Marschbahn : Kommt die Zweigleisigkeit? Nordfriesland freut sich verhalten

Bisher eingleisig: Die Strecken zwischen Morsum und Westerland sowie zwischen Niebüll und dem Bahnhof Klanxbüll (Foto).
Bisher eingleisig: Die Strecken zwischen Morsum und Westerland sowie zwischen Niebüll und dem Bahnhof Klanxbüll (Foto).

Hat der Bund nun die Zweigleisigkeit zwischen Niebüll und Klanxbüll angekündigt? Ganz sicher ist man sich an der Westküste nicht.

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10. Oktober 2018, 15:51 Uhr

Niebüll | Geht es um vermeintlich positive Nachrichten zur Marschbahn, ist der in dieser Hinsicht leidgeprüfte Nordfriese naturgemäß etwas skeptisch. Nur verhalten optimistisch reagierten die von uns Befragten gestern deshalb auch auf die Nachricht, dass in Plänen des Bundes für eine bessere Verzahnung des Zugverkehrs – dem sogenannten „Deutschland-Takt“– der zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke zwischen Niebüll und Klanxbüll enthalten ist. Offiziell soll über diese lang diskutierte Entlastungsmaßnahme eigentlich erst am 6. November in Berlin entschieden werden – dann verkündet der Verkehrsminister, ob die nordfriesische Zweigleisigkeit in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrwegeplanes aufgenommen wird. Weil die Entscheidung also offiziell noch gar nicht gefallen ist, mag sich Achim Bonnichsen auch noch nicht wirklich freuen: „Ich hoffe natürlich, dass es klappt“, erklärt der Vertreter der Pendler-Initiative, die schon lange für bessere Bedingungen auf der Marschbahn kämpft.

„Wenn es am 6. November heißt, der zweigleisige Ausbau Niebüll-Klanxbüll hat es in den vordringlichen Bedarf geschafft, dann lassen wir die Korken knallen – aber erst dann“, sagt auch der stellvertretende Landrat von Nordfriesland, Florian Lorenzen. Allerdings: Verhaltene Freude über die Nachrichten aus Berlin äußert er auch schon jetzt: „Wir sehen das klare Bekenntnis: Die Marschbahn bleibt dem Fernverkehr angebunden, sogar mit leicht verbesserter Taktung.“ Ähnlich hält es die CDU-Bundestagsabgeordnete Astrid Damerow: Dass die Gutachter bei ihren Berechnungen für den Deutschland-Takt die Zweigleisigkeit voraussetzen, sei schon mal ein gutes Zeichen – die endgültige Entscheidung sei damit aber noch nicht gefallen.

Moritz Luft, Geschäftsführer Sylt Marketing, gibt sich dagegen jetzt schon optimistisch: „Die vorgelegten Pläne zum Deutschland-Takt stimmen uns zuversichtlich. Ihre Umsetzung würde endlich unseren Forderungen nach schneller und verlässlicher Anbindung entsprechen.“ Er betont noch einmal, wie existenziell wichtig eine gute Erreichbarkeit für die Insel, ihre Bewohner, Pendler und Gäste ist. Sylt Marketing hatte jüngst mit der Kampagne „Im hohen Bogen nach Sylt“ bundesweit auf die eingleisige Bahnstrecke zwischen Niebüll und Sylt und die damit verbundene miserable Pünktlichkeitsrate aufmerksam gemacht. In der dazugehörigen Petition stimmten fast 43 000 Sylter, Pendler und Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet mit ihrer Unterschrift für den zweigleisigen Ausbau.

Und auch Nikolas Häckel, Bürgermeister der Gemeinde Sylt, sieht die Nachricht aus Berlin als Signal, dass „wir der Zweigleisigkeit endlich ein Stück näher kommen.“

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