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Messe New Energy in Husum : Komplexe Bühne für die Energiewende

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Husum steht wieder im Zeichen der Messe „New Energy“. Geboten wird neueste Technik rund um erneuerbare Energien. Die Leistungsschau ist nicht nur für die Branche interessant – auch für Verbraucher gibt's Tipps und Trends.

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erstellt am 18.Mär.2016 | 07:00 Uhr

Geduldig zeigt Entwickler Benedikt Sinner an einer kleinen Anlage, wie Wasserstoff hergestellt wird. Um ihn herum hat sich eine Gruppe von Messebesuchern versammelt. Neugierig werden Fragen gestellt, jede einzelne beantwortet er ausführlich. Sinner und sein Team haben schon im Januar angefangen, ihren Auftritt auf am Donnerstag in Husum eröffneten New Energy zu planen. „Wir präsentieren uns als Unternehmen aus der Region und zeigen von der Erzeugung, über Umwandlung und Speicherung bis hin zur Nutzung, dass das Leben mit erneuerbaren Energien zu hundert Prozent möglich ist“, erklärt Marketingleiter Manuel Reich von der Firma GP Joule aus der Gemeinde Reussenköge. Deren Tochterfirma H-Tec Systems, für die Sinner arbeitet, hat sich auf Speichertechnologien auf Wasserstoffbasis spezialisiert.

Das Unternehmen Easy Wind aus Enge-Sande ist bereits zum sechsten Mal als Aussteller auf der New Energy vertreten. Es stellt unter anderem Sechs-Kilowatt-Kleinwindanlagen her. Auf die Frage, was die Messe so attraktiv mache, antwortet Peter Petersen, der für die Produktion zuständig ist: „Diese Messe ist genau auf uns zugeschnitten. Wir haben die Chance, unsere Produkte optimal zu präsentieren und Kontakte zu anderen Firmen zu knüpfen.“

Unter dem Motto „Erneuerbare Energien – jetzt erst recht“ präsentiert die Branche vier Tage lang neue und bewährte Produkte rund ums Thema. 150 Aussteller informieren noch bis kommenden Sonntag auf rund 12.000 Quadratmetern Messefläche über klimafreundliche erneuerbare Energien bei der Strom-, Wärme-, Kälte- und Kraftstofferzeugung. Insgesamt werden 10.000 Besucher erwartet.

Der Anteil an Ökostrom am Bruttostrom-Verbrauch in Schleswig-Holstein betrug nach Angaben des Statistikamtes Nord im Jahr 2014 rund 78 Prozent, wie Staatssekretärin Ingrid Nestle aus dem Kieler Energiewendeministerium bei der Eröffnung sagt. Grundlage der Statistik seien offizielle Zahlen, erklärt Nestle: „Wir wissen aber schon lange, dass wir die hundert Prozent in Wirklichkeit heute schon erreicht und geknackt haben.“ Die Reaktor-Katastrophe von Fukushima habe vor Augen geführt, warum man die Energiewende brauche, so Nestle weiter.

Hersteller, Projektentwickler, Dienstleister und Finanzierer befinden sich jedoch in einer schwierigen Phase, wie Messechef Peter Becker erklärt. „Es ist bei den derzeitigen Ölpreisen schwierig, die erneuerbaren Energien wirtschaftlich darzustellen.“ Außerdem seien die Förderbedingungen verändert worden – in der Regel zum Nachteil der Branche. „Man könnte meinen, die 13 sei keine Glückszahl“, so Becker mit Blick auf die 13. Auflage der Messe. „Das sehen wir anders – wir halten auch in schwierigen Situationen an dem Thema fest.“ Der gleichen Meinung ist Klaus Schlie. „Es gibt kein Zurück in das Zeitalter der alleinigen Energiegewinnung aus fossilen Quellen“, sagt der Landtagspräsident. Die New Energy spiegele mit ihrem weiten Spektrum an Informationen und Vorträgen die Komplexität der Energiewende wider, aber auch die Vielzahl der Chancen. Nach Einschätzung von Schlie sind die neuen Energien längst schon ein Geschäftsmodell – und die Husumer Messe ein Innovationsmotor.

Doch die Leistungsschau ist nicht nur ein Branchentreff. Sie ist für alle gedacht, die etwas verändern und bewegen wollen. So hat sich unter die Geschäftsleute, die immer wieder stehen bleiben, um das Innenleben einer Kleinwindanlage zu bestaunen oder den Motor eines Elektroautos zu begutachten, auch eine bunte Schar von Schülern gemischt. Viele von ihnen steuern den Stand des Glücksburger Energie-Erlebnisparks Artefact an. Hier werden die Anmeldungen für den Solarcup entgegengenommen – Deutschlands ältesten Landeswettbewerb für den Nachwuchs, wenn es um den Bau kleiner Solar-Fahrzeuge geht. Gerade strampelt jemand auf dem Energie-Fahrrad. Hier kann man genau erkennen, wie viel Körperkraft aufgewendet werden muss, um zum Beispiel eine Lampe zum Leuchten oder ein Radio zum Klingen zu bringen. „Das ist Energie zum Anfassen“, sagt Artefact-Geschäftsführer Werner Kiwitt. „Die Schüler lieben es.“

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