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Ein Höhepunkt 2013: Ende des Messestreits : Kompromisse tun erstmal weh

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Sie bleiben Partner und veranstalten gemeinsam die internationale Leitmesse „Windenergy“ – von diesem Jahr an jedoch in Hamburg: Die Husumer Messegesellschaft hatte sich auf diese Einigung einlassen müssen.

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erstellt am 04.Jan.2014 | 07:00 Uhr

Das Bild von zwei aufeinander zu rasenden Zügen war die dramatische Beschreibung für ein Ereignis, das ganz Nordfriesland ins Mark getroffen hat. Denn die Region der Windpioniere hat 2013 ihre internationale Leitmesse verloren, deren Vorläufer 1989 ebenfalls in Husum „erfunden“ worden war. Mit diesem Unfallszenario hatten der Aufsichtsratsvorsitzende der Husumer Wirtschaftsgesellschaft (HWG), Peter Cohrs, und Messe-Geschäftsführer Peter Becker deutlich gemacht, dass es bei einem Konfrontationskurs nur Verlierer gegeben hätte. In diesem Fall war der Gegner ein Partner: Die von der Hansestadt finanzierte Hamburger Messe GmbH trat gegen die von der HWG getragene Messe & Congress an.

Stil ist den Hamburgern sicherlich nicht vorzuwerfen, als sie 2012 ihren länger vorbereiteten Coup verrieten, die „Windenergy“ in die Hansestadt zu holen: Vom 23. bis 26. September 2014 wollten sie zeitgleich zur Husumer eine Windmesse an der Elbe inszenieren. Als sich dann 2013 führende deutsche Anlagen-Hersteller und der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) offensiv hinter Hamburg stellten, weil es eine andere Infrastruktur bietet, sahen die Verantwortlichen in Husum keine Chance mehr für eine weitere Gegenwehr, die es zuvor massiv gegeben hatte.

Ende April 2013 kam es dann nach 15 Monaten Verhandlungsmarathon unter Moderation des Präsidenten des Unternehmensverbandes Nord, Uli Wachholtz, zum Messe-Deal zwischen Hamburg und Husum. Denn ohne den reichen Erfahrungsschatz der Nordfriesen trauten sich die Hanseaten denn doch nicht auf zum eigenen Messe-Ufer. Nun sind die bisherigen auch die neuen Partner – diesmal für eine Hamburger „Windenergy“. Von diesem Jahr an veranstalten die beiden Messegesellschaften gemeinsam alle zwei Jahre die internationale Leitmesse der Windindustrie in der Hansestadt, während von September 2015 an – Premiere ist vom 15. bis 18. September – in den ungeraden Jahren eine nationale, mittelständisch orientierte „Husum Wind“ zum Schaufenster der Branche wird. Eine entsprechende Vereinbarung gilt bis 2019. Ein unterschriebenes Vertragswerk mit Einzelheiten zur Zusammenarbeit in einer Gesellschaft mit gemeinsamer Geschäftsführung, an der Husumer und Hamburger jeweils zu 50 Prozent beteiligt sind, liegt allerdings noch nicht vor.

Nach der Einigung kam es im Juni 2013 zu einer Gegenaktion von rund 500 Kritikern. Katharina Knox, Kommanditistin der Husumer Messegesellschaft, ging als Sprecherin einer Initiative „Windenergy 2014 in Husum“ an die Öffentlichkeit und offerierte eine neue Messegesellschaft. Am Ende entschlossen sich dann die Nordfriesen, dass es besser ist, an einem Strang zu ziehen, um nun „Husum Wind“ zum Erfolg zu bringen.

 

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