Kreis Nordfriesland : Konjunktur schafft Luft für die Zukunft

Dem Kreis Nordfriesland geht es finanziell langsam wieder besser.
Dem Kreis Nordfriesland geht es finanziell langsam wieder besser.

Für den Kreis geht es bergauf. Im Haushalt 2018, den der Kreistag morgen berät, ist ein Millionen-Überschuss eingeplant.

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14. Dezember 2017, 16:29 Uhr

Die Summe ist rekordverdächtig – aber auf jeden Fall nicht von Pappe: Rund 335 Millionen Euro umfasst der Haushalt des Kreises Nordfriesland für 2018. Mit den Details werden sich die Abgeordneten des Kreistages in ihrer morgigen Sitzung ab 9.30 Uhr im Husumer Kreishaus befassen – wohl leichten Herzens, denn während sich die Verantwortlichen über viele Jahre mit beunruhigenden Defiziten herumschlagen mussten, darf – wie schon in diesem Jahr – auch für 2018 mit einem Überschuss gerechnet werden. Dieser bewegt sich laut Vorlage für den Kreistag immerhin bei fünf Millionen Euro.

Dass es weiter bergauf geht, ist einem Strauß von Faktoren zu verdanken: In erster Linie kommen dem Kreis Nordfriesland – ebenso wie den Städten und Gemeinden – die dank der robusten konjunkturellen Entwicklung sprudelnden Steuereinnahmen zugute. Zudem gibt es zeitlich befristete Zuwendungen des Landes und des Bundes. Und auch die seit Jahren laufenden eigenen Anstrengungen zur Haushaltskonsolidierung greifen, wie Veronika Mohr vom Fachdienst Finanzen und der Fachbereichsleiter für Zentrale Dienste, Hauke Boller, auf Anfrage erläuterten. Parallel hat der Kreis Nordfriesland zuletzt alte (teure) Kredite ablösen und seinen Schuldenstand unter die 35-Millionen-Euro-Marke drücken können.

Zu Euphorie ist freilich trotz der guten Entwicklung für 2018 kein Anlass. Denn es gibt eine Reihe wichtiger Investitionsvorhaben, aber auch gesetzgeberische Unwägbarkeiten, die im aktuellen Haushaltsplan noch keinen Niederschlag gefunden haben: Dies gilt für den ins Auge gefassten und grob mit 15 Millionen Euro veranschlagten Kreishaus-Anbau, die im Nachgang zum Bürgerentscheid anstehende Modernisierung des Klinikums Nordfriesland und seiner Häuser in Niebüll und Husum sowie Auswirkungen durch das Bundesteilhabegesetz. Experten erwarten, dass die Zahl der Leistungsberechtigten und damit auch die finanziellen Aufwendungen im Zuge der Umsetzung des Gesetzes zur Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen steigen werden. Nicht abschließend beantwortet ist auch die Frage, wie viel den Kreis letztlich die Einführung des Rufbus-Systems im Öffentlichen Personennahverkehr kosten wird.

Treffen die Steuerschätzungen zu, könnte es in punkto Konsolidierung auch mittelfristig erfolgreich für den Kreis laufen. „Wir sind weiterhin positiv unterwegs“, sagt jedenfalls Veronika Mohr. Ziel ist es, ein positives Eigenkapital und damit endlich wieder Rücklagen aufzubauen. Denn hinsichtlich der Eigenkapital-Entwicklung rangierte Nordfriesland noch Ende 2016 unter den letzten drei Kreisen in Schleswig-Holstein, während seine Gemeinden im Schnitt zu den drittfinanzkräftigsten im Land zählten.

Jetzt bedarf der Kreis Nordfriesland zumindest schon keiner Fehlbedarfszuweisung des Landes mehr. Das kam nämlich bei seinem Okay für den laufenden Kreis-Etat erstmals wieder zu der Einschätzung, „dass die Leistungsfähigkeit des Kreises Nordfriesland durch die erwarteten Jahresüberschüsse grundsätzlich gegeben ist“.

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