Breitband-Ausbau : Kompliziert, aber machbar: Schnelles Internet für die Halligen

Die Hallig Langeneß.
Insgesamt werden auf Langeneß und Oland gut 1000 Kilometer Glasfaser verlegt.

Während so mancher Ort auf dem Festland noch abgeschnitten ist, sollen die Halligen Oland und Langeneß noch in diesem Jahr ans Netz gehen.

shz.de von
20. Februar 2018, 14:00 Uhr

Langeness | Sichtlich bewegt und fast sprachlos hielt Heike Hinrichsen, Bürgermeisterin von Langeneß, den Kugelschreiber in der Hand, um jeden Moment ihre Unterschrift unter ein wichtiges Dokument zu setzen. „Auf diesen Termin haben wir schon lange gewartet.“

Mit der Vertragsunterzeichnung werde das begonnene Projekt Breitbandausbau durch das Kommunikationsunternehmen Lünecom aus Lüneburg fortgeführt und beendet, erklärte die Bürgermeisterin. „Damit werden Langeneß und Oland mit dem schnellsten Internet verbunden.“ Bisher seien nur Teilstrecken mit Leer-Rohren verlegt worden. „Doch jetzt sollen die restlichen Strecken mit Leerrohren bestückt und Glasfaser gelegt werden.

Vertragsunterzeichnung: (v. l.) Johannes Lüneberg, Heike Hinrichsen, Inga Wellendorf, Norbert Hill und Detlef Dohmeyer.
Herbert Müllerchen
Vertragsunterzeichnung: (v. l.) Johannes Lüneberg, Heike Hinrichsen, Inga Wellendorf, Norbert Hill und Detlef Dohmeyer.
 

„Sie werden ein voll erschlossenes Gebiet mit Hochgeschwindigkeit-Internet bekommen“, erklärte Detlef Dohmeyer von der Beraterfirma OFP in Hamburg. Bei den vielen Beratungen bis hin zur Entscheidung für einen Glasfaserausbau wurde die Gemeinde auch von Inga Wellendorf von der Kanzlei Wirtschaftsrat und Recht beraten.

„Langeneß und Ohand gehören zu den topografisch schwierigsten Anschlussgebieten in Deutschland,“ gab Norbert Hill, Geschäftsführer des Unternehmens Lünecom zu verstehen. So wird eine 19 Kilometer lange Kabeltrasse und 40 Kilometer Leerrohre gelegt. „Insgesamt verlegen wir nur auf Langeneß und Oland gut 1000 Kilometer Glasfaser“, so Hill weiter. Noch in diesem Jahr solle das Projekt durchgeführt und beendet werden, versprach der Geschäftsführer.

Das Projekt wurde mit 590.000 Euro gefördert bei einem Gesamtvolumen von gut einer Million Euro. Großes Lob erhielt die Bürgermeisterin von Johannes Lüneberg, stellvertretender Leiter des Breitband-Kompetenzzentrum im Kiel. „Schon frühzeitig hat sich die Politik mit diesem Thema beschäftigt und eine wichtige und zukunftsweisende Entscheidung getroffen.“

Nach der Unterzeichnung zeigte sich die Bürgermeisterin Heike Hinrichsen deutlich entspannter. „Ich freu mich auf unsere Halligen.“
 

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen