabend debattierten daher die Stadtvertreter in ihrer Sitzung kontrovers, um einen gemeinsamen Konsens zu finden.

Von der BNG präsentierte Kerrin Carstensen auf einer Leinwand nochmals die Vorteile, die hinter dem Anschluss an das schnelle Internet stehen. Das Ziel der BNG ist laut der Mitarbeiterin, Glasfaser für alle Bewohner im nördlichen Nordfriesland anzubieten. Zusammengefasst sind es 50 Gemeinden mit 24  000 Anschlüssen in den Ämtern Mittleres Nordfriesland und Südtondern. „Bislang wurden in Bredstedt die nötigen Haushalte aber noch nicht erreicht“, verdeutlichte Kerrin Carstensen die Brisanz. Notfalls müsse man die Stadt an das Ende der Liste setzen, um am Ende einen weiteren Versuch zu starten. In Langenhorn starte bald der Anschluss, betonte sie.

Für die BNG beinhaltet die Marschrichtung derzeit, dass 2015 zunächst das Gewerbegebiet in Bredstedt angeschlossen werden soll und die daran angrenzenden Straßen wie der Oldenweg. Bis 2017 sollte dann die ganze Stadt versorgt sein, rechnet Kerrin Carstensen vor. „Warum wird nicht neben dem Gewerbegebiet zunächst die Süderstraße bis in die Innenstadt erschlossen“, wollte der Stadtvertreter Björn Schlichting (CDU) wissen. Bürgermeister Knut Jessen (WGB) erstickte diese Diskussion im Keim. Für ihn sei wichtig, dass überhaupt die notwendigen Haushalte gefunden würden. „Alle Stadtvertreter stehen in der Pflicht“, machte er deutlich. In Högel seien 100 Prozent erreicht worden, weil dort die Gemeinschaft zueinander hält. In anderen Gemeinden liege die Quote auch bei 70 bis 80 Prozent. Dort wurden die Einwohner auch von den Gemeindevertretern angesprochen und aufgeklärt, welchen Mehrwert Glasfaser hat. Bredstedt hätte bislang erst zehn Prozent. „Die Stadtvertreter müssten auch persönlich aufklären. Dann sollten die notwendigen 200 Haushalte für die erste Ausbauphase möglich sein“, ist sich der Bürgermeister sicher.

Die Breitbandnetzgesellschaft sieht sich laut Kerrin Carstensen nicht in der Lage, von Haus zu Haus zu gehen. Der Vorsitzende des Seniorenbeirats der Stadt Ralf Quintus-Winther schlug vor, dass von ihm und seinen Mitgliedern zusätzlich Aufklärungsarbeit geleistet werden könnte. Jessen erfreute dieses Engagement. Er steckt zudem Hoffnung in ein persönliches Anschreiben der Stadt an alle 2700 Haushalte.

Die Stadtvertreter aller Fraktionen stimmten seinem Vorschlag zu. Notfalls müssten die 5000 Einwohner persönlich angesprochen werden, waren sie sich abschließend einig.

Ferner stimmten die Stadtvertreter einstimmig für die Erneuerung von vier Heizungsanlagen in städtischen Gebäuden. Das Bürgerhaus, das Naturzentrum und zwei Altenwohnungen in der Rungholtstraße sowie Parkstraße werden modernisiert. Die gesamten Investitionssumme liegt bei bei 85  000 Euro und wird laut Erklärung des Stadt-Chefs über ein Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) finanziert. Bei einer jährlichen Einsparung von 6000 Euro werden sich die Kosten armotisieren: „Das ist ähnlich wie die Umrüstung auf LED-Leuchten“, zieht der Bürgermeister ein Vergleich.

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