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Workshop für Jugendliche : Konfirmanden spielen Theater

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

27 Jugendliche der Kirchengemeinde absolvieren einen Workshop mit der Gruppe „Covenant Players“. Die Laiendarsteller präsentieren sich im Gottesdienst in Bredstedt. Die Idee kam vom Pastoren-Ehepaar Schuchardt.

Alle 27 Konfirmanden haben sich im Gemeindehaus der Kirchengemeinde Bredstedt am Wochenende um 10 Uhr versammelt. Das Pastoren-Ehepaar Wiltraud und Peter Schuchardt hat sie eingeladen. Innerhalb von fünf Stunden wird ein Theater-Workshop absolviert. Die weltweit agierende Theater-Gruppe „Covenant Players“ ist gekommen. Jodi Widemann, Chefin der Truppe, und ihre Mitstreiter Annika Mamgert, Lene Maagaard und Dale Sieber, letztgenannter Akteur ist seitmehr als 20 Jahren dabei und leidenschaftlicher Schauspieler, stellen sich vor und legen los.

„Warm machen“ heißt der erste Teil. „Sprecht laut und deutlich. Lasst die Fenster des Hauses klirren und setzt Eure Vorstellungskraft ein“, ruft Dale in den Raum und macht es vor. Sprechübungen folgen. Die pantomimischen Darstellungen von Tieren fordern tatsächlich viel Fantasie ab. „Nun ist auch der letzte von Euch wach“, scherzt Dale und zeigt den jungen Leuten, wie die eine oder andere Darstellung verbessert werden kann.

Immer mehr kommen die Jugendlichen aus sich heraus. Anfängliche Skepsis oder Schüchternheit wird ersetzt durch aktives Mitmachen. Es wird viel gelacht und jeder hat sichtlich Spaß an der Sache. „Das ist praktischer Schauspielunterricht“, stellen die Seelsorger fest. Auch sie machen eifrig mit. Spielerisch geht es nach und nach ans Eingemachte.

In den vergangenen Wochen sind im Konfirmandenunterricht besonders die Gleichnisse Jesu besprochen worden. Die jungen Leute haben daraus die Botschaften für die heutige Zeit erarbeitet. Da habe es sich, so Wiltraud Schuchardt, förmlich angeboten, diese den Gemeindegliedern im Vorstellungsgottesdienst näher zu bringen. Das sollte nicht einfach nur mit Vorlesen der Texte geschehen, sondern durch Theaterstücke. Die wiederum – da waren sich alle einig – sollten nicht mit großen Kulissen bestückt werden oder das Geschehen in epischer Breite darstellen, sondern kurz, intensiv und aussagekräftig.

Genau das ist es, was sich die „Covenant Players“ seit ihrer Gründung 1963 durch den Schauspieler Charles M. Tanner auf die Fahnen geschrieben haben. Sie zeigen seither lebendig, kräftig und durchdringend das, was Jesus damals gelehrt hat, und alles ohne große Bühne. Mit dieser Motivation touren sie durch die Lande, treten in Gottesdiensten auf, bringen Kindern und Jugendlichen das Theaterspielen bei. Wer dann noch nicht genug davon und seine Berufsausbildung abgeschlossen hat, kann sich ihnen anschließen und für mehrere Monate praktische Erfahrungen sammeln. „Ich hatte im Vikariat von der Gruppe gehört. Eine Vikarin gab mir die Kontaktdaten und ich habe mit Dale telefoniert. So kam das hier zustande“, berichtet die Seelsorgerin.

„Richtig cool was wir hier machen. Das Beste ist, wir haben freie Hand“, schwärmt die Konfirmandin Nele. Sämtliche Stücke werden in fünf Gruppen selbstständig erarbeitet. Die Fachleute geben zwischendurch nur Tipps und zeigen, wie Szenen noch fesselnder inszeniert werden können. Nach und nach entstehen die Geschichten, die immer wieder einstudiert werden. So steht das Gleichnis vom guten Sämann, der armen Witwe und der ungerechten Richterin, dem verlorenen Schaf, von dem Vermehren anvertrauter Schätze und den klugen und törichten Jungfrauen, auf dem Programm. Am Ende sind alle zufrieden. Die Profis applaudieren. Noch eine letzte Stellprobe in der Kirche und ab geht es in den wohlverdienten Feierabend.

Wen wundert es, dass am nächsten Tag im Gottesdienst alles wie am Schnürchen läuft. Die Akteure bekommen viel Beifall. „Gut gemacht, nur lauter sprechen müssen die Jugendlichen“, meint Pastor in Ruhe Nils Dahl. Doch Rom sei ja auch nicht an einem Tag erbaut worden. Was zähle sei der Inhalt und der sei gut rübergekommen. Mit viel Elan seien die Konfirmanden im Einsatz gewesen.

Auch die Gemeindeseelsorger sind sich einig: „Es war gut und schön zu beobachten, wie die jungen Leute als Ensemble zusammengewachsen sind. Der Teamgeist hat sie gepackt.“, so Peter Schuchardt. Info:www.covenantplayers.org.













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