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Brot für die Welt : Konfirmanden backen Weihnachtsbrot

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In Struckum enstanden aus 36 Kilogramm Mehl, Nüssen, Sultaninen, Zimt, Koriander und Anis 62 Brotlaibe. Sie werden zu Gunsten der Aktion "Brot für die Welt" verkauft.

Nicht immer muss Konfirmandenunterricht nur Büffeln für den christlichen Glauben und dessen Grundlagen sein. Brotbacken für einen guten Zweck hieß es für 15 im kommenden Jahr zur Konfirmation anstehende Jugendliche der Kirchengemeinde Bredstedt in Meyers Backstube in Struckum. „Wir hatten uns im vergangenen Jahr an der bundesweiten Aktion der Evangelischen Kirchengemeinden zugunsten „Brot für die Welt“ in Kooperation mit Bäckereien unter dem Motto „5000 Brote – Konfis backen Brot für die Welt“ beteiligt“, berichtet Pastorenehepaar Wiltraud und Peter Schuchardt. Das sei bei allen so gut angekommen, dass es ein leichtes gewesen ist, auch die neuen Konfi-Anwärter – nicht zuletzt den Chef des Hauses Meyer, Mathias Meyer – für eine Wiederholung zu überzeugen, diesmal in gemeindeeigener Regie.

Die Jugendlichen hätten sich angesichts der Adventszeit das Backen eines Brotes mit typischen Weihnachtsgewürzen gewünscht. Tatsächlich hatte sich Bäckermeister Mathias Meyer genau das Richtige überlegt. „Wir machen ein Brot mit Nüssen, Sultaninen, Äpfeln und ganz vielen Gewürzen, wie Zimt, Koriander oder Anis“, verriet er der munteren Truppe. Dafür ließ er sogar seinen freien Nachmittag sausen. So ganz nebenbei erzählte er einiges über den Beruf des Bäckers und führte die jungen Leute durch die Backstube, bevor es ans Eingemachte ging. Schnell hatte er die Rollen verteilt. Jeder durfte nicht nur unter seiner Regie Hand anlegen, sondern auch Verantwortung für die ihm aufgetragene Arbeit übernehmen. So galt es, mit den Zutaten, wie Weizen- und Roggenmehl, Salz, Hefe und Wasser den Teig in der großen Rührmaschine zu mischen. Nebenbei erfuhren die Akteure alles über die enthaltenen Mineralstoffe oder Vitamine oder was eigentlich Sauerteig ist. Anfangs mit gewisser Vorsicht, doch schon bald mit viel Eifer und Spaß an der Sache mischten die Jugendlichen bei allen Tätigkeiten kräftig mit und löcherten Meyer mit Fragen. „Ganz schön aufwendig, so ein Brot zu backen“, meinte denn Leon, der mit dem Mischen der Mehlsorten beschäftigt war. „Ja, Backen braucht seine Zeit“, so Meyer lächelnd.

Am meisten Spaß gab es beim Kneten des Teiges und Formen der Brote. Nicht immer klappte das auf Anhieb. Doch Meyer verriet seinen persönlichen Trick und schon lief es wie am Schnürchen. 62 Brote schoben die jungen Leute in den Ofen. 36 Kilogramm Mehl wurden dafür verarbeitet. Probiert werden durfte natürlich danach. „Sehr lecker“, hieß es unisono. Großes Lob gab es für die Nachwuchsbäcker vom Meister. So habe er den jungen Leuten das Bäckerhandwerk hautnah zeigen können, vor allem, dass noch mit Herz und Hand nach alter Tradition gearbeitet wird. Darauf lege er persönlich viel Wert. Schließlich habe er den Betrieb von seinem verstorbenen Vater übernommen und selbst das Handwerk noch von der Pike auf gelernt, nachdem er zunächst einen anderen Berufsweg eingeschlagen hatte. „In der Zunft haben wir leider Nachwuchssorgen. Es gibt viele, die sich nicht für die Arbeitszeiten begeistern können. Bei uns wird ab 1.30 Uhr in Schichten begonnen“, berichtete Meyer. Für junge Auszubildende gelte aber das Jugendschutzgesetz. Sie würden nicht gleich ins kalte Wasser geworfen, sprich ganz so früh aufstehen zu müssen. Um fünf oder sechs Uhr hieße es dennoch Antreten zum fröhlichen Backen.

Nach dem gestrigen Gottesdienst brachten die jungen Leute 30 Brote an die Kirchgänger. Rund 100 Euro kamen für „Brot für die Welt“ zusammen. Die restlichen werden im Laden verkauft. Weitere „Konfi-Brote“ werden noch bei Meyer gebacken. Die Hälfte des Verkaufserlöses wird der Chef ebenfalls für „Brot für die Welt“ spendieren. „Eine tolle Aktion, bei der ich wieder mitmachen darf“, so Meyers Resümee.

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