Kinderbetreuung in Husum : Kompaktes Kita-Wissen

Die neue Broschüre.
Die neue Broschüre.

Eine neue Broschüre der Stadt soll Eltern helfen, ihren Nachwuchs im richtigen Kindergarten unterzubringen.

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15. Juli 2018, 15:39 Uhr

„Ein großes Werk, entstanden in aufwendiger Fleißarbeit“, kommentierte Bürgermeister Uwe Schmitz die neue Broschüre „Kinderbetreuung in Husum“. Es sei aber auch ein wichtiger Bereich, der mit immerhin 4,1 Millionen Euro pro Jahr von der Stadt bezuschusst werde. Und durch die freien Träger habe man eine „große pädagogische Vielfalt“ im Angebot. Allerdings, so schränkte der Verwaltungschef ein, sei durch den Mangel an Betreuungsplätzen die Wahlfreiheit des Kindergartenplatzes für Eltern „de facto nicht gegeben“. Diesen Mangel hat er auch im Vorwort angesprochen. „Denn es wäre nicht sauber, so eine Broschüre aufzulegen und so zu tun, als sei alles in Ordnung.“

Durch die Trägervielfalt sei allerdings auch keine zentralisierte Anmeldung möglich, so die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Britta Rudolph. Ein Grund mehr, Eltern einen kompakten Überblick an die Hand zu geben. Und so beinhaltet die Broschüre nicht nur die Daten aller elf Kitas in Husum mit Zeiten, Gebühren und Besonderheiten sowie Kontaktdaten, sondern auch die Angebote der Tagespflege sowie die der offenen Ganztagsschulen. „Gibt es einen Heilpädagogen in der Einrichtung? Ist das Betreuungspersonal ausschließlich weiblich oder sind auch Männer dabei? Wie steht es mit der Barrierefreiheit?“ Kleine Flaggen symbolisieren sogar die Sprachen, die in der jeweiligen Einrichtung gesprochen werden. „Und wir haben im einleitenden Bereich Grundlagen und Begriffe erläutert, die oft durcheinander gebracht werden“, so Rudolph.

Auf einem ausklappbaren Stadtplan sind neben den Standorten der Kitas auch alle Schulen, Spiel- und Bolzplätze sowie der Bike- und Skate-Park verzeichnet. „In der nächsten Auflage werden wir auch Portraits der Schulen mit hineinnehmen“, kündigte Rudolph an. Die werde es auf jeden Fall geben, auch wenn ab 2019 die geplante landesweite Kita-Datenbank online gehen wird. „Trotzdem sind viele Menschen ja mit Papier besser bedient.“ Einen festen Termin für die nächste Auflage gebe es nicht, ergänzte Schmitz. „Die machen wir erst, wenn sich im Angebot etwas getan hat und es auch Sinn macht.“

Die Broschüren werden in gedruckter Form in Beratungsstellen, Schulen, Kitas, bei Ärzten und im Rathaus erhältlich sein, kündigte Rudolph an. Wenn andere Institutionen sie auch auslegen möchten, werde die Stadt gerne welche zur Verfügung stellen. „Und als PDF lässt sie sich auf der Seite www. husum.de herunterladen.“

Dass sich im Kita-Angebot noch etwas tun müsste, gab Hauptamtsleiterin Ira Rössel zu: „Uns fehlen Plätze.“ Bis die neue Kita auf dem Klinikgelände 2020 eröffnet werde, müssten als Übergangslösung die bestehenden Kindertagesstätten erweitert werden. Zudem sei eine temporäre Container-Lösung auf dem Gelände des Hallenbades angedacht (wir berichteten). Axel Fischer von der Abteilung Schule/Jugend/ Sport konnte eine „gewisse Entspannung“ im Bereich der Unter-Dreijährigen (U3) vermelden: „Durch alle Maßnahmen können wir die Versorgungsquote auf 50 Prozent heben“, erläuterte er, gab aber zu bedenken, dass auch die Zahl der Geburten steige: „Da sind wir schnell wieder bei einer Quote von 42 bis 43 Prozent.“ Allerdings würden auch nicht alle Eltern ihren Rechtsanspruch auf einen U3-Platz wahrnehmen.

„Rechtsanspruch auf einen Platz in Husum haben ja auch nur die Einwohner“, sagte Schmitz. „Aber ist das noch zeitgemäß? Wir müssen neue Modelle erdenken, auch für Pendler.“ Die gesellschaftliche Entwicklung gehe weiter. „Und die wirtschaftliche Attraktivität einer Stadt bemisst sich nicht nur in der Ausweisung von Gewerbegebieten, sondern auch in vernünftigen Betreuungs- und Beschulungsangeboten.“

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