Fördergeld : Kommunen zahlen Löwenanteil

Die Biogasanlage soll im kommenden Jahr an die Betreibergesellschaft verkauft werden.
Die Biogasanlage soll im kommenden Jahr an die Betreibergesellschaft verkauft werden.

Ursprünglich sollten die Zuschüsse für Kinder in Tageseinrichtungen in Viöl auf Kommunen, Kirche und Eltern gleich aufgeteilt werden. Momentan zahlen die Kommunen fast 60 Prozent.

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19. Dezember 2017, 15:00 Uhr

Die Pläne sind noch weit davon entfernt, spruchreif zu sein, und doch schon in aller Munde: Statt den aus allen Nähten platzenden Kindergarten um einen Anbau zu erweitern, gibt es jetzt Überlegungen für einen Neubau im kommenden Jahr – an anderer Stelle und in einer nicht ganz alltäglichen Bauweise. Nach mehr als 40 Jahren und mehreren Um- und Anbauten sei ein Neuanfang auch aus Kostengründen die beste Entscheidung, sagte Viöls Bürgermeister Heinrich Jensen und berichtete, dass er sich über dieses Vorhaben bisher nur mit den anderen beiden Trägergemeinden – Norstedt und Sollwitt – ausgetauscht hat. „Mehr kann und will ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht dazu sagen“, bat Jensen die drei Elternvertreterinnen um Verständnis, die mit der Bitte um möglichst viel Transparenz in diesem Prozess zur Gemeinderatssitzung gekommen waren. Sobald klar sei, ob und wie sich diese Idee realisieren lasse, werde er die Öffentlichkeit informieren, versprach Heinrich Jensen.

Redebedarf sieht er in einem anderen Punkt. Im Haushalt 2018, der für den 2195 Einwohner zählenden Zentralort mit einem Jahresüberschuss von 685 400 Euro geplant ist, werden alleine für die Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen Kosten in Höhe von 470 000 Euro veranschlagt. „Angedacht war mal eine Drittelung der Kosten: ein Drittel Kommune, ein Drittel Kirche, ein Drittel Eltern. Mittlerweile beträgt der Kostenanteil der Kommunen 58 Prozent. An dieser Verteilung muss sich etwas ändern“, machte Jensen deutlich.

Nicht gerade glücklich sei man auch über die Erhöhung der Gebühren für die Schmutzwasserbeseitigung, die 2018 von 1,10 Euro auf 2,30 Euro pro Kubikmeter steigen werden. Allerdings müsse man das Thema differenziert betrachten, mahnte Jensen: „Da jeder Erwachsene um die 40 Kubikmeter Schmutzwasser pro Jahr produziert, wird sich die Erhöhung am Jahresende mit etwa 44 Euro pro erwachsenes Familienmitglied bemerkbar machen“, rechnete er vor, machte aber auch deutlich, dass die Gebühren damit noch immer weit unter denen anderer Gemeinden liegen: „Wir sind da sehr lange verwöhnt worden“, gab er zu. Erforderlich geworden sei die Erhöhung durch die notwendigen Modernisierungsmaßnahmen in der Kläranlage und insbesondere nach dem Wegfall der Einleitungen durch die Meierei, die jetzt über eine eigene Anlage verfügt. Dies habe sich erfreulicherweise sehr positiv auf die Messwerte der Viöler Anlage ausgewirkt.

Deutliche Veränderungen zum Vorjahr weist der neue Haushaltsplan bei der Gewerbesteuer auf. Hier reduzieren sich die Einnahmen um etwa 45 600 Euro, während die Schlüsselzuweisungen um rund 200 000 Euro höher liegen werden. Für den Neubau des Sportlerheimes in Muschen werden 450 000 Euro veranschlagt, für die Reparatur von defekten Regenwassereinläufen 15 000 Euro und für Unterhaltungsarbeiten an den Gemeindestraßen 50 000 Euro. Wenn die Biogasanlage im kommenden Jahr nach Ablauf der Förderfristen wie geplant an die Betreibergesellschaft verkauft werden soll, hofft die Gemeinde, dieses Kapitel mit „plus minus Null“ abschließen zu können. Abgewickelt werden soll das Geschäft zum 30. September 2018.

Wie Heinrich Jensen abschließend berichtete, war die gerade erfolgte Erneuerung des Kirchenweges kosten- und arbeitsintensiver als gedacht: „Wie sich erst beim Abfräsen der Verschleißdecke herausgestellt hat, ist die Straße in den 1970er Jahren einfach überteert worden. Daher musste nun erst noch ein neuer Untergrund geschaffen werden“, erklärte der Bürgermeister, zeigte sich aber insgesamt zufrieden mit dem Ergebnis, auch weil die Arbeiten wider Erwarten noch in diesem Jahr abgeschlossen werden konnten.

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