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Weg mit Papierbergen in Husum : Kommunalpolitiker arbeiten jetzt digital

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Auf ins digitale Zeitalter: Husums Kommunalpolitiker sind jetzt mit 68 iPads ausgestattet. Der Sitzungsdienst soll künftig nicht mehr auf Papier abgewickelt werden.

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erstellt am 30.Aug.2014 | 12:30 Uhr

Für die einen – die künftigen „User“ – war es ein bisschen wie Weihnachten, für die anderen – wie den Bürgermeister – ein legendärer Tag. „Im Januar haben wir fließendes Wasser bekommen, im Februar Strom – und nun auch noch iPads“, gab Uwe Schmitz verschmitzt im Rathaus zum Besten. In der Tat: Mit der Übergabe von 68 Tablets an das Stadtverordnetenkollegium und einem einführenden Crash-Kurs hat am Freitag für den Sitzungsdienst in Husum das digitale Zeitalter begonnen. Bis Ende des Jahres soll übergangsweise parallel mit Papier-Unterlagen Kommunalpolitik betrieben werden – danach weitgehend nur noch auf elektronischem Wege.

Möglich gemacht hat diesen Quantensprung eine Zusammenarbeit mit dem Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag (sh:z), der die Stadt mit den Geräten ausstattete – inklusive Digital-Abo. „Damit ist Husum nach Rendsburg die zweite Kommune, mit der wir auf diese Weise kooperieren“, sagte Thomas Gläser, stellvertretender Vertriebsleiter in Flensburg und beim sh:z fürs E-Marketing zuständig. Zur Einführung hatte Gläser seine Assistentin Yentl Bylda mitgebracht.

Auf städtischer Seite war Ira Rössel eine der treibenden Kräfte. „Sie hat das Ganze mit penetranter Nerverei auf den Weg gebracht“, zollte Schmitz seiner Hauptamtsleiterin ordentlich Respekt. „Wenn’s nach mir ginge, würden wir noch weiter mit Kartoffeldruck arbeiten“, scherzte er. Und ernst gemeint: „Der Schritt musste kommen!“

Das sah auch Ursula Vogt so, die es voller Vorfreude zur offiziellen Einführung in den Ratssaal zog. „Ich war da sehr hinterher, denn ich bin kein Fan von Unmengen von späterem Altpapier“, sagte die Abgeordnete der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen. „Wir müssen lernen, mit den Dingern umzugehen.“ Und Bürgervorsteher Peter Empen konnte sich keinen besseren Zeitpunkt für die Einführung vorstellen: „Schließlich beginnt jetzt das interessantere zweite Halbjahr in der Kommunalpolitik.“

Die von Frank Brinkmann geleitete IT-Abteilung hat in den vergangenen acht Wochen sämtliche Tablets vorkonfiguriert. Es wurde eine Sitzungsdienst-App aufgespielt, mit der die Verwaltung seit 2001 arbeitet, und jedes Mitglied der Stadtvertretung erhielt eine eigene E-Mail-Adresse nach dem Muster Vorname.Nachname@husum.de. „Ich hoffe, dass ich das alles noch begreife“, unkte Hans Heydtmann. Der CDU-Mann ist 79.

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