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Kompromiss: Jugendarbeit kommt auf den Prüfstand

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

von
erstellt am 12.Sep.2013 | 21:00 Uhr

„Viel Spaß mit dem Protokoll“, wünschte Bürgermeister Uwe Schmitz am Ende einer kontroversen Sitzung seinem Mitarbeiter Manfred Albrecht. Einen Beschluss im engeren Sinne hatte der Ausschuss für Jugend und Soziales zwar nicht gefasst, aber zumindest die Weichen für die Stadtvertretung am 26. September gestellt, in der das Thema abschließend beraten werden soll. So sah es also aus, das vorläufige Ende einer Debatte, die den Neuanfang der Kinder- und Jugendarbeit in Husum sowie den Umzug des Hauses der Jugend in die Norderstraße 15 (wir berichteten) hatte besiegeln sollen.

Der Verwaltungs-Chef fasste die Ergebnisse so zusammen: Die Laufzeit des Mietvertrages für das neue „Kinder- und Jugendbüro“ soll verkürzt werden. Außerdem erfolgt eine Evaluation der Arbeit sowie eine konzeptionelle Überarbeitung der Jugendarbeit insgesamt – unter Einbeziehung der freien Träger.

Diesem Vorschlag folgte das Gremium, obgleich zunächst nicht nach einem Kompromiss ausgesehen hatte. Vor allem ein Antrag der Grünen hatte bereits im Vorfeld für Aufregung gesorgt. Darin wurde gefordert, das neue Jugendzentrum bei den beiden Gemeinschaftsschulen anzudocken. „Die Situationsanalyse (des HDJ-Konzeptes, Anm. d. Red.) ist nicht vollständig und falsch“, erläuterte Frank Hofeditz und plädierte für eine ganz neue übergreifende Kinder- und Jugendarbeit. Der Ortswechsel allein greife zu kurz.

Dem hielt Peter Empen als Leiter einer der angesprochenen Schulen entgegen, dass, wer ein Haus bauen will, erst einmal prüfen sollte, wem das Grundstück gehört. Da habe es offenbar ein Kommunikationsproblem gegeben. Aber das sei inzwischen ausgeräumt, und grundsätzlich teile er die Auffassung der Grünen, so Empen. Im Sinne einer ganzheitlichen Lösung gehe es aber nicht nur um die Gemeinschaftsschulen, sondern um alles, was direkt oder indirekt mit Jugendarbeit zu tun habe. Empens Appell: „Lassen Sie uns dafür Zeit nehmen, damit auch etwas Ordentliches dabei herauskommt.“

Zuvor hatte Birgitt Encke für die CDU eine Liste „abgearbeitet“, in der es auch um die Frage ging, welche städtischen Gebäude für eine zentrumsnahe Unterbringung des HdJ in Frage gekommen wären. Ob dabei auch die ehemalige Volkshochschule in Betracht gezogen worden sei, wollte sie wissen. Die sei bereits für die Gewoba reserviert, erwiderte Kämmerer Peter Seidel, während ein Raunen durch die Zuschauerreihen ging. Wie das? Die VHS muss raus, weil das Gebäude „abgängig“ ist, und dann zieht das Haus der Jugend ein? Für einige, vor allem jüngere Besucher war die Sitzung ohnehin eine Lehrstunde in Sachen Kommunalpolitik. Und obgleich sie durchaus nicht immer nachvollziehen konnten, wie da argumentiert wurde, ist das durchaus positiv zu verstehen. Denn am Ende stand ein Kompromiss, der eine zeitgemäßere Neuorientierung der Kinder- und Jugendarbeit zur Folge haben dürfte.

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